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Erfolg gegen Valencia Farfán schießt Schalke ins Viertelfinale

Der FC Schalke steht im Viertelfinale der Champions League: Im Achtelfinal-Rückspiel gegen Valencia zeigte sich das Team unbeeindruckt von dem drohenden Abschied seines Trainers Felix Magath - und verwandelte dank Jefferson Farfán einen Rückstand in einen klaren Sieg.

Hamburg - Die Geschichte dieser Partie wurde schon Stunden vor dem Anpfiff geschrieben. Trainer Felix Magath wird den FC Schalke spätestens am Saisonende verlassen, berichteten am Mittwochmorgen mehrere Medien. Ausgerechnet am Tag des Achtelfinal-Rückspiels in der Champions League gegen den FC Valencia sah sich der Bundesligist einer Nachfolge-Diskussion ausgesetzt. Die Mannschaft blieb davon unbeeindruckt: Gegen die Spanier gewann Schalke vor etwa 53.000 Zuschauern 3:1 (1:1) und steht nach dem 1:1 im Hinspiel im Viertelfinale.

Die Treffer erzielten Jefferson Farfán (40. Minute/90.+4) und Mario Gavranovic (52.), Ricardo Costa hatte Valencia in Führung gebracht (17.).

Schalke schien die Schlagzeilen des Tages von Anfang an ausblenden zu können. Schon früh drängte das Team die Gäste zurück. Die erste Chance hatten aber die Spanier, für die Jeremy Mathieu nach einer Ecke nur knapp am rechten Pfosten vorbei zielte (8.). Schalkes Antwort gab Mario Gavranovic: Nach einer Flanke von José Manuel Jurado hätte der Stürmer, der für den verletzten Klaas Jan Huntelaar auflief, die Führung erzielen können. Der 21-Jährige kam wenige Meter vor dem Tor zum Kopfball, zielte jedoch genau auf Valencias Torwart Vicente Guaita.

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CL-Achtelfinale: Schalkes Freude, Magaths Frust

Foto: Roland Weihrauch/ dpa

Dessen Mannschaft war vor allem über ihre linke Angriffsseite gefährlich: Mehmet Topal narrte Joel Matip im Strafraum gleich zweimal und flankte hart in die Mitte. Verteidiger Ricardo Costa flog der Ball an den Kopf: 1:0 für Valencia (17.). Schalkes Torwart Manuel Neuer war machtlos. Die Gastgeber hatten nur wenige Sekunden später die beste Chance zum Ausgleich. Nach einem Freistoß von Jefferson Farfán köpfte Raúl knapp am Tor vorbei (18.).

Der Einsatz stimmte bei Magaths Mannschaft, doch die Offensive blieb meist harmlos. Der Tabellendritte aus der Primera División wirkte vor allem aus dem Spiel heraus gefährlicher. Juan Manuel Mata bediente Aritz Aduriz, der erst im Strafraum von Christoph Metzelder geblockt werden konnte (21.). "Wir haben zu Beginn dieses Ergebnis als Belastung empfunden", sagte Magath über das Resultat aus dem Hinspiel. "Wir waren nicht sehr aggressiv und zu weit vom Gegner weg".

Wenn Valencia das Tempo erhöhte, geriet Schalke regelmäßig in Schwierigkeiten. In der 37. Minute klärte wieder Metzelder in höchster Not, diesmal gegen Joaquin. Bezeichnenderweise kamen die Schalker durch eine Standardsituation zum Ausgleich. Farfán verwandelte in der 40. Minute einen direkten Freistoß aus etwa 18 Metern zum 1:1-Halbzeitstand.

Kurioser Schalker Führungstreffer

Mit diesem Endergebnis hätte Schalke in die Verlängerung gehen müssen, doch die Gastgeber arbeiteten nach der Pause an der Führung und wurden früh belohnt. Peer Kluges Flanke wehrte Valencias Guaita genau vor die Füße von Farfán ab. Der Peruaner scheiterte an dem Torwart, der den Ball aber wieder nicht festhalten konnte. Gavranovic reagierte am schnellsten und beförderte das Leder unter Mithilfe des rechten und linken Innenpfostens über die Linie (52.).

Dass der Vorsprung nicht schon kurz darauf wieder dahin war, hatte Schalke seinem Torwart zu verdanken. Aduriz war nach einer missglückten Abseitsfalle allein auf Neuer zugelaufen, doch der Stürmer konnte den deutschen Nationaltorhüter nicht überwinden (58). "Manuel hat uns mit seiner Glanzparade vor einer schwierigen Situation bewahrt", sagte Magath nach der Partie. Valencia, das für den Einzug ins Viertelfinale ein 2:2 gereicht hätte, konnte die gegnerische Abwehr aber kaum noch gefährden. Vor allem im Mittelfeld hatte Schalke nun ein Übergewicht, ohne es in Chancen ummünzen zu können.

Die vorzeitige Entscheidung verpasste Gavranovic in der 80. Minute: Ricardo Costa schlug über den Ball, der Schweizer lief alleine auf das Tor zu, Guaita lenkte seinen Schuss aber an den Außenpfosten. Das hätte sich beinahe noch gerächt: Mathieu tauchte nach Pass von Tino Costa allein vor Neuer auf, sein Abschluss war aber harmlos (86.). In der dritten Minute der Nachspielzeit rannten Gavranovic und Julian Draxler allein auf Valencias Tor zu, doch anstatt abzuspielen, probierte es Gavranovic mit einem Schuss aus 40 Metern - und traf die Latte.

Eine Minute später machte es Farfán besser: Nach einem langen Pass des eingewechselten Hans Sarpei überwand Schalkes Matchwinner Guaita mit einem Heber. "Ich hätte mir gewünscht, das Jefferson das Tor früher macht", so Magath. Der Trainer sagte zu den Diskussionen um seine Person: "Wenn man mir was zu sagen hat, kommt man zu mir und sagt mir das. Das war bislang nicht der Fall", sagte er in einem Sky-Interview. Und weiter: "Ich verhalte mich korrekt, ich mach meine Arbeit so gut ich kann. Fragen Sie doch den Aufsichtsrat."

Schalke 04 - FC Valencia 3:1 (1:1)
0:1 Ricardo Costa (17.)
1:1 Farfán (40.)
2:1 Gavranovic (52.)
3:1 Farfán (90.+4)
Schalke: Neuer - Uchida, Höwedes, Metzelder, Escudero - Kluge (81. Sarpei), Matip (60. Papadopoulos) - Farfán, Jurado (76. Draxler) - Raul, Gavranovic
Valencia: Guaita - Bruno, Ricardo Costa, Navarro, Mathieu - Banega (71. Tino Costa), Mehmet Topal - Joaquin, Pablo Hernandez (64. Soldado), Mata - Aduriz (74. Jonas)
Schiedsrichter: Eriksson (Schweden)
Zuschauer: 53.517
Gelbe Karten: Kluge, Farfán (4), Escudero - Mathieu

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