Erfolg über die Schweiz Ukraine behält im Elfmeterkrimi die Nerven

Zum ersten Mal hat ein Elfmeterschießen bei dieser WM die Entscheidung gebracht. Den Schweizern versagten am Punkt die Nerven, drei Bundesliga-Legionäre vergaben die Chance auf den Einzug ins Viertelfinale. Dort trifft die Ukraine jetzt auf Italien.

Köln - Oleg Gusew hat die Ukraine bei ihrer WM-Premiere gleich ins Viertelfinale geschossen. Mit seinem Treffer im vierten Durchgang des Elfmeterschießens gegen die Schweiz sicherte der 23-Jährige von Dynamo Kiew dem Team von Trainer Oleg Blochin nach zuvor 120 torlosen Minuten den 3:0-Erfolg über die Schweiz. In der Runde der letzten Acht trifft die Ukraine trotz eines Fehlschusses von Superstar Andrej Schewtschenko am Freitag in Hamburg auf den dreimaligen Weltmeister Italien.

Die Schweiz muss dagegen weiter auf ihre vierte Viertelfinal-Teilnahme nach 1934, 1938 und 1954 warten, obwohl die Eidgenossen auch im vierten WM-Match im Spiel ohne Gegentreffer geblieben waren. Die 45.000 Zuschauer in der Kölner WM-Arena sahen eine zerfahrene Partie ohne große Höhepunkte. Beide Mannschaften leisteten sich viele Fehlpässe, so dass kaum Spielfluss zustande kam. Chancen blieben folglich Mangelware.

Brenzlig wurde es auf beiden Seiten im ersten Durchgang allenfalls nach Standardsituationen. Zunächst hatten die Ukrainer die große Chance zur Führung. Nach einem Freistoß von Maxim Kalinitschenko setzte Andrej Schewtschenko einen Kopfball an die Latte (20.). Vier Minuten später hatten die gut 15.000 Schweizer Fans den Torschrei auf den Lippen, als Alexander Frei mit einem 20-Meter-Freistoß ebenfalls nur die Latte traf. Zuvor hatte auch der Hamburger Raphael Wicky - einer von fünf Bundesligaprofis im Schweizer Team - so etwas wie eine Torchance, als er den ukrainischen Keeper Alexander Schowkowski prüfte.

Im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer ein unverändertes Bild. Das ideenlose Spiel beider Mannschaften stellte die Abwehrreihen vor wenig Probleme, so dass die Partie im zweiten Durchgang noch weiter verflachte. Einzig Schewtschenko sorgte mit einer Einzelaktion für Aufregung. Doch sein Schuss strich knapp am Tor vorbei (67.).

Kurz danach hatte Andrej Gusin per Kopf die Chance zur Führung (75.). In der 47. Verlängerung der WM-Geschichte blieb das Niveau bescheiden. Eine Chance zum Siegtor hatte der Schweizer Mittelfeldspieler Johann Vogel, der aus 16 Metern an Schowkowski scheiterte (100.). Doch es blieb beim 0:0.

Im anschließenden Elfmeterschießen versagten ausgerechnet drei Bundesliga-Legionären die Nerven. Nachdem Pascal Zuberbühler den ersten Elfmeter von Schewtschenko abwehren konnte, hielt auch sein Gegenüber Schowkowski den Schuss des Stuttgarters Marco Streller. Den zweiten Elfmeter für die Ukraine verwandelte Artem Milewski sicher.

Bei den Schweizern vergab in Tranquillo Barnetta der nächste Bundesliga-Spieler seinen Versuch vom Punkt. Der Schuss des Leverkuseners klatschte gegen die Latte. Für die Ukraine verwandelte der eingewechselte Sergej Rebrow sicher. Anschließend wehrte Schowkowski auch den Elfmeter des Kölners Ricardo Cabanas ab, ehe Gusew mit seinem Treffer für die Entscheidung sorgte.

Schweiz - Ukraine 0:3 i.E. (0:0)

Schweiz: Zuberbühler - Philipp Degen, Djourou (34. Grichting), Müller, Magnin - Barnetta, Cabanas, Vogel, Wicky - Yakin (64. Streller), Frei (117. Lustrinelli)
Ukraine: Schowkowski - Gussew, Waschtschuk, Gussin, Nesmatschni - Timostschuk, Schelajew, Kalinitschenko (75. Rotan) - Worobej (94. Rebrow), Woronin (111. Milewski), Schewtschenko
Schiedsrichter: Archundia (Mexiko)
Zuschauer: 45 000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Barnetta / - 
Elfmeterschießen:
Schewtschenko gehalten
Streller gehalten
0:1 Milewski
Barnetta verschossen
0:2 Rebrow
Cabanas gehalten
0:3 Gussew

mig/sid/dpa

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