Verdacht auf Verstöße gegen Financial Fair Play Erster Schritt der Uefa-Ermittlungen gegen Manchester City abgeschlossen

Die Finanzkommission der Uefa hat ihre Ermittlungen gegen Manchester City abgeschlossen. Nun liegt der Fall bei der rechtsprechenden Kammer. Dem englischen Meister droht der Champions-League-Ausschluss.

Manchesters Stadion
Martin Rickett / DPA

Manchesters Stadion


Die Finanzkommission der Europäischen Fußball-Union (Uefa) hat ihre Ermittlungen im Fall Manchester City abgeschlossen und ihre Unterlagen an die rechtsprechende Kammer weitergeleitet. Das teilte die Uefa am Donnerstag mit - und bestätigte damit übereinstimmende Berichte von "New York Times" und "Associated Press" aus den vergangenen Tagen. Zu den genauen Erkenntnissen der am 7. März gestarteten Untersuchung wurden aber keine Angaben gemacht.

Die Uefa hat gegen den englischen Fußballmeister wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play ermittelt. Die "New York Times" hatte zuletzt berichtet, dass dem Klub ein Ausschluss aus der Champions League für eine Spielzeit drohe. Die Finanzkommission hat zum Abschluss ihrer Ermittlungen eine offizielle Empfehlung an die rechtsprechende Kammer gegeben. Wie diese ausfiel, teilte der Verband zunächst nicht mit.

Manchester City drückte unterdessen in einer Mitteilung seinen Unmut über Chefermittler Yves Leterme aus und machte den früheren belgischen Regierungschef verantwortlich für die Veröffentlichungen in den Medien. Der Verein sei zuversichtlich, "ein positives Ergebnis vor einer unabhängigen juristischen Stelle" zu erhalten, hieß es.

Wann das Urteil der rechtsprechenden Kammer verkündet wird, ist noch offen. Auch ist unklar, wann ein möglicher Ausschluss aus der Champions League wirksam werden würde. Manchester City bestritt die Vorwürfe am Dienstag in einer Vereinsmitteilung. Der Klub könnte sich gegen eine mögliche Strafe juristisch zur Wehr setzen, indem er den Internationalen Sportgerichtshof Cas anruft. Selbst ein Gang vor ein ordentliches Gericht wäre denkbar. Auch wenn dies laut Uefa-Statuten eigentlich ausgeschlossen ist, haben dies Klubs und Einzelsportler in der Vergangenheit bereits getan.

Der SPIEGEL hat im November 2018 in einer Artikelserie offengelegt, wie der Premier-League-Klub offenbar über Jahre hinweg systematisch gegen Finanzregeln der Uefa verstoßen hat. Die Enthüllungen legten nahe, dass die Vereinsangaben zu Einnahmen und Ausgaben nicht der Wahrheit entsprachen. Tatsächlich hatte Manchester City Kosten aus dem Klub ausgelagert und damit in der Bilanz versteckt. Zudem deutete die interne Kommunikation der Vereinsmanager an, dass Sponsoreneinnahmen aus Abu Dhabi in Wahrheit weitere geheime Finanzspritzen des Klubbesitzers darstellten.

Die Uefa ermittelte bereits 2014 in diesem Zusammenhang gegen den Verein. Das Verfahren endete damals mit einem Settlement, einer sanften Sanktion für Manchester City. Nach den SPIEGEL-Veröffentlichungen hat die Uefa-Ermittlungskammer den Fall wieder eröffnet.

mey/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
isi-dor 16.05.2019
1.
Die UEFA-Statuten schließen den Gang vor ein ordentliches Gericht aus, denn es ist die UEFA, die den Spielbetrieb organisiert, zu dem man sich nicht einklagen kann. Es steht Manchester City sicherlich frei, außerhalb der UEFA Freundschaftsspiele zu organisieren und damit Geld einzunehmen. Wer sich nicht an die Regeln halten will, der ist raus. Ich denke, es ist an der Zeit, dass da mal Zeichen gesetzt werden, denn die Regeln sind klar und eindeutig.
isi-dor 16.05.2019
2.
Die UEFA-Statuten schließen den Gang vor ein ordentliches Gericht aus, denn es ist die UEFA, die den Spielbetrieb organisiert, zu dem man sich nicht einklagen kann. Es steht Manchester City sicherlich frei, außerhalb der UEFA Freundschaftsspiele zu organisieren und damit Geld einzunehmen. Wer sich nicht an die Regeln halten will, der ist raus. Ich denke, es ist an der Zeit, dass da mal Zeichen gesetzt werden, denn die Regeln sind klar und eindeutig.
mima84_84 16.05.2019
3.
Zitat von isi-dorDie UEFA-Statuten schließen den Gang vor ein ordentliches Gericht aus, denn es ist die UEFA, die den Spielbetrieb organisiert, zu dem man sich nicht einklagen kann. Es steht Manchester City sicherlich frei, außerhalb der UEFA Freundschaftsspiele zu organisieren und damit Geld einzunehmen. Wer sich nicht an die Regeln halten will, der ist raus. Ich denke, es ist an der Zeit, dass da mal Zeichen gesetzt werden, denn die Regeln sind klar und eindeutig.
Mal sehen, was da kommt. Das Financial Fairplay ist eine UEFA Regelung. Und wie man ja weiß, plant Infantino bereits einen FIFA Vereinswettbewerb mit Mega Prämien. Hier haben sich ja schon Bayern ubd Real an Infantino herangewanzt, um ganz vorne an den Geldtrögen zu stehen. Und in diesem Spiel ist allen alles egal, Hauptsache es fließt unfassbar viel Geld. Infantino will ja nicht sagen, wo er die Kohle herbekommt, man munkelt es sind eben auch Petrodollars, von denen wohl auch auf Infantinos Privatkonto ein ordentlicher Batzen ankommt. Sollte City also von der UEFA ausgeschlossen werden, wird sicherlich der Plan zum FIFA Wettbewerb nochmal forciert werden und die CL wird am Ende verlieren, weil es bei der FIFA schlicht überhaupt keine Finanzkontrolle oder Fairness gibt, was Vereine wie Real, Barca, Bayern, City usw. anzieht. Der Fussball erlebt gerade den größten Ausverkauf aller Zeiten.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.