EM-Qualifikation Niederlande und Italien geben Punkte ab

Mit späten Toren haben die Niederlande und Italien Niederlagen in der EM-Qualifikation abgewendet. Für Oranje wird es auf dem Weg zur Euro 2016 in Frankreich trotzdem eng, der Rückstand in der Tabelle wird immer größer.

Torschütze Sneijder: Punkt gerettet
AFP

Torschütze Sneijder: Punkt gerettet


Hamburg - Ohne die verletzten Arjen Robben und Robin van Persie hat die Niederlande erst in der Nachspielzeit die dritte Niederlage in der EM-Qualifikation verhindern können. In der Gruppe A steht Oranje nach dem 1:1 (0:1)-Unentschieden gegen die Türkei weiterhin auf dem dritten Platz und muss um die Teilnahme an der EM 2016 in Frankreich bangen. Tschechien und Island sind in der Tabelle enteilt, die "Elftal" könnte es aber noch über die Play-Offs der Tabellendritten schaffen. Ob mit Trainer Guus Hiddink, ist nach diesem Spiel unsicher.

Für die Türken traf Burak Yilmaz (37. Minute). Im zweiten Durchgang drängten die Gastgeber auf den Ausgleich, erstklassige Torchancen spielte sich Hiddinks Team aber nicht heraus. Das änderte sich auch nicht, als der Wolfsburger Bas Dost zu seinem Länderspiel-Debüt kam und im Angriff an der Seite von Schalkes Klaas-Jan Huntelaar spielte. In der Nachspielzeit schoss Wesley Sneijder aus der zweiten Reihe und hatte Glück, weil Huntelaar den Ball unhaltbar für den türkischen Torhüter Volkan abfälschte.

Außenseiter Island feierte mit dem 3:0 (2:0) gegen Kasachstan den vierten Sieg im fünften Gruppenspiel. Eidur Gudjohnsen (20.) und Birkir Bjarnason (32./90.) trafen für das Team von Trainer Lars Lagerbäck, das mit zwölf Punkten den zweiten Tabellenplatz hält. Island hatte bereits in der Ausscheidung zur WM 2014 in Brasilien aufhorchen lassen, als das Team erst in der Relegation an Kroatien gescheitert war.

Tabellenführer bleibt Tschechien. Das Team von Trainer Pavel Vrba enttäuschte allerdings und kam nur durch ein spätes Tor von Vaclav Pilar (90.) zu einem 1:1 (0:1) gegen Lettland.

Gruppe B: Bale und Dzeko entscheiden ihre Spiele

Die WM-Teilnehmer Belgien und Bosnien-Herzegowina haben nach ihren Fehlstarts in der Gruppe B die Chancen auf eine EM-Teilnahme gewahrt. Der bosnischen Mannschaft gelang nach zwei Unentschieden und zwei Niederlagen der erste Sieg überhaupt in der Qualifikation. Nach dem 3:0 (1:0) gegen Andorra beträgt der Rückstand auf den Zweitplatzierten Israel aber immer noch vier Punkte. Die Tore für Bosnien erzielte Edin Dzeko (13./49./62.)

Für das belgische Team sieht es nach dem 5:0 (2:0)-Sieg gegen Zypern noch besser aus. Mit acht Punkten liegt das Team von Trainer Marc Wilmots auf Rang drei, hat bei drei Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Wales aber noch ein Spiel mehr zu absolvieren. In Brüssel sorgten Marouane Fellaini (21.) und Christian Benteke (35.) für die frühe Entscheidung. Im zweiten Durchgang trafen erneut Fellaini von Manchester United (66.), Eden Hazard (67.) und Michy Batshuayi (80.).

Zuvor hatte Wales die gute Form der ersten Spiele bestätigt und ist auf dem Weg, sich zum ersten Mal in seiner Geschichte für eine Europameisterschafts-Endrunde zu qualifizieren. Die Waliser übernahmen nach einem 3:0 (1:0)-Sieg in Israel die Tabellenführung vor den Gastgebern. Die Tore für den Außenseiter erzielten mit Aaron Ramsey (45. Minute) und Gareth Bale (50./77.) die beiden großen Stars der Mannschaft. Israel musste nach der Gelb-Roten Karte für Eitan Tibi (51.) in Unterzahl spielen.

Gruppe H: Eder rettet Italien einen Punkt

In der Gruppe H hat Italien die erste Niederlage durch ein spätes Tor des eingewechselten Debütanten Eder abgewendet und als Tabellenzweiter immer noch eine gute Ausgangsposition. Die Italiener spielten mit dem Dortmunder Ciro Immobile in der Startelf 2:2 (1:2) in Bulgarien. Die Gäste gingen durch ein Eigentor von Yordan Minev früh in Führung (3.), doch der Außenseiter fand schnell zurück ins Spiel. Ivelin Popov sorgte für den Ausgleich (11.), der Karlsruher Stürmer Ilian Micanski traf kurz darauf zum 2:1. Der gebürtige Brasilianer Eder rettete mit seinem Tor immerhin einen Punkt (84.).

