EM-Organisation Hooligans arbeiten als Sicherheitsleute

Eklat im Organisationsapparat der EM: Bei der Überprüfung einer deutschen Sicherheitsfirma sind in Klagenfurt mehr als ein Dutzend Fußball-Gewalttäter aufgeflogen. Die Männer sind als Security-Mitarbeiter im Einsatz.

Aus Klagenfurt berichtet


Wie jetzt bekannt wurde, ermittelte die Kärntner Polizei die Männer bereits vor der Begegnung Kroatien gegen Deutschland am Donnerstag in Klagenfurt. "Ich kann bestätigen, dass wir bei der Sicherheitsüberprüfung zahlreiche Personen identifizieren konnten, die vorher einschlägig aufgefallen waren", sagte ein Polizeisprecher SPIEGEL ONLINE. Damit bestätigte er im Grundsatz eine Meldung aus der "Kronenzeitung".

Security bei der EM: Alle Mitarbeiter müssen sich einem Check unterziehen
DPA

Security bei der EM: Alle Mitarbeiter müssen sich einem Check unterziehen

In dieser wird Polizeichef Wolfgang Rauchegger mit dem Satz zitiert, man habe "18 überprüfte Mitarbeiter einer deutschen Security-Firma" identifiziert, da diese "in einer Datei bei uns aufgetaucht sind". Einer von ihnen sei sogar wegen Totschlags verurteilt, berichtet die "Kronenzeitung".

Bei der EM müssen sich alle Mitarbeiter, egal, ob sie als Fanbetreuer, Wachmänner oder Wurstverkäufer arbeiten, einem Sicherheitscheck unterziehen, wenn sie im Stadionbereich oder in der Sicherheitszone um das Stadion herum eingesetzt werden sollen. Dabei werden ihre Personalien mit der Datei "Gewalttäter Sport" abgeglichen, in der alle Personen festgehalten werden sollen, die im Zusammenhang mit Ausschreitungen beim Fußball auffällig geworden oder mit einem Stadionverbot belegt sind.

Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE wollte der Behördensprecher die Zahl von 18 Gewalttätern nicht bestätigen. Er sagte aber, die Zahl liege knapp darunter. Die identifizierten Personen arbeiten demnach alle weiter in Klagenfurt, "den inneren Stadionbereich dürfen sie aber nicht betreten". Den Namen der betroffenen Sicherheitsfirma dürfe er nicht nennen, es handle sich aber um Angestellte eines einzigen Unternehmens.

Nach Einschätzung eines szenekundigen Beobachters sind die deutschen Security-Unternehmen, die in Klagenfurt arbeiten, "bundesweit die zweite oder dritte Wahl". Die besten Leute arbeiten demnach in Wien und Salzburg. "Als sie in Kärnten gemerkt haben, dass sie noch mehr Leute brauchen, war der Markt abgegrast."



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.