Equal Pay im US-Fußball Ärger um Verbandspräsident - US-Männer solidarisieren sich mit Frauenteam

Der Streit über die gleiche Bezahlung für die Nationalteams der Männer und Frauen im US-Fußball geht in die nächste Runde. Auslöser war dieses Mal ein offener Brief des Verbandspräsidenten, der scharfe Reaktionen hervorrief.

Im März hatten die Nationalspielerin Klage eingereicht, im Juli den WM-Titel gewonnen
Alex Grimm/Getty Images

Im März hatten die Nationalspielerin Klage eingereicht, im Juli den WM-Titel gewonnen


Im März hatten die US-Fußballerinnen Klage gegen ihren Verband eingereicht, um die gleiche Bezahlung für das Männer- und Frauennationalteam zu erzwingen. Bevor die Mediation im Oktober startet, hat nun ein offener Brief des Verbandspräsidenten Carlos Cordeiro für Ärger gesorgt. Dessen Inhalt wiesen nun sowohl eine Sprecherin der Frauenmannschaft, als auch das US-Männerteam zurück.

Cordeiro hatte behauptet, dass der Verband dem Frauenteam in den vergangenen Jahren mehr bezahlt habe als der Auswahl der Männer. So seien zwischen 2010 und 2018 26,4 Millionen Dollar an die Männer und 34,1 Millionen Dollar an die Frauen geflossen. Nicht eingerechnet waren dabei jedoch Zahlungen, die der Verband von der Fifa für Teilnahmen der Teams an Weltmeisterschaften erhalten hat - inklusive derer war die Ausschüttung ans Männerteam höher.

Irreführende Rechnung

Molly Levinson, Sprecherin der Gewerkschaft der US-Fußballerinnen, hatte diese Rechnung als irreführend zurückgewiesen. So seien zudem Zahlungen einbezogen worden, die die Spielerinnen nicht vom Verband, sondern aus ihren Verträgen als Vereinsspielerinnen erhalten hätten.

Auch die Gewerkschaft des US-Männerteams kritisierte Cordeiro scharf: "Die einzige Lösung, die er vorschlägt, lautet: Kauft mehr Tickets für Frauenspiele und schaut mehr Frauenspiele im TV. Er verheimlicht dabei den Fakt, dass dieses Geld nicht direkt an die Spielerinnen geht."

Die Forderung der Männer: "Die Spielerinnen des US-Frauenteams verdienen gleiche Bezahlung und sind im Recht, diese Forderung in einem Gerichtsverfahren auch durchzusetzen."

mfu/Reuters



insgesamt 34 Beiträge
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schwaebischehausfrau 31.07.2019
1. Wo ist das Problem..?
Wenn die Fußballerinnen der Ansicht sind, dass sie von einem männer-dominierten und Männer bevorzugenden Verband massiv benachteiligt werden, dann können sie doch einfach ihren eigenen Frauenfußball-Verband gründen. Dann gehören ihnen automatisch 100% der von ihnen generierten Einnahmen, sie können selbst über ihre Bezahlung bestimmen und nur weibliche Funktionär*innen anstellen. Wo ist also das Problem? Wenn ein Bundesligaspieler meint, von seinem Spielerberater übervorteilt zu werden, dann kündigt er ihm und lässt sich ggfs. von seinem Vater, seiner Ehefrau (wie einst Icke Hässler , Bernd Schuster oder Bodo Ilgner) oder anderen Familienangehörigen "managen". Fehlt den sonst so selbstbewussten US-Fußballerinnen etwa der Mumm dazu , sich selbstständig zu machen und von einem männerdominierten Verband zu emanzipieren. Vielleicht wissen Sie einfach auch nur, dass sie eben doch weniger Umsatz und Profit generieren als sie ausgezahlt bekommen.
plainchampagne 31.07.2019
2. Gleiche Leistung
...gleiche Bezahlung! Man muss nur die beiden Wimbledon-Einzel-Finales in 2019 vergleichen, um zu sehen wie unfair eine gleiche Bezahlung in diesem Fall ist: 1 Stunde, 2 Sätze, 4.6 Mio Zuschauer bei den Mädels; 5 Stunden, 5 Sätze, 9.6 Mio Zuschauer bei den Herren. Warum soll das gleich bezahlt werden? Und selbstverständlich gilt das gleiche Argument für den Fußball: wenn Damenfußball das gleiche öffentliche Interesse findet wie Herrenfussball, dann sollte es auch gleiche Bezahlung geben. Andernfalls eben nicht. Auf der anderen Seite: Bei Models, Sängern und TV-Schauspielern liegen jeweils die Damen weit vorn. Und jetzt!? Eben. Bezahlung sollte sich an Leistung und Erfolg bemessen, und sonst an nichts.
MondVogel 31.07.2019
3. was bedeutet gleiche Bezahlung?
Wenn man von gleicher Bezahlung im Rahmen der Teilnahme der Weltmeisterschaft redet, was bedeutet das? Gleiche Bezahlung in absoluten Zahlen? Das waere faktisch unmoeglich. Hat der Maennerfussball doch im letzten Worldcup bei 6 Milliarden Umsatz $400 Millionen an Spieler ausgeschuettet, was die Moeglichkeiten der Frauenveranstaltung bei $131 Millionen UMSATZ um ein velfaches ueberschreiten wuerde. Oder gleiche Bezahlung relativ zum Umsatz der jeweiligen Veranstaltung? Dann haben die Frauen mehr verdient, weil die ausgezahlten $30 Millionen relativ zu den $131 Umsatz hoeher sind als die $400 MM zu den 6MRD bei den Maennern. Waere vielleicht schoen gewesen wenn der Spiegel das auch einmal als Datenpunkt anbringt und/oder konstruktive Vorschlaege macht was Gleichbezahlung denn heissen soll.
BöwaM 31.07.2019
4. Wieso schon wieder gleiche Bezahlung?
Bezahlt wird doch nach Erfolg, oder wird das abgeschafft? Willkommen im Sozialismus. Und das in Amerika. Wenn weniger Menschen das Frauenteam als dem Männerteam zuschauen, können die ja nicht gleich bezahlt werden. Ich erinnere mich im Fernsehen eine Umfrage unter deutschen Profifußballerinnen gesehen zu haben bezüglich der Frauenfußball - WM. Überraschender Weise und zu meiner vollen Verwunderung, wollte selbst die das nicht sehen.
ditor 31.07.2019
5. Profisport ist Unterhaltung
"Kauft mehr Tickets für Frauenspiele und schaut mehr Frauenspiele im TV. Er verheimlicht dabei den Fakt, dass dieses Geld nicht direkt an die Spielerinnen geht." Weil letzteres zweitrangig ist. Beim Profisport steht die Unterhaltung des Publikums im Vordergrund, nicht der Sport an sich. Wer als Sportler die meisten Ticket- und TV-Aboverkäufe generiert, verdient am meisten zu verdienen.
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