EM-Qualifikation Deutschland holt lockeren Sieg gegen Kasachstan

Die deutsche Nationalmannschaft hat auch nach dem Spiel gegen Kasachstan eine makellose Bilanz in der EM-Qualifikation. Gegen den Außenseiter vergab das Team von Bundestrainer Löw zunächst zwar jede Menge guter Chancen - doch Klose, Podolski und Gomez sicherten mit ihren Toren den Erfolg.

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Hamburg - Keine drei Minuten waren gespielt, da ging das deutsche Team durch Miroslav Klose gegen Kasachstan in Führung. Nach Stationen über Mesut Özil und Lukas Podolski setzte sich der Bayern-Stürmer vor dem Tor gekonnt durch und schloss die sehenswerte Kombination zum 1:0 ab. Alles lief nach Plan. Kleiner Schönheitsfehler: Vorangegangen waren 45 torlose Minuten in Astana, Kloses Treffer, bereits sein 58. im Nationaltrikot, fiel erst kurz nach Wiederanpfiff.

Zuvor hatte die deutsche Nationalmannschaft zwar erwartungsgemäß das Spiel gegen die vom deutschen Trainer Bernd Storck betreuten Kasachen bestimmt, vor dem Tor aber reihenweise gute Chancen nicht genutzt. Auch in der zweiten Hälfte blieb die Abschlussschwäche das große Manko vom Team von Bundestrainer Joachim Löw. Der eingewechselte Mario Gomez erzielte immerhin noch das 2:0 (76. Minute), erneut hatte Podolski aufgelegt. Der Kölner traf nach sehenswertem Alleingang zum 3:0 (0:0)-Endstand (85.).

"Wir haben die Aufgabe gelöst. Wir haben die drei Punkte gemacht und haben eine glänzende Bilanz. Das stellt mich zufrieden", fasste Löw den Abend aus seiner Sicht zusammen. "Was die Mannschaft in diesem Pflichtspiel-Jahr geleistet hat, ist sensationell", so der Bundestrainer weiter. Mit der optimalen Ausbeute von 12 Punkten aus vier Spielen führt die DFB-Auswahl weiter die Gruppe A an.

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DFB vs. Kasachstan: Klose trifft erneut, Gomez endlich wieder
Bereits vor dem Anpfiff des vierten Spiels in der Qualifikation zur EM 2012 stand die Partie ob der Eckdaten als eine der besonderen in der deutschen Länderspiel-Historie fest: 4000 Kilometer Anreise hatte der DFB-Tross auf sich nehmen müssen, vier Stunden Zeitverschiebung musste man verkraften, statt auf Gras wurde auf Kunstrasen gespielt. Doch das alles schien die deutsche Mannschaft, die mit der identischen Formation wie vier Tage zuvor gegen die Türkei auf den Platz ging, nicht zu stören. Von Beginn an dominierte sie das Spiel. Den ersten Torschuss gab nach sechs Minuten Podolski ab, doch mit seinem schwächeren rechten Fuß schoss der Kölner von der Strafraumgrenze weit über das Tor. Özil und Thomas Müller kamen kurz darauf zu spät oder schossen knapp am Tor vorbei.

Doch nach diesen hektischen Anfangsminuten aus kasachischer Sicht brachte die Mannschaft, die in der Fifa-Weltrangliste nur den 126. Platz belegt, mehr Sicherheit in ihr Spiel und überraschte die deutsche Elf mit schnellem Direktpassspiel in die Spitze. Doch weiter als 30 Meter vor das deutsche Tor kamen die Gastgeber nicht, zu ungenau und überhastet war meist der letzte Pass.

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DFB-Einzelkritik: Klose eiskalt, Müller gedankenlahm
Klose hatte dann in der 16. Minute die große Chance zur Führung: Nach einer Flanke von Müller köpfte der Bayern-Stürmer aber aus zehn Metern übers Tor. Kurz darauf blockte Verteidiger Renat Abdulin einen Özil-Schuss aus kurzer Distanz.

Khedira trifft die Latte, Klose zum 1:0

Was den Ballbesitz und die Torchancen anging, war das Löw-Team spätestens ab Mitte der ersten Halbzeit deutlich überlegen. Doch egal wer den Abschluss suchte - der Ball fand nicht ins Ziel. So scheiterte Toni Kroos ebenso wie Özil, der frei vor Keeper Andrei Sidelnikov zu lange zögerte.

