England ManU schreibt Meisterschaft ab


Manchester - Die schlechteste Platzierung seit elf Jahren und die zweitschwächste Abwehr der Premier League: Englands Meister Manchester United steckt in der schwersten Krise seit mehr als einem Jahrzehnt, und Coach Sir Alex Ferguson schreibt die erfolgreiche Titelverteidigung bereits ab.

"Ich denke nicht mehr, dass wir wieder Meister können", bewertet der Schotte die Situation des acht Punkte hinter Spitzenreiter FC Liverpool auf Platz sieben abgerutschten Kult-Teams nach der 0:3-Heimpleite gegen Chelsea London pessimistisch.

Schwache Franzosen in der Abwehr


Schon fünfmal hat Bayern Münchens Zwischenrunden-Gegner in der Champions League in der laufenden Saison verloren, allein vier Pleiten kassierte das Starensemble um "Spice Boy" David Beckham in den vergangenen sechs Spielen, davon zwei zu Hause in Old Trafford. Die Abwehr der "Red Devils" gleicht zurzeit einem Torso. 26-mal schon musste Welt- und Europameister Fabien Barthez hinter sich greifen, nur Abstiegskandidat West Ham United kassierte bislang mehr Gegentore (27).

Neben den schon berüchtigten Fehlgriffen von Barthez ist vor allem sein französischer Landsmann Laurent Blanc die Schwachstelle der United-Defensive. Der Abwehrchef konnte die Lücke, die der Verkauf des Niederländers Jaap Stam kurz vor Saisonstart für 53 Millionen Mark zu Lazio Rom hinterließ, nie schließen. Gegen Chelsea ließ Ferguson erstmals Roy Keane als Abwehrchef ran, der Ire fehlte somit allerdings als Antreiber im Mittelfeld.

Aktie sinkt


Zur unsicheren sportlichen Situation kommen auch noch wirtschaftliche Rückschläge. Die "ManU"-Aktie bewegt sich mit 130 Pence in Richtung des Allzeittiefs von 118 Pence. Der Gesamtwert des Clubs, der im vorigen Jahr mit 370 Millionen Mark vor Real Madrid (350) und Bayern München (338) erneut der umsatzstärkste Klub der Welt war, fiel auf rund eine Milliarde Mark, nachdem "ManU" noch im März 2000 bei einem Aktienkurs von 400 Pence rund drei Milliarden Mark wert war.

Auch Superstar Beckham trägt nicht zur Stabilisierung der Situation bei. Denn der Nationalspieler lässt sich Zeit mit seiner Vertragsverlängerung und will offenbar abwarten, bis Fergusons Nachfolger feststeht. Sollte keine Einigung gelingen, könnte Beckham 2003 ablösefrei gehen.



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