Kroatien bleibt nach dem deutlichen 5:1 (1:0)-Sieg über Norwegen an der Tabellenspitze. Für die Kroaten trafen die beiden Bundesliga-Profis Ivan Perisic (54.) und Ivica Olic (66.), den Führungstreffer hatte Marcelo Brozovic erzielt (30.). Nach dem dritten Treffer verschoss der Hoffenheimer Tarik Elyounoussi einen Foulelfmeter (69.), der Verursacher Vedran Corluka sah kurz darauf Gelb-Rot (74.). Alexander Tettey gelang der Ehrentreffer (81.), in der Schlussphase machten Gordon Schildenfeld (87.) und Danijel Pranjic (90.) den Kantersieg perfekt.

Bei den Norwegern standen auch der Mönchengladbacher Haavard Nordtveit sowie Per Skjelbred (Hertha BSC) und Mats Møller Dæhli (SC Freiburg) in der Startelf. Der 17-Jährige Martin Ødegaard (Real Madrid) spielte im Angriff der Skandinavier durch.

krä

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Seite 1
knok 29.03.2015
1. Die Niederländer und Italiener
werden es schaffen, und das hoffe ich auch. Vielleicht wird es aber tatsächlich nur auf dem langen Weg gehen. Die Gruppe der Niederländer ist schwierig und spannend. Würde es den Tschechen auch gönnen, sie haben eine ganz gute Mannschaft. Island (und Slowakei und Wales) sowieso, immer schön Neulinge zu sehen. Aber nochmal, man darf das alles nicht zu hoch hängen, die derzeit zwei besten Teams Europas (DE+NL) kriseln ebenso wie Spanien, Italien und der Gastgeber Frankreich.
stefan1904 29.03.2015
2.
Da sich dieses Mal 24 statt 16 Teams qualifizieren können, würde ich mir da keine Sorgen machen.
dr.joe.66 29.03.2015
3. Die Engländer gewinnen sowieso :-)
Laut des intelligentesten Fußballers Europas ist der EM-Titel ja wohl längst vergeben. Wie bei jeder WM und jeder EM werden alle die Hosen voll haben, wenn sie gegen England spielen müssen. England wird mal wieder nach Belieben zum Titel spazieren. Meint zumindest Wayne Rooney. Aber man muss zugeben, mit der Wahnsinns-Quote der letzten 50 Jahre seit 1966 (1x WM-Vierter 1990, 1x EM-Dritter 1968, 1x EM-Halbfinale 1996) werden die Engländer auch 2016 nicht zu stoppen sein. muahahahaha
bratwurst007 29.03.2015
4.
Zitat von knokwerden es schaffen, und das hoffe ich auch. Vielleicht wird es aber tatsächlich nur auf dem langen Weg gehen. Die Gruppe der Niederländer ist schwierig und spannend. Würde es den Tschechen auch gönnen, sie haben eine ganz gute Mannschaft. Island (und Slowakei und Wales) sowieso, immer schön Neulinge zu sehen. Aber nochmal, man darf das alles nicht zu hoch hängen, die derzeit zwei besten Teams Europas (DE+NL) kriseln ebenso wie Spanien, Italien und der Gastgeber Frankreich.
Ich verstehe dieses ganze Geseiere auch immer nicht. Es gibt KEINE einzige Qualifikation, in der nicht mindestens eine der "großen" Fußballnationen ein bisschen schwächelt, um sich am Ende trotzdem mehr oder weniger souverän zu qualifizieren. Deshalb sollte man diesen Qualifikations-Unsinn auch abschaffen und einfach alle teilnehmen lassen. Dann wird auch nicht ständig der Ligenbetrieb unterbrochen. Seit RTL kann man das ja nicht mehr Mal nebenbei mitlaufen lassen...
Spanier.cs 29.03.2015
5.
Ich teile überhaupt nicht die Meinung des Autors. Die Niederlande waren gestern ganz klar die spielbestimmende Mannschaft, der aufgrund von Verletzungsproblemen (van Persie und Robben) vorne die Kreativität fehlt. Der niederländische Verband wird Hiddink auch nicht nach 3 verlorenen Spielen absägen. Die Niederlande müssen nun gegen Island und Tschechien gewinnen und dann noch die Mehrzahl der anderen Rückspiele, zugegeben. Dennoch sollte dies kein Problem sein.
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