Der Torhüter der Kasachen verhinderte auch zehn Minuten vor der Pause die Führung durch Kroos nach einem Distanzschuss. Den Abpraller nahm Özil direkt, doch der Ball ging am Tor vorbei. Auch Sami Khedira scheiterte nach 35 Minuten nur knapp, als er selbst den Angriff einleitete und dann mit einem wuchtigen Kopfball neben das Tor zielte. Nach einer Faustabwehr von Sidelnikov nur Sekunden später war erneut der Mittelfeldspieler von Real Madrid mit dem Kopf zur Stelle, diesmal sprang der Ball von der Latte ins Aus.

Kurz nach Wiederanpfiff schaffte es dann Klose, eine der zahlreichen Chancen zu verwerten, musste aber danach mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden. Nach dem Spiel wurde er von den Teamärzten in der Kabine behandelt. Eine weitere Untersuchung soll nach Angaben des DFB am Mittwoch in München folgen. "Ich weiß noch nicht, was es ist", so Klose.

Auf Seiten der Kasachen spielte sich derweil ein Mann immer mehr in den Vordergrund: Heinrich Schmidtgal, in Deutschland beim Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen unter Vertrag, hatte die besten Chancen für den Außenseiter. In der 52. Minute ging sein Kopfball noch über das Tor, fünf Minuten später war es nur einer starken Parade von DFB-Keeper Manuel Neuer zu verdanken, dass es beim 1:0 blieb. Der Schalker hatte den harten Schuss gerade noch aus dem kurzen Eck fausten können.

Gomez und Podolski machen in Hälfte zwei alles klar

Doch insgesamt war die deutsche Nationalmannschaft weiter klar tonangebend, allein die schwache Chancenverwertung verhinderte auch in Hälfte zwei einen deutlich höheren Sieg. Müller, Özil und Podolski kombinierten sich immer wieder in aussichtsreiche Positionen, warteten aber meist zu lang, so dass sich die kasachische Abwehr formieren konnte, oder die Angreifer verstrickten sich in zu komplizierte Passstafetten. Nach Doppelpass mit Podolski gelang dem zuletzt oft so unglücklich agierenden Gomez dann doch noch das 2:0.

"Natürlich habe ich mich über mein Tor sehr gefreut", sagte Gomez nach dem Spiel. "Es war ein wichtiges Tor, es hat Ruhe reingebracht. Für mich persönlich war es ein schönes Erlebnis."

Zwar setzten die Kasachen auch in der Schlussphase weiter auf ihre schnell vorgetragenen Konter, doch in der Abwehr merkte man dem Team nun die Erschöpfung an. Die Räume für die deutschen Angreifer wurden immer größer, Podolski nutzte diesen Platz für einen Alleingang zum 3:0.

Kasachstan - Deutschland 0:3 (0:0)
0:1 Klose (48.)
0:2 Gomez (76.)
0:3 Podolski (85.)
Kasachstan: Sidelnikow - Irismetow (68. Roschkow), Popow, Kirow - Nurgalijew (63. Awertschenko), Jasowski , Geterijew, Schmidtgal - Schumaskalijew - Kischnitschenko (79. Finontschenko)
Deutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker, Badstuber, Westermann - Kroos, Khedira - Müller (71. Marin), Özil (79. Cacau), Podolski - Klose (55. Gomez)
Schiedsrichter: Tudor (Rumänien)
Zuschauer: 20.000
Gelbe Karten: Abdulin, Irismetow

