»Existenzen ruiniert« Traditionsklub Bolton Wanderers will nicht mehr für Sportwetten werben

Keine Zusammenarbeit mehr mit Sportwettenanbietern, stattdessen Unterstützung für den Kampf gegen Wettsucht – diese Entscheidung hat der viermalige englische FA-Cup-Sieger Bolton Wanderers getroffen.
University of Bolton Stadium, Heimspielort der Bolton Wanderers

University of Bolton Stadium, Heimspielort der Bolton Wanderers

Foto: Anna Gowthorpe / IMAGO / Shutterstock

Der englische Fußball-Drittligist Bolton Wanderers will nicht mehr mit Anbietern von Sportwetten zusammenarbeiten. Stattdessen will der Klub künftig Hilfsorganisationen im Kampf gegen Wettsucht unterstützen, wie der frühere Erstligist und viermalige FA-Cup-Sieger mitteilte. »Glücksspielsucht ruiniert Existenzen, und wir haben diese Haltung eingenommen, um unsere Unterstützung für diejenigen zu zeigen, die an Wettsucht leiden«, sagte Aufsichtsratschefin Sharon Brittan.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Brittan betonte, der Klub werde seine vertraglichen Pflichten erfüllen. So arbeitet der Ligaverband EFL, der die zweite bis vierte Liga ausrichtet, mit einem Sportwettenanbieter zusammen, nach dem die Spielklassen benannt sind. »Wir erkennen an, dass einige Leute wetten möchten und dass die Liga eine kommerzielle Partnerschaft mit einem Glücksspielunternehmen hat, und wir respektieren dies«, sagte Klubchef Neil Hart. »Wir werden jedoch an keiner Aktivität zur Förderung des Glücksspiels außerhalb der bestehenden vertraglichen Anforderungen der EFL teilnehmen.«

Hunderttausende Briten leiden unter Wettsucht

Der Klub zitierte Daten, denen zufolge in Großbritannien Hunderttausende Menschen an Wettsucht leiden, darunter mehr als 60.000 Jugendliche zwischen 1 und 16 Jahren. Die Fußballbranche müsse mehr tun, um zu helfen, forderte Brittan.

In Großbritannien treten Wettanbieter schon seit Langem als Sponsoren im Fußball auf. Mittlerweile arbeiten auch der DFB und fast alle deutschen Profiklubs mit Sportwettenunternehmen zusammen. Als erster Bundesligist warb Werder Bremen 2006 auf dem Trikot für einen Wettanbieter.

mfu/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.