Knapper Sieg gegen Georgien Deutschland quält sich zur Europameisterschaft

Überzeugend war es nicht, aber es hat gereicht: Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat sich mit einem 2:1-Sieg gegen Georgien für die EM in Frankreich qualifiziert. Max Kruse erzielte den entscheidenden Treffer drei Minuten nach seiner Einwechslung.

DPA

Die Effizienz fehlte erneut, doch diesmal gewann das Team von Bundestrainer Joachim Löw trotzdem. Gegen Georgien vergab die deutsche Fußballnationalmannschaft zahlreiche Chancen, konnte aber dank der Tore von Thomas Müller (Foulelfmeter, 50. Minute) und Max Kruse (79.) trotzdem jubeln. Im letzten Spiel der EM-Qualifikation reichte das für einen 2:1-(0:0)-Sieg und Platz eins in der Gruppe D.

"Es ist schwer gegen solche Gegner zu spielen, die sich mit elf Mann hinten reinstellen. Aber irgendwas müssen wir uns auch einfallen lassen", sagte Matchwinner Kruse. Torhüter Manuel Neuer ergänzte: "Im Training schießen wir 50 Tore, und nun tun wir uns so schwer gegen so eine Mannschaft. Wir machen uns das Leben schwer."

Polen siegte ebenfalls 2:1 gegen Irland und ist damit auch für die EM qualifiziert. Irland muss in die Playoffs.

Löw hatte seine Startelf im Vergleich zum Irland-Spiel (0:1) nur auf einer Position verändert. Für den verletzten Mario Götze spielte André Schürrle im Sturm.

Die deutsche Mannschaft wirkte von Beginn an engagiert und erspielte sich zahlreiche Chancen. Die erste hatte Müller bereits in der dritten Minute, Georgiens Torwart Nukri Revishvili parierte sicher. Fünf Minuten später verpasste erneut Müller nach einem Freistoß von Toni Kroos die Gelegenheit zur Führung.

Dann kam Marco Reus. Der Profi von Borussia Dortmund hatte seine erste große Gelegenheit in der 13. Minute: Nach einer sehenswerten Kombination von Müller und Mesut Özil lief Reus frei auf das Tor der Gäste zu, schoss aber deutlich drüber.

In den folgenden rund 30 Minuten der ersten Hälfte vergab Reus drei weitere gute Gelegenheiten, die beste in der 31. Minute, als er nach einem Steilpass von Ilkay Gündogan wiederum frei vor Revishvili auftauchte und rechts am Tor vorbeizielte. In der 27. Minute hatte die deutsche Mannschaft Glück, als Manuel Neuer gegen Tornike Okriashvili mit einer Glanztat das 0:1 verhinderte.

Georgien drehte nach Ausgleich auf

Direkt nach der Pause fielen die Tore dann: Erst erzielte Müller die Führung für das DFB-Team. Özil hatte gegen Jaba Kankava einen Elfmeter herausgeholt, Müller verlud Okriashvili und verwandelte sicher (50.).

Doch nur drei Minuten später glich Georgien aus. Eine Kopfballabwehr von Jonas Hector landete zentral vor dem Strafraum, Kankava zog volley ab und traf zum Ausgleich (53.).

Danach wirkte die deutsche Mannschaft verunsichert. Die Georgier erspielten sich unmittelbar nach ihrem Treffer zwei weitere Gelegenheiten. Erst setzte sich Valeri Kazaishvili nach einem Konter im Strafraum gegen Jonas Hector durch und schoss über das Tor (57.). Drei Minuten später parierte Neuer wie in der ersten Hälfte stark gegen Okriashvili.

Eine Viertelstunde vor Schluss wechselte Löw: Für den enttäuschenden Schürrle kam Kruse. Und der Joker brauchte nur drei Minuten, um den entscheidenden Treffer des Abends zu erzielen. Nach sehenswerter Vorarbeit von Özil zog der Profi vom VfL Wolfsburg direkt ab und traf ins linke Eck (79.).

