Erfolglos in der Ukraine Schachtjor feuert Bernd Schuster

Er sollte das Team von Schachtjor in die Champions League führen, doch schon in der ersten Runde des Uefa-Cups kam das Aus. Bernd Schusters Mission in der Ukraine war nicht gerade von Glück verfolgt. Als es in der Liga zuletzt nur noch Niederlagen hagelte, zog der Club-Eigner Konsequenzen und setzte den "blonden Engel" vor die Tür.


Schuster als Trainer in Donezk: "Auf Wiederswhen Bernd"
REUTERS

Schuster als Trainer in Donezk: "Auf Wiederswhen Bernd"

Donezk - Schuster ist als Trainer des ukrainischen Spitzenvereins Schachtjor Donezk am Mittwoch von Club-Eigner Rinat Achmetow entlassen worden. Nach dem Scheitern an Dinamo Bukarest in der ersten Runde des Uefa-Pokals führten Misserfolge mit nur vier Siegen aus den zurückliegenden zehn Spielen in der Meisterschaft zu der Entlassung des 43-Jährigen. In der Meisterschaft belegt Schachtjor mit neun Punkten Rückstand auf den Erzrivalen und Rekordmeister Dynamo Kiew den zweiten Platz. Interims-Trainer soll Viktor Prokopenko werden. Zur neuen Saison ist der Rumäne Mircea Luchescu als Chefcoach im Gespräch.

Schuster, der mit der deutschen Nationalmannschaft 1980 Europameister wurde, hatte seine Tätigkeit in der Ukraine am 30. Juni 2003 aufgenommen. Bei seiner Präsentation war er vom milliardenschweren Achmetow noch als "berühmter deutscher Spezialist" bezeichnet worden. Schuster, der als Spieler aufgrund seiner Eleganz und Übersicht auch mit dem Namen "blonder Engel" bezeichnet wurde, hatte im vergangenen Sommer seinen Vertrag mit dem spanischen Zweitligisten CD Xerex aufgelöst und war mit einem 3:0-Erfolg bei Metallurg Saporoschje viel versprechend in der ukrainischen Liga gestartet. "Wir werden weiter an der Perfektionierung unseres Spiels arbeiten", sagte Schuster damals noch voller Zuversicht. Zu seiner Entlassung wollte er sich zunächst nicht äußern.

Als Spieler erfolgreicher

Als Spieler war Schuster ungleich erfolgreicher denn als Coach. Schon als Trainer beim damaligen Zweitligisten 1. FC Köln riss er Ende der Neunziger Jahre keine Bäume aus. Lediglich bei Provinzvereinen wie Fortuna Köln und später Xerez konnte Schuster sich durchsetzen. Für den 1. FC Köln und Bayer Leverkusen, wo er seine sportliche Laufbahn 1996 beendete, bestritt der gebürtige Augsburger 120 Bundesliga-Partien und erzielte 18 Tore. In Spanien brachte er das Kunststück fertig bei den Erzrivalen FC Barcelona (1980 bis 1988), Real Madrid (1988 bis 1990) und Atletico Madrid (1990 bis 1992) unter Vertrag zu stehen, ohne die Fans zu verärgern.

Schuster war nicht der erste Trainer aus Westeuropa in Donezk. Der Italiener Nevio Scala hatte den Verein 2002 zur ukrainischen Meisterschaft geführt, hatte Schachtjor nach der verpassten Champions-League-Qualifikation aber wieder verlassen müssen.

Die Schachtjor-Fans, die Schuster vor rund elf Monaten noch überschwänglich empfangen hatten, waren an dem Rausschmiss des Deutschen nicht unbeteiligt. Schon bei der 0:2-Heimniederlage am Sonntag gegen Tschernomorets Odessa hatten die Anhänger Spruchbänder mit dem Aufdruck "Auf Wiedersehen Bernd" im Stadion gezeigt.



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