Erfolglosigkeit Wolfsburg trennt sich von Trainer Veh

Armin Veh sollte den Erfolg von Felix Magath fortsetzen, doch stattdessen führte er den Deutschen Meister VfL Wolfsburg ins Mittelmaß. Viel zu wenig für den Club - der jetzt den Trainer freistellte. Als Nachfolger ist Bernd Schuster im Gespräch.

Trainer Veh: Absturz auf Platz zehn
ddp

Trainer Veh: Absturz auf Platz zehn


Hamburg - Armin Veh ist nicht mehr Trainer des VfL Wolfsburg, das teilte der Verein am Montag mit. Unter Felix Magath hatte Wolfsburg in der vergangenen Saison noch die deutsche Meisterschaft gewonnen. Magaths Nachfolger war mit dem VfL nach dem 2:3 im Heimspiel gegen den 1. FC Köln auf den zehnten Tabellenplatz abgestürzt. Die Abwehr ist mit 38 Gegentoren die zweitschlechteste der Bundesliga.

"Die Zusammenarbeit mit Armin Veh war gut, auch sein Verhältnis zur Mannschaft war intakt. Leider blieben die sportlichen Ergebnisse aus. Wir waren nicht mehr der Überzeugung, dass wir die Situation gemeinsam mit Armin Veh in absehbarer Zeit hätten ändern können", sagte Manager Dieter Hoeneß, der nach nur zehn Tagen beim VfL schon die erste Trainerentlassung vollziehen musste.

Hoeneß sprach von einer "tiefen Verunsicherung der Mannschaft. Zuletzt neun Pflichtspiele ohne Sieg sprechen eine deutliche Sprache". Als Interimscoach wird der bisherige Amateurtrainer Lorenz-Günther Köstner Nachfolger von Veh.

Der VfL hatte Ende Dezember die Verpflichtung Hoeneß' als Sportdirektor bekanntgegeben und Veh damit einen Verantwortungsbereich entzogen. Dieser Schritt galt als deutliches Zeichen des Clubs in Richtung des Trainers, der schon am Ende der Vorrunde vereinsintern in die Kritik geraten war. Vorgeworfen wurde Veh vor allem seine wenig konsequente Personalpolitik. So setzte er zunächst auf den italienischen Verteidiger Andrea Barzagli, bevor er diesem das Vertrauen entzog, nur um Barzagli später erneut zum Abwehrchef zu machen.

Schuster, Stevens oder doch Köstner?

Der VfL-Aufsichtsratsvorsitzende Francisco Javier Garcia-Sanz erklärte nach der Präsidiumssitzung, die Entscheidung sei "nicht leichtgefallen. Wir sind jedoch zu der Erkenntnis gekommen, dass wir nach den vielen negativen Erlebnissen der letzten Wochen handeln mussten - auch um einen Neuanfang zu starten. Die Stimmung rund um den VfL wäre zu belastet gewesen, um daraus Kraft für künftige Erfolge schöpfen zu können".

Als Nachfolger des ehemaligen Stuttgarter Meistertrainers sind prominente Namen im Gespräch. Garcia-Sanz soll sich laut "Augsburger Allgemeinen" bereits mit Bernd Schuster getroffen haben. Doch der ehemalige Coach von Real Madrid ist offenbar nicht der einzige Kandidat - Interesse soll auch am aktuellen Sportdirektor des DFB, Matthias Sammer, bestehen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Köstner den Club bis zum Saisonende trainiert.

Huub Stevens, ebenfalls ein gehandelter Name, steht dagegen laut eigener Aussage nicht zur Verfügung. Der ehemalige Trainer von Schalke 04, Hertha BSC, 1. FC Köln und dem Hamburger SV kennt Wolfsburgs Sportdirektor Hoeneß seit seiner Hertha-Zeit (2002-2003) zwar sehr gut, steht aktuell aber beim österreichischen Erstligisten Red Bull Salzburg unter Vertrag. Und daran werde sich nichts ändern, so Stevens zu Sport1: "Diese Saison stehe ich nicht zur Verfügung, so einfach ist das. Ich habe einen Vertrag unterschrieben und dazu stehe ich, was danach geschieht muss man sehen."

goe/mig/sid/dpa

insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
frubi 25.01.2010
1. .
Zitat von sysopArmin Veh sollte den Erfolg von Felix Magath fortsetzen, doch stattdessen führte er den Deutschen Meister VfL Wolfsburg ins Mittelmaß. Viel zu wenig für den Club - der jetzt den Trainer freistellte. Als Nachfolger ist Bernd Schuster im Gespräch. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,673798,00.html
Ich lehn mich am 34ten schön zurück und schau mir ganz genau die "Verbesserungen" der Teams an die in der Saison den Trainer gewechselt haben. Oftmals sind die Begründungen nur Schall und Rauch.
Mo2 25.01.2010
2. Abstieg
Bernd Schuster kann es sicher kaum erwarten, vom sonnigen Spanien ins Zonenrandgebiet umzuziehen.
praise 25.01.2010
3. *
Zitat von sysopArmin Veh sollte den Erfolg von Felix Magath fortsetzen, doch stattdessen führte er den Deutschen Meister VfL Wolfsburg ins Mittelmaß. Viel zu wenig für den Club - der jetzt den Trainer freistellte. Als Nachfolger ist Bernd Schuster im Gespräch. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,673798,00.html
Veh hatte doch schon als Nachfolger von Magath die A...karte gezogen. Abgesehen davon hatte ich nie das Gefühl, dass er der Richtige für den Trainerposten in Wolfsburg ist. Bernd Schuster wäre als Nachfolger ein Witz. Ich plädiere - wieder einmal - für Klaus Augenthaler. :-))
puter70 25.01.2010
4. Das war zu erwarten.
Keine Überraschung. Disziplin- und Fitnessfanatiker Quälix Magath war für Wolfsburg der richtige Coach. Mit seinem excellenten Fachwissen, seiner Personalpolitik, seinem straffen, mitunter autoritären Führungsstil hat er den Meistertitel geholt. Veh war für den Job zu weich. Egal wie der Nachfolger heißt, es wird ihm kaum möglich sein, VfL aus dem Mittelmaß heraus zu führen.
schwabenmaul 25.01.2010
5. Nachvollziehbare Entscheidung
Ich hatte mit einem Sportkollegen eine Wette laufen, dass Veh bis Ende 2009 als Trainer in Wolfsburg entlassen wird. Leider habe ich die Wette verloren,da ich nicht bis 31.01.010.warten konnte.Für mich ist Veh ein "Zufallstrainer" so wie auch der VFB zufällig Meister wurde.Wenn ich an die Verpflichtung von Bastürck und anderen Blinden denke,die er unbedingt wollte, wird mir immer noch schlecht. Der Mann hat keine Ahnung und für das bekommt er noch ein Schweinegeld!Die Verpflichtung als Trainer in Wolfsburg war schon ein Witz.
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