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Seite 1
Kanzla87 02.09.2010
1.
Belgien: Eine Mannschaft der Unbekannten, ohne große Namen - dafür aber große Stolpergefahr für Deutschland. Türkei: Sicherlich so ziemlich der unangenehmste Gegner, den man sich wünschen kann. Kampfstark und technisch beschlagen - es werden hitzige Duelle. Aserbaidschan: "Es gibt keine Kleinen mehr" lasse ich nicht gelten. Hier muss ein klarer Sieg her! Österreich: Vielleicht der Geheimfavorit der Gruppe. Haben schon oft bewiese, große Gegner ärgern zu können. Enge Sache. Kasachstan: Hier müssen 2x3 Punkte her, wenn man sich Qualifizieren will. Könnten jedoch die eine oder andere Überraschung parat haben. Fazit: Schwere Gruppe, die ersten vier Mannschaften werden eng beieinander liegen - hoffentlich mit gutem Ende für den DFB.
LocoGrande 02.09.2010
2.
Gegen Österreich und Türkei je 4 Punkte Gegen alle anderen je 6 Punkte. Gruppensieg vor der Türkei. Das muss der Anspruch sein.
gelegenheitsposter, 02.09.2010
3. nie wieder Angsthasenfussball
Moin, jetzt brauchen wir noch keine Vizekapitän, der den Angsthasenfussball gegen Spanien vergessen macht. 2006 gab es die Achse Ballack/Frincks, die eine Mannschaft stabilisiert hat .... Frincks war leider im entscheidenden Moment gesperrt weil er einem Argentinier das Kinn poliert hat .... Aber das ist immer noch besser als der Angsthasenfussball der Nationalmannschaft gegen Spanien 2010 .... Die Euphorie nach den Siegen gegen England und Argentinien ist unbegründet, wenn auch für den Moment sehr berauschend. Argentinien hatte schon Probleme in der Qualifikation .... und Englands Swingerclub war doch durch den Wind ... Beide Mannschaften waren doch aus der Spur. Der Umgang mit Frincks und Ballack ist erst gerechtfertigt wenn die Krabbelgruppe sich gegen einen ernstzunehmenden Gegner in guter Verfassung (also nicht Argentinien und England 2010) ... durchsetzt, egal wie .... Es wäre schade wenn Völler der letzte Bundestrainer mit Finalteilnahme und ohne Bundesverdienstkreuz bliebe ....
Umberto, 02.09.2010
4.
Zitat von Kanzla87Belgien: Eine Mannschaft der Unbekannten, ohne große Namen - dafür aber große Stolpergefahr für Deutschland. Türkei: Sicherlich so ziemlich der unangenehmste Gegner, den man sich wünschen kann. Kampfstark und technisch beschlagen - es werden hitzige Duelle. Aserbaidschan: "Es gibt keine Kleinen mehr" lasse ich nicht gelten. Hier muss ein klarer Sieg her! Österreich: Vielleicht der Geheimfavorit der Gruppe. Haben schon oft bewiese, große Gegner ärgern zu können. Enge Sache. Kasachstan: Hier müssen 2x3 Punkte her, wenn man sich Qualifizieren will. Könnten jedoch die eine oder andere Überraschung parat haben. Fazit: Schwere Gruppe, die ersten vier Mannschaften werden eng beieinander liegen - hoffentlich mit gutem Ende für den DFB.
Das ist bei der Mannschaft jeden Landes so, wenn man sich dafür nicht interessiert, also auch nicht damit beschäftigt.
Küchenbulle2010 02.09.2010
5.
Zitat von gelegenheitsposterMoin, jetzt brauchen wir noch keine Vizekapitän, der den Angsthasenfussball gegen Spanien vergessen macht. 2006 gab es die Achse Ballack/Frincks, die eine Mannschaft stabilisiert hat .... Frincks war leider im entscheidenden Moment gesperrt weil er einem Argentinier das Kinn poliert hat .... Aber das ist immer noch besser als der Angsthasenfussball der Nationalmannschaft gegen Spanien 2010 .... Die Euphorie nach den Siegen gegen England und Argentinien ist unbegründet, wenn auch für den Moment sehr berauschend. Argentinien hatte schon Probleme in der Qualifikation .... und Englands Swingerclub war doch durch den Wind ... Beide Mannschaften waren doch aus der Spur. Der Umgang mit Frincks und Ballack ist erst gerechtfertigt wenn die Krabbelgruppe sich gegen einen ernstzunehmenden Gegner in guter Verfassung (also nicht Argentinien und England 2010) ... durchsetzt, egal wie .... Es wäre schade wenn Völler der letzte Bundestrainer mit Finalteilnahme und ohne Bundesverdienstkreuz bliebe ....
Wenn man schon meckert, sollte man auch die Fakten kennen. Es gibt überhaupt nur EINEN ehemaligen Bundestrainer, der kein Bundesverdienstkreuz bekommen hat. Sein Name: Erich Ribbeck.
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