EM-Qualifikation Adrions U21 blamiert sich gegen Island

Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat mit einer Niederlage in Island die letzte Chance auf die Teilnahme an der Europameisterschaft 2011 verspielt. Auch bei den Olympischen Spielen 2012 in London wird das Team nicht dabei sein. Der blamable Auftritt setzt Trainer Rainer Adrion unter Druck.

U21-Trainer Adrion: schwaches Spiel, EM-Qualifikation verpasst
dpa

U21-Trainer Adrion: schwaches Spiel, EM-Qualifikation verpasst


Hamburg - U21-Europameister Deutschland hat bereits zwei Spieltage vor Ende der Qualifikation die Teilnahme an der EM 2011 sicher verpasst und damit auch keine Chance mehr auf London 2012. Die Mannschaft von DFB-Trainer Rainer Adrion verlor nach einer peinlichen Vorstellung auf Island 1:4 (0:1) und kann die Nordeuropäer ebenso wenig einholen wie Tabellenführer Tschechien.

Die abschließenden Partien in Tschechien am 3. September und gegen Nordirland vier Tage darauf sind somit ohne Wert. Für Adrion, der genau ein Jahr zuvor sein Debüt gegeben hatte und in zehn Begegnungen bereits 39 Spieler einsetzte, könnte das blamable Abschneiden Konsequenzen haben. Der vom früheren Stuttgarter Meisterspieler Eyjölfur Sverisson trainierte Außenseiter Island hat dagegen nun beste Chancen auf die EM-Teilnahme.

Nach dem frühen Rückstand durch Birkir Bjarnason (5.) hatte Debütant Kevin Großkreutz mit dem Ausgleich noch für Hoffnung beim deutschen Team gesorgt (49.). Ein Doppelschlag innerhalb von 90 Sekunden durch Gylfi Por Sigurdsson (53.) und Kolbeinn Sigthorsson (54.) versetzte den deutschen Junioren den endgültigen K.o. Für den Endstand sorgte der eingewechselte Alfred Finnbogason (84.) nach einem Fehlpass des Leverkuseners Stefan Reinartz.

Deutsches Team durchweg enttäuschend

Adrion hatte vor 3000 Zuschauern im Stadion Kaplakrikavöllur von Hafnarfjördur in Kapitän Mats Hummels, Großkreutz (beide Borussia Dortmund) und Reinartz drei Spieler mit Erfahrung im A-Team aufbieten können. Doch schon früh mussten die deutschen Junioren den ersten Schock verkraften. Nach einem Stellungsfehler des Dortmunders Marcel Schmelzer kam Bjarnason aus acht Metern frei zum Schuss und brachte die Isländer in Führung.

Dem Spiel des Europameisters, der von bisher sechs Qualifikationsspielen lediglich zweimal gegen San Marino (0:47 Tore) gewonnen hatte, fehlten Struktur und die überraschenden Momente. Ungenauigkeiten und Unkonzentriertheiten prägten das Geschehen. Vor allem die Europameister Benedikt Höwedes und Schmelzer sowie Debütant Lars Bender schienen im ersten Durchgang völlig von der Rolle. Während die Isländer durch Johann Berg Gudmundsson (29.) und Gylfi Por Sigurdsson (31.) gleich zweimal dicht vor dem 2:0 standen, kam das DFB-Team in der ersten Hälfte nur zu einer wirklich guten Gelegenheit durch einen Fernschuss von Schmelzer (45.+1).

Angesichts des Spielverlaufs in der ersten Halbzeit verwunderte es, dass Adrion in der Pause weder sein Personal noch die Taktik änderte. Dennoch kam sein Team zum Ausgleich, als Großkreutz eine Flanke von Timo Gebhart über die Linie drückte.

Doch die Freude währte nicht lange. Ein sehenswertes Freistoßtor von Sigurdsson und ein Lupfer Sithorssons nach erneut zahlreichen Stellungsfehlern brachten die Entscheidung gegen das DFB-Team. Adrion nahm nun innerhalb von vier Minuten alle drei Wechsel vor, brachte in Richard Sukuta-Pasu auch einen zweiten Stürmer. Doch das große Aufbäumen blieb aus.

Island - Deutschland 4:1 (1:0)
1:0 Bjarnason (5.)
1:1 Großkreutz (49.)
2:1 Sigurdsson (53.)
3:1 Sightorsson (55.)
4:1 Finnbogason (84.)
Island: Björnsson - Fridgeirsson, Fjoluson, Eyjolfsson, Kristinn Jonsson - Eggert Gunnthor Jonsson, Bjarnason (79. Palsson), Vidarsson, Gudmundsson (85. Johannesson) - Sigurdsson, Sigthorsson (70. Finnbogason)
Deutschland: Sippel - Diekmeier (58. Schwaab), Höwedes, Hummels, Schmelzer - Bargfrede (58. Sukuta-Pasu), Reinartz - Gebhart, Bender (55. Sam), Großkreutz - Schieber
Schiedsrichter: Berntsen (Norwegen)
Zuschauer: 3000
Gelbe Karten: Sightorsson, Kristinn Jonsson / Schieber, Großkreutz, Gebhart, Schmelzer

ulz/sid



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