EM-Qualifikation Blamage für Italien, Erfolg für Rehhagel

Weltmeister Italien hat sich 55 Tage nach dem Triumph von Berlin bis auf die Knochen blamiert. Gegen Fußball-Zwerg Litauen kam das Team nur zu einem Remis. Klare Siege feierten dagegen England und Vize-Weltmeister Frankreich. Otto Rehhagel kann sich ebenfalls über drei Punkte freuen.


Hamburg - Italien kam gegen den Weltranglisten-65. Litauen in Neapel nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus und steht vor der Neuauflage des WM-Finals am Mittwoch in Frankreich schon unter Druck. Der Weltmeister war durch Tomas Danilevicius (21.) in Rückstand geraten, doch Stürmer Filippo Inzaghi (29.) rettete den Gastgebern wenigstens einen Punkt in der Gruppe B. Dabei war die Elf des neuen Trainers Roberto Donadoni mit zehn WM-Teilnehmern ins Spiel gegangen, einzig Antonio Cassano war neu im Team. Doch gerade in der Offensive machte sich das Fehlen von Francesco Totti, Luca Toni, Alessandro Del Piero und Vincenzo Iaquinta, die noch nicht wieder in bester körperlicher Verfassung sind, bemerkbar.

Der deutsche Coach Klaus Toppmöller unterlag mit Georgien Frankreich klar 0:3 (0:2). Die Treffer erzielten Florent Malouda (7.) und Louis Saha (15.), bevor kurz nach der Pause der Georgier Malchaz Asatiani (46.) mit einem Eigentor den Endstand herstellte.

Tabellenführer der Gruppe B ist jedoch Schottland. Die "Bravehearts" legten dank des 6:0 (5:0) gegen die Färöer einen Traumstart hin. Es war der höchste Sieg der Schotten seit 37 Jahren, damals wurde Zypern 8:0 geschlagen. Vor 50.103 Zuschauern im Celtic Park zeichnete sich Kris Boyd (24. per Elfmeter und 38.) als zweifacher Torschütze aus. Die weiteren Tore erzielten Darren Fletcher (7.), James McFadden (10.), Kenny Miller (30. per Elfmeter) sowie Garry O'Connor (85.).

In der Gruppe E demontierte England Andorra 5:0 (3:0). Für den herausragenden Start sorgten jeweils zwei Tore von Peter Crouch (5., 67.) und Jermaine Defoe (38., 47) sowie ein Treffer von Liverpools Kapitän Steven Gerrard (13.).

An einer Blamage schrammten die Niederlande (Gruppe G) beim 1:0 (1:0) in Luxemburg dank des Treffers von Joris Mathijsen, Neuzugang beim Hamburger SV, gerade noch vorbei.

Mühe hatten auch Otto Rehhagels EM-Helden beim 1:0 (0:0) in Moldawien. Joker Nikos Liberopoulos (79.) die Griechen (Gruppe C) mit seinem Siegtreffer gerade noch vor einer ähnlichen Enttäuschung wie vor zwei Jahren in der WM-Qualifikation (1:3 in Albanien). Gruppengegner Bosnien-Herzegowina setzte sich 5:2 (3:1) in Malta durch. Die Tore für das Team vom Balkan erzielten der Bundesliga-Profi Sergej Barbarez (4.), Mirko Hrgovic (10., 45.+1) und Zlatan Muslimovic (48., 50.). Für Malta trafen Page (7.) und Mifsud (85.).

WM-Teilnehmer Polen musste in der Gruppe A eine überraschende 1:3-Heimniederlage gegen Finnland hinnehmen. Routinier Jari Litmannen traf zwei Mal für die Finnen. Nikola Zigic war Serbiens Matchwinner vor 40.000 Fans in Belgrad beim 1:0 gegen Aserbaidschan.

In der deutschen Gruppe D avancierte David Lafata im ersten Spiel der Tschechen nach dem Rücktritt von Superstar Pavel Nedved zum Matchwinner. In der 75. Minute eingewechselt, war der Angreifer des FK Jablonec bereits eine Minute später gegen Wales zur Stelle. Und in der Schlussminute erzielte er den Siegtreffer, nachdem Martin Jiranek zwischenzeitlich ein Eigentor unterlaufen war (85.).

Für die Slowakei, der übernächste Gegner der DFB-Auswahl am 11. Oktober, trafen unterdessen in Bratislava der Nürnberger Marek Mintal (33. und 56.) und Filip Sebo (43. und 48.) je zweimal. Auch der Wolfsburger Miroslav Karhan (52.) und Martin Skrtel (9.) trugen sich in die Torschützenliste gegen Zypern ein. Yiasemakis Yiasemi (90.) sorgte für den Ehrentreffer.

goe/pav



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