EM-Qualifikation Die neuen Fußballnationen - Österreich und Island

Die europäische Fußballwelt ist durcheinander geraten: Österreich und Island haben sich vorzeitig für die EM qualifiziert, die Niederlande müssen wohl zugucken. Der Überblick.

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Seit 1960 wird die Fußball-Europameisterschaft ausgespielt, 14 Turniere gab es bislang, nur ein einziges Mal war Österreich dabei - das war aber auch gar nicht zu vermeiden gewesen. Als Co-Gastgeber neben der Schweiz waren die Österreicher 2008 automatisch gesetzt. Ansonsten war die Qualifikation regelmäßig eine Nummer zu groß für das Team Austria.

Jetzt hat sich die Mannschaft durch ein imposantes 4:1 gegen Schweden bereits zwei Spieltage vor Quali-Ende die Teilnahme an der EM kommendes Jahr in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli 2016) gesichert. Als eines von bisher erst vier Teams hat man die sportliche Qualifikation geschafft, früher als Spanien, früher als Italien und vor allem: früher als Deutschland.

Österreich und Island stehen als EM-Teams neben England, Tschechien und Gastgeber Frankreich schon fest, Nordirland und Wales werden so gut wie sicher dazukommen, die Slowakei wohl auch. Alle diese Mannschaften - bis auf die Österreicher - waren noch nie bei einer Europameisterschaft vertreten.

Griechenland und Serbien sind die Schlusslichter

Dagegen dümpeln Griechenland (drei Punkte) und Serbien (ein Punkt) auf den letzten Plätzen ihrer Gruppen herum, beide haben 14 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze. Die Niederlande, Dritte der WM im Vorjahr, liegen auf Platz vier ihrer Gruppe hinter Island, Tschechien und der Türkei. Was für ein Desaster für das Land von Johan Cruyff, Dennis Bergkamp und Marco van Basten.

Es wird in Frankreich auch die üblichen Verdächtigen geben: Deutschland, Spanien, Italien, Portugal - sie werden sich auch dank des großzügigen Qualifikationsmodus' keine Sorgen um ihre Teilnahme mehr machen müssen. Ob Gruppensieger oder Gruppenzweiter: Das ist dank der von Uefa-Boss Michel Platini geschaffenen Teilnehmer-Inflation auf nun 24 Endrundenteams nicht mehr die Frage. Dabei sein werden jeweils beide. Und selbst wer auf Rang drei der Gruppe liegt, wie derzeit die Schweden oder die Türken, hat noch gute Aussichten auf die Teilnahme.

Einen Überblick über den aktuellen Stand in der Qualifikation in Bildern erhalten Sie hier.

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wastl300 09.09.2015
1. Cordoba schon vergessen?
Wenn da nicht die WM in Argentinien gewesen ist. Krankl ... Toooor 14 Turniere gab es bislang, nur ein einziges Mal war Österreich dabei - das war aber auch gar nicht zu vermeiden gewesen. So unbedarft ist der österreichische Fußball auch wieder nicht.
Larnaveux 09.09.2015
2.
Gratulation an Österreich! Und auch an die anderen qualifizierten Länder. Im Übrigen gab es schon immer Überraschungen während vergangener Qualifikationen. Teams wie Österreich und Island werden nun für ihre gute Arbeit belohnt, "größere" Nationen für Schlamperei bestraft (und auch da gab es immer schon in den früheren Qualifikationen immer Ausfälle namhafter Länder). Wichtig ist nun, diesen Erfolg zu konservieren und das Niveau zu halten, und das ist oftmals aufstrebenden Ländern langfristig nicht gelungen. Insofern halte ich es für falsch, bei dieser Qualifikation von einem grundsätzlichen Wandel zu sprechen. Der tritt erst dann ein, wenn dauerhaft bei großen Wettkämpfen andere Nationen in den Endspielen auftreten. Griechenland (vielleicht auch Dänemark) ist diesbezüglich bis heute eine Eintagsfliege. Und auch weltweit wird ja darüber gesprochen, dass die weißen Flecken auf der Landkarte verschwinden, doch letztendlich ist bei den Weltmeisterschaften festzustellen, dass es seit 1966 nur zwei Länder geschafft haben, sich neu in Endspiele zu bringen (Frankreich und Spanien). Bei Europameisterschaften ist die Statistik etwas verteilter, dennoch tauchen auch hier regelmäßig die großen Nationen vorne auf. Schauen wir mal, wie sich alles weiterentwickelt.
Pless1 09.09.2015
3. Qualifikation mit früher nicht vergleichbar
Nur so zu Erinnerung: In Frankreich werden erstmals 24 Nationen teilnehmen. Gegenüber 16 Mannschaften früher eine Steigerung um 50%. Das hat nicht nur, wie im Artike genannt, Einfluss auf die Vorrunde innerhalb des Turniers sondern insbesondere auch auf die jetzt in die entscheidende Phase tretende Qualifikation. Und deshalb verwundert es weit weniger, wenn sich plötzlich Teams qualifizieren, die zuvor nie eine Rolle spielten. Die einzige faustdicke Überraschung ist das mögliche Scheitern der Elftaal. Griechenland und Serbien sind nun wirklich keine Fußballriesen, daran ändert auch der Sensationstriumph unter Otto Rehagel nichts, der sich als fußballerisches Strohfeuer entpuppte.
Larnaveux 09.09.2015
4.
Zitat von wastl300Wenn da nicht die WM in Argentinien gewesen ist. Krankl ... Toooor 14 Turniere gab es bislang, nur ein einziges Mal war Österreich dabei - das war aber auch gar nicht zu vermeiden gewesen. So unbedarft ist der österreichische Fußball auch wieder nicht.
Was genau möchten Sie damit jetzt ausdrücken? Aber immerhin kann man sagen, dass Österreich tatsächlich einst deutlich bessere Zeiten erlebt hat und bislang auch an 7 WM-Endrunden teilnahm, einmal Dritter (1954), einmal Vierter (1934) wurde. Cordoba 1978 ist sicherlich ein großartiges Ereignis gewesen, und Österreich landete unter den besten Acht. Drücken wir also die Daumen, dass Österreich nun wieder regelmäßiger bei großen Turnieren mitspielt. Ich würde mich freuen!
satissa 09.09.2015
5. Österreich und die Niederlande
Zitat von wastl300Wenn da nicht die WM in Argentinien gewesen ist. Krankl ... Toooor 14 Turniere gab es bislang, nur ein einziges Mal war Österreich dabei - das war aber auch gar nicht zu vermeiden gewesen. So unbedarft ist der österreichische Fußball auch wieder nicht.
Österreich: Krankl hat sein Tor bei einer Weltmeisterschaft geschossen (unschwer am Austragungsort Argentinien zu erkennen). Der Artikel handelt von der Europameisterschaft. Niederlande: Die französischen Campingplatzbesitzer haben die Kapazitäten für die Niederländer verdoppelt und jetzt kommen sie nicht zur EM... ,-(
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