Der Bundestrainer war trotz des Sieges nicht zufrieden. "Das ist nicht unser Standard, wie wir gespielt haben", sagte Löw bei RTL. "Wir können heute das gleiche Lied singen wie gegen Irland." Es komme ein gewisser Frust auf, wenn man nicht frühzeitig in Führung gehe.

Deutschland - Georgien 2:1 (0:0)
1:0 Müller (50., Foulelfmeter)
1:1 Kankava (53.)
2:1 Kruse (79.)
Deutschland:
Neuer (29 Jahre/62 Länderspiele) - Ginter (21/7), Boateng (27/56), Hummels (26/43), Hector (25/9) - Gündogan (24/15), Kroos (25/62) - Müller (26/67, Özil (26/70), Reus (27/27) ab 90. Bellarabi (25/10) - Schürrle (24/49) ab 76. Kruse (27/14).
Georgien: Revishvili (28/28) - Kverkvelia (23/12), Amisulashvili(33/43), Kashia (28/26) - Lobjanidze (28/45), Navalovsky (29/9) - Kankava (29/58), Kvekveskiri (23/2) ab 76. Minute Khizanishvili/ (34/94) - Kasaishvili (22/11) ab 90. Kobakhidze (28/29), Okriashvili (23/26) - Gelashvili (30/25) ab 46. Vatsadze (26/13).
Schiedsrichter: Pavel Kralovec (Tschechien)
Zuschauer: 43.630 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Hummels - Nawalowsky, Rewischwili, Okriaschwili

cte



insgesamt 54 Beiträge
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tmhamacher1 11.10.2015
1. Schlecht gespielt!!!
Das ist nix! Wie kann man eine EM-Quali an die Labertaschen von RTL vergeben? Der Rest folgte: Alles Käse!!!
megamekerer 11.10.2015
2. Eins ist sicher, Deutschland ist nicht EM tauglich!
Wie die Deutschen spielen, zieht aus ob sie die Zuschauer veräppeln wollen! So kurz vor dem Tor so viele unnötige kurze Pässe, was soll das?! Anscheinend haben die Deutschen kein Mut aufs Tor zu schiessen, und so werden sie in 1/4 Finale der EM ausscheiden!
spon-3zk-ln5i 11.10.2015
3. Wer hat denn überhaupt überzeugt,
von Neuer mal abgesehen? Die Frage stellte sich schon gegen Irland. U21 bitte übernehmen. Warum haben Ginter und Hector Angst vor der Außenlinie?
judas30 11.10.2015
4. Taktische Mängel..
..waren heute leider deutlich zu sehen. Joachim Löw moniert die mangelnde Durchsetzungskraft auf den Außenpositionen aber lässt die Linien nicht besetzen! Wer wenn nicht er könnte seinen Spielern dieses Mittel den Gegner zu knacken an die Hand geben! Sauber zur Grundlinie durchspielen und dann die Räume im Strafraum besetzen! Es wäre nicht schwer das umzusetzen! Mit diesem Klein-Klein-Spiel durch die Mitte macht er seiner Mannschaft das Leben schwer!
checkitoutple 11.10.2015
5. Trotz Jogi zur EM
Der mit Abstand schlechtesten Bundestrainer aller Zeiten hat mal wieder Glück gehabt. Wie schafft er es aus diesem Team mit so grossen Potential sogar nichts herauszuholen. Er der offensichtlich keinerlein Fuehrunrungs Qualität besitzt kann sich zwar auf die gute Arbeit in den Vereinen verlassen versagt aber total in der Zusammenstellung der Mannschaft. Schon bei der WM hat ihn nur die Oeffendliche Meinung gerettet indem er dann Lahm auf die Verteidiger Position zurückbeordert hat was dieser ja dann mit seinem Beleidigten Rücktritt beantwortete. Daran kann man klar sehen wer die Macht im Team hatte, jetzt ohne Lahm hat er dann den letzten verloren der ihm das Team aufstellen kann.
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