EM-Testspiele Österreich enttäuscht, Polen, Frankreich und Tschechien souverän

Seit fünf Spielen sieglos: EM-Gastgeber Österreich kam gegen Nigeria nur zu einem Unentschieden - musste jedoch zuvor einen großen Schock verdauen. Ein Nürnberger Bundesligaprofi traf doppelt, Deutschlands EM-Auftaktgegner siegte gegen Albanien, Frankreich bezwang Ecuador.


Hamburg - Österreich wartet vor der EM im eigenen Land weiter auf ein Erfolgserlebnis. Das Team von Trainer Josef Hickersberger, am 16. Juni in Wien letzter Vorrundengegner der deutschen Elf, kam im vorletzten Test in Graz gegen Nigeria nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus und wartet mittlerweile seit fünf Spielen auf einen Sieg. Roman Kienast brachte vor 15.000 Zuschauern die Gastgeber in der 12. Minute in Führung. Kalu Uche erzielte nur fünf Minuten später den Endstand für die "Super Eagles". Letzter Testgegener vom Team Austria ist am kommenden Samstag ebenfalls in Graz Malta.

Österreichs Torschütze Kienast (l.): Enttäuschendes Remis
AP

Österreichs Torschütze Kienast (l.): Enttäuschendes Remis

Aus dem Trainingslager abreisen musste am Dienstag Österreichs Torhüter Helge Payer von Meister Rapid Wien. Umfangreiche medizinische Untersuchungen hatten einen Teilverschluss von einzelnen Venen im Bauch ergeben. Die Diagnose erfordert laut Mannschaftsarzt Schopp einen sofortigen Therapiebeginn sowie eine längere Pause vom Leistungssport. Payer wird durch Ramazan Özcan von Bundesliga-Aufsteiger 1899 Hoffenheim ersetzt, dem allerdings keine Chancen auf den Stammplatz eingeräumt werden. Hickersberger hatte zuletzt offen gelassen, wer während der EM-Endrunde das Tor der Gastgeber hüten werde. Payer und Jürgen Macho (AEK Athen) sowie Alex Manninger (AC Siena) wechselten sich ab und lagen in der Gunst Hickersbergers gleichauf.

Frankreich bezwang Ecuador in Grenoble durch zwei Tore von Debütant Bafétimbi Gomis 2:0 (0:0). Nationaltrainer Raymond Domenech verzichtete auf den Einsatz von Bundesliga-Profi Franck Ribery (Bayern München), Teamkollege Willy Sagnol wurde in der 74. Minute ausgewechselt. Besonders in der ersten Hälfte hatten die Franzosen einige Probleme. "Joker" Gomis (AS St. Etienne) sorgte 13 Minuten nach seiner Einwechslung für das 1:0 (59. Minute) und schlug vier Minuten vor dem Abpfiff erneut zu. Der Vizeweltmeister testet noch gegen Paraguay und Kolumbien.

Jan Koller hat der tschechischen Nationalmannschaft im vorletzten Testspiel vor der EM einen Sieg beschert. Der Nürnberger Stürmer erzielte beide Treffer zum 2:0 (1:0)-Sieg gegen Litauen in Prag. Für Koller waren es die Länderspiel-Tore Nummer 53 und 54. Nationaltrainer Karel Brückner ließ seine Mannschaft größtenteils in Bestbesetzung antreten. Dabei kam auch der Hamburger David Jarolim von Beginn an zum Einsatz, der Nürnberger Mittelfeldspieler Tomas Galasek wurde eingewechselt. Die Tschechen bestreiten am Freitag noch ein Länderspiel gegen Schottland in Prag.

Neuer Kapitän der Tschechen ist der ehemalige HSV-Profi Tomas Ujfalusi. Diese Entscheidung traf Brückner, nachdem sich der eigentlich für das Amt vorgesehene Tomas Rosicky (FC Arsenal) verletzt hatte. "Das ist eine große Ehre", sagte Ujfalusi, der beim AC Florenz unter Vertrag steht: "Ich werde während der EM und in den Vorbereitungsspielen Kapitän sein. Wenn Rosicky zurückkommt, werde ich die Binde wieder abgeben."

Ein Erfolgserlebnis hat die Nationalmannschaft Polens gefeiert. Das Team von Trainer Leo Beenhakker gewann ein Vorbereitungsspiel in Reutlingen 1:0 (1:0) gegen Albanien. Kapitän Maciej Zurawski erzielte bereits nach drei Minuten den Siegtreffer. In der Folge überzeugte Polen vor 2900 Zuschauern mit konzentrierter Defensivarbeit und gefälligem Offensivspiel. In der Chancenverwertung hat der EM-Debütant aber noch viel Luft nach oben. Anders als noch beim 1:1 der B-Elf gegen Mazedonien 24 Stunden zuvor vertraute Beenhakker gegen den Weltranglisten-76. weitgehend auf seine Stammkräfte. Nur Torwart Artur Boruc und Stürmer Ebi Smolarek wurden zunächst geschont, auf Jakub Blaszczykowski musste Beenhakker verzichten - der Dortmunder hat Oberschenkelprobleme. Am 1. Juni testet Polen noch gegen Dänemark.

Der ehemalige Hamburger Bundesliga-Profi Khalid Boulahrouz ist von Bondscoach Marco van Basten als letzter Spieler aus dem EM-Kader der Niederlande gestrichen worden. Van Basten entschied sich in der Verteidigung für Mario Melchiot vom englischen Premier-League-Club Wigan Athletic. Mit den Hamburgern Rafael van der Vaart, Joris Mathijsen und Nigel de Jong stehen drei Bundesligaprofis im Aufgebot der Niederlande.

fsc/dpa/sid



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