Englische Fußballvokabeln Hattrick für die Queen

Von Philip Oltermann

2. Teil: 'H wie "Hat-trick" und "handbags"


H wie "hat-trick"
Dass ein Spieler, der drei Tore in einer Halbzeit erzielt, einen "Hattrick"-im deutschen zusammengeschrieben, geschafft hat, das ist allgemein bekannt. Dass die Engländer es mit ihrer Definition nicht so ernst nehmen, und dass es in der Premier League schon zu einem Hattrick reicht, wenn man drei Tore in 90 Minuten schießt, das wissen schon weniger. Woher aber der Ausdruck "Hattrick" stammt, das ist selbst manchem Sprachwissenschaftler ein Rätsel. Einer geläufigen Theorie zufolge kommt das Wort aus den Zeiten Queen Victorias. Wenn ein Zauberer erst ein, dann zwei, und schließlich drei weiße Kaninchen aus seinem Zylinder hervorholte, dann war das sein "Hattrick". Ein "lupenreiner" Hattrick nach deutscher Definition, also drei in einer Halbzeit ohne einen zwischenzeitlichen anderen Torschützen, ist ein "classic hat-trick".

H wie "handbags"
Der "Daily Mirror" berichtete am 27. Juli 2005, dass es bei einem Freundschaftsspiel zu einer Rangelei zwischen David Beckham und seinem Gegenspieler Tokyo Verdy gekommen sei. Die Zeitung zitierte den Star von Real Madrid: "Only handbags, but nothing much". "Es waren nur Handtaschen, sonst nichts". Wie bitte? Prügelte sich der modebewusste Beckham jetzt etwa schon um die neueste Gucci-Kollektion? Möglich, aber unwahrscheinlich. "Handbags" sind im Insel-Slang verbale Auseinandersetzungen oder kleinere Rangeleien auf dem Platz. Der komplette Ausdruck lautet "Handbags at ten paces", was im Deutschen wohl "Handtaschen im Morgengrauen" wäre und bezieht sich auf einen Sketch der Comedy-Truppe Monty Python, in dem sich ältere Damen ihre Schminktäschchen um die Ohren hauen.



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