Fußballverbände in Brasilien und England führen Equal Pay ein Gleiches Geld für alle

In Deutschland erhalten Nationalspielerinnen noch immer einen Bruchteil der Prämien ihrer männlichen Kollegen. Die Fußballverbände von Brasilien und England haben nun eine Anpassung der Vergütungen verkündet.
Den Weltmeister abgedrängt: Englands Nikita Parris erhält das gleiche Geld wie ihre männlichen Kollegen - für die US-Spielerinnen gilt das nicht

Den Weltmeister abgedrängt: Englands Nikita Parris erhält das gleiche Geld wie ihre männlichen Kollegen - für die US-Spielerinnen gilt das nicht

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Alex Grimm / Getty Images

Gleiches Recht für alle - das gilt im Fußball vielerorts noch nicht. Zumindest nicht, was die Bezahlung von Männern und Frauen betrifft. Die Fußballverbände von Brasilien (CBF) und England (FA) haben nun bekannt gegeben, dass sie keinen Unterschied mehr bei der Bezahlung ihrer Nationalteams machen.

Am Mittwoch teilte CBF-Präsident Rogerio Caboclo mit , dass Spielerinnen und Spieler bei Spesen und Prämien fortan dieselben Beträge erhielten. "Es gibt keinen Geschlechterunterschied mehr", sagte Cabloco. Angaben zur Höhe der Bonuszahlungen machte er nicht.

Nach der Bekanntmachung des brasilianischen Verbands teilte die FA gegenüber dem Fernsehsenders Sky mit , dass die englischen Nationalspielerinnen und Nationalspieler bereits seit Januar gleich bezahlt werden. Das gelte für die Vergütung sowie die Bonuszahlungen. Auch die FA machte keine Angaben zur Höhe der Beträge.

Noch immer die Ausnahme

Brasilien und England sind die bisher größten Fußballnationen, die Equal Pay, also die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen, umsetzen. Zuvor hatten bereits die Verbände von Australien, Norwegen und Neuseeland eine solche Regelung eingeführt. Dass dies im Weltfußball noch immer nicht selbstverständlich ist, zeigt unter anderem das Beispiel der USA.

Die Weltmeisterinnen um Kapitänin Megan Rapinoe scheiterten im Mai mit einer Klage vor einem Bezirksgericht in Kalifornien. Sie hatten dem US-Verband Lohndiskriminierung vorgeworfen - unter anderem war es um eine Rückvergütung in Höhe von 67 Millionen Euro gegangen, die der Männernationalmannschaft bei gleichem Erfolg ausgezahlt worden wäre. Das Gericht argumentierte unter anderem damit, dass die Spielerinnen ein unterbreitetes Angebot abgelehnt hätten und noch mehr Geld gefordert hätten. Rapinoe kündigte daraufhin an, in Berufung gehen zu wollen.

Auch der deutsche Fußball ist von einer Angleichung der Vergütungen weit entfernt. Bei der WM 2018 hätten die DFB-Männer bei einem Titelgewinn jeweils 350.000 Euro kassiert, bei der WM 2019 wären im Erfolgsfall lediglich 75.000 Euro pro Kopf an die Nationalspielerinnen ausgezahlt worden.

DFB-Präsident Fritz Keller hatte Equal Pay im Fußball als schwierig bezeichnet. "In unserer Gesellschaft geht es am Ende auch um Leistung. Das, was ich verdiene, kann ich auch ausgeben", sagte er im Januar. "Equal Pay gibt es nicht zwischen der Kreisliga und der Bundesliga. Und das ist auch derselbe Sport", sagte Keller.

hba/sid
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