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Fifa zu Korruptionsverfahren "Blatter tanzt natürlich nicht"

Bei den WM-Vergaben 2018 und 2022 soll Schmiergeld geflossen sein, die Schweizer Staatsanwaltschaft ermittelt. Außerdem wurden hochrangige Funktionäre festgenommen. In einer ersten Reaktion versucht die Fifa, die Affäre herunterzuspielen.

Es klingt paradox, doch die Fifa begrüßt die Ermittlungen im Zusammenhang mit den WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022. Die Schweizer Behörden hatten in der Zentrale des Weltverbandes in Zürich elektronische Daten und Dokumente sichergestellt.

Allerdings räumte Kommunikationschef Walter de Gregorio bei einer Pressekonferenz in Zürich ein: "Das Timing ist nicht das beste: Die Eröffnung des Strafverfahrens gleichzeitig mit dem Fifa-Kongress." Die jährliche Tagung beginnt am Donnerstag und soll am Freitag mit der Wahl des Fifa-Präsidenten fortgesetzt werden.

De Gregorio sagte, die Fifa selbst habe den Generalstaatsanwalt im vergangenen November gebeten, das Verfahren zu eröffnen. "Das ist gut für die Fifa. Es ist nicht gut für das Image, wegen des Rufs. Im Sinne der Transparenz, dass es bereinigt wird, ist es gut", sagte de Gregorio. "In diesem Kontext ist die Fifa die beschädigte Partei."

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Blatter-Vertrauter Webb festgenommen

Die Ermittlungen wegen der WM-Vergaben sind aber nicht das einzige Problem der Fifa. Am Morgen wurden in Zürich sieben hochrangige Fifa-Funktionäre festgenommen. US-Ermittler werfen ihnen und weiteren Beschuldigten Korruption, organisierte Kriminalität, Überweisungsbetrug und Geldwäsche vor.

Die Verdächtigen sind in Haft, ihnen droht die Auslieferung an die USA. Laut Schweizer Behörden geht es um Bestechungszahlungen von über hundert Millionen Dollar seit den Neunzigerjahren.

Unter den Beschuldigten ist Fifa-Vizepräsident Jeffrey Webb, er gilt als Vertrauter von Fifa-Präsident Joseph Blatter. Blatter und Generalsekretär Jérôme Valcke zählen laut de Gregorio nicht zu den Beschuldigten. Er wies Forderungen nach einem Rücktritt von Blatter zurück.

Zu Blatters Gemütszustand sagte der Sprecher: "Er tanzt natürlich nicht in seinem Büro." Und weiter: "Er ist recht entspannt. Er weiß, dass er nicht involviert ist."

cte/dpa