Energie Cottbus Sponsoren wollen Manager schassen

In der 2. Fußball-Bundesliga macht das Beispiel Karlsruhe offenbar Schule. Nachdem KSC-Geldgeber EnBW die Entlassung von Trainer Reinhold Fanz durchsetzte, treiben nun die Sponsoren von Energie Cottbus die Entlassung von Klaus Stabach an.


Energie-Manager Stabach: Ihm geht es an den Kragen
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Energie-Manager Stabach: Ihm geht es an den Kragen

Cottbus - Energie-Verwaltungsratsmitglied Dieter Friese überbrachte gestern Abend die eindeutige Botschaft der Sponsoren: "Jetzt werfen wir unserem guten Geld kein weiteres hinterher." Es sei denn, "Herr Stabach hat ab sofort keine Verantwortung mehr".

Für diesen Fall hätten die Energie-Unternehmen enviaM und Vattenfall sowie ein Kreditgeber bereits ein Hilfspaket geschnürt, womit eine "finanzielle Gesundung nachhaltig" möglich sei, so Friese. Den FC Energie plagen derzeit Liquiditätsschwierigkeiten, eine höhere sechsstellige Summe soll im Etat fehlen. Die Leistungsträger Michael Thurk (nach Mainz) und Laurentiu-Aurelian Reghecampf (nach Aachen) wurden für 750.000 Euro verkauft. Alle Spieler bekommen seit Oktober vergangenen Jahres nur noch 70 Prozent ihrer Gehälter, die Verbindlichkeiten des Vereins sollen angeblich 5,5 Millionen Euro betragen.

Aber so genau weiß das in Cottbus derzeit offenbar niemand. Der Verwaltungsrat, das Kontrollgremium des Vereins, erklärte, man könne nicht einschätzen, "wie die wirtschaftliche Situation des Vereins ist". Allerdings spricht das Gremium dem Geschäftsführer und Manager Stabach, als Spieler und Funktionär schon seit 1963 im Verein, die "betriebswirtschaftliche Kompetenz" ab. Stabach war nach einer Krisensitzung fast schon beurlaubt, doch das Präsidium mit Dieter Krein an der Spitze wehrt sich noch einmal.

"Karlsruher Verhältnisse wird es bei uns nicht geben", sagte der 63-jährige Krein, der mit Stabach, 64, und Trainer Eduard Geyer, 60, den Cottbuser Club nach der Wende bis in die Bundesliga geführt hatte. Die Methoden und Umgangsformen des Trios waren zwar oft umstritten, doch die Erfolge gefielen den Geldgebern.

Aber weil Energie nun der sportliche Absturz ins Amateurlager droht, will die Opposition einen Neubeginn, bei dem die alten Kräfte nicht gewünscht sind. "Das ist ein Witz. Wir haben vor 40 Jahren hier die Trümmer weggeräumt. Und jetzt kommen Leute, die wollen dir was sagen und dich entlassen, die wissen nicht mal, dass der Ball rund ist", sagte Stabach. Er werde das Feld nicht freiwillig räumen, so der Manager, der erst im September in Rente gehen will.



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