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17. November 2015, 22:47 Uhr

EM-Playoffs

Schweden qualifiziert sich dank Ibrahimovic

Durch ein Unentschieden im Playoff-Rückspiel in Dänemark hat sich Schweden die Teilnahme an der EM 2016 gesichert. Zlatan Ibrahimovic traf doppelt. Die Ukraine ist trotz eines Unentschiedens gegen Slowenien ebenfalls dabei.

Die schwedische Nationalmannschaft um Superstar Zlatan Ibrahimovic hat sich für die EM 2016 in Frankreich qualifiziert. Nach dem 2:1-Heimsieg im Hinspiel reichte im Playoff-Rückspiel gegen Dänemark ein 2:2 (1:0). Schweden verspielte dabei eine Zwei-Tore-Führung.

Dänemark, Europameister von 1992, hatte durch den späten Anschlusstreffer im Hinspiel gute Chancen und kam früh zu einer großen Gelegenheit: Nach einer Ecke von Christian Eriksen brachte Yussuf Poulsen den Ball in Richtung Tor, aber Kim Kallström klärte akrobatisch an die Latte (8. Minute). Daniel Aggers anschließender Versuch wurde geblockt.

Auf der anderen Seite war der Superstar zur Stelle. Ibrahimovic löste sich schnell vom ehemaligen Wolfsburger Simon Kjær und leitete Kallströms halbhohen Eckball ohne große Bedrängnis zum 1:0 ins Tor (19.). Agger erzielte vor der Pause fast ein Eigentor, als er die Hereingabe von Ibrahimovic in hohem Bogen auf das Tor lenkte (39.).

In der zweiten Hälfte präsentierte sich Dänemark druckvoll und hatte viel Spielkontrolle, klare Torchancen blieben allerdings lange aus. Nach einem weiten Einwurf in den Strafraum der Schweden fiel der Ball vor die Füße von Eriksen. Der Offensivspieler der Tottenham Hotspurs schloss direkt ab. Nur weil Sebastian Larsson den Ball abfälschte, flog er direkt auf Torwart Andreas Isaksson, von wo er abprallte (73.).

Kurz darauf sorgte Ibrahimovic für die Entscheidung. Mit einem direkt verwandelten Freistoß aus über 20 Metern in den rechten Winkel schoss er seine Nation zur sechsten Teilnahme an einer Europameisterschaft (76.). Zu diesem Zeitpunkt brauchte Dänemark vier Treffer. Die Kopfballtore von Poulsen und Bremens Jannik Vestergaard (90.+1.) hatten nur noch statistischen Wert. Nach dem Spiel gab Dänemarks Nationaltrainer Morten Olsen seinen Rücktritt bekannt. Der 66-Jährige war seit 2000 Trainer der Dänen. Größter Erfolg war das Erreichen des WM-Achtelfinals 2002 und des EM-Viertelfinals 2004.

Slowenien-Ukraine 1:1 (1:0)

Die Ukraine setzte sich nach dem 2:0-Sieg im Hinspiel trotz langen Rückstands und einem 1:1-Unentschieden in Slowenien durch und ist im kommenden Jahr ebenfalls in Frankreich dabei.

Slowenien startete gut: Nach einer Flanke von der rechten Seite wehrte Ukraines Torwart Andriy Pyatov zunächst den Kopfball von Roman Bezjak ab, auch der Nachschuss des Ex-Kölners Milivoje Novakovic wurde geblockt. Der Ball sprang zu Bostjan Cesar, der freistehend ins leere Tor zur Führung einköpfte (11.).

Yevhen Seleznyov verpasste die große Chance auf den Ausgleich. Nach einem missglückten Rückpass von Leverkusens Kevin Kampl legte Evgeen Koplyanka auf den Stürmer quer, aber Seleznyov scheiterte aus spitzem Winkel an Torwart Samir Handanovic von Inter Mailand (28.).

Kurz nach der Pause rettete erneut Handanovic die Führung, als er Yamolenko Konoplyankas Gewaltschuss aus etwa 16 Metern mit einer guten Parade hielt. Insgesamt drückte Slowenien nach dem Seitenwechsel auf den zweiten Treffer, der die Verlängerung bedeutet hätte. Die größte Möglichkeit vergab Torschütze Cesar, der nach einem Eckball am langen Pfosten freistehend zum Kopfball kam. Handanovic war aber wieder zur Stelle und rettete sein Team mit einer überragenden Parade (75.). In der Nachspielzeit sah Sloweniens Miso Brecko vom 1. FC Nürnberg wegen eines harten Fouls noch die Rote Karte. Nach einem Konter sorgte Andriy Yarmolenko für den Ausgleich und gleichzeitigen Endstand (90.+7.).

Die Ukraine nimmt damit zum erst zweiten Mal an einer Europameisterschaft teil - nach dem Turnier 2012 im eigenen Land. Nach den Qualifikationen von Ungarn und Irland ist das Teilnehmerfeld aus 24 Mannschaften für die EM nun komplett. Die Auslosung der Gruppen erfolgt am 12. Dezember in Paris. Das Turnier findet vom 10. Juni bis zum 10. Juli in Frankreich statt.

aev

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