Erster Titel für Bayern Magath erhöht Druck auf Deisler

Mit zwei Treffern und einer Torvorlage war Sebastian Deisler beim 3:2-Finalerfolg des FC Bayern München im Ligapokal gegen Werder Bremen der beste Spieler auf dem Platz. Große Komplimente erntete das Sorgenkind des deutschen Fußballs dafür aber nicht. Im Gegenteil: Bayern-Trainer Felix Magath verlangt von Deisler noch mehr.


Großartige Frühform: Selbst Bremens Nationalspieler Fabian Ernst bekam Sebastian Deisler (r.) nicht in den Griff
AP

Großartige Frühform: Selbst Bremens Nationalspieler Fabian Ernst bekam Sebastian Deisler (r.) nicht in den Griff

Mainz - Uli Hoeneß wertete Deislers starken Auftritt beim 3:2-Sieg gegen den deutschen Meister Werder Bremen gerade einmal als "nicht schlecht". Denn es bringe nichts, von einem Extrem ins andere zu verfallen, so der Manager des FC Bayern München. Trainer Felix Magath erhöhte nach dem Schlusspfiff des Ligapokal-Endspiels sogar den Druck auf Deisler, der die vergangene Saison wegen Depressionen schon im November hatte abbrechen müssen: "Er hat so viel Gefühl im Fuß, dass man noch mehr verlangen muss als Torschüsse. Er muss das Spiel mehr an sich ziehen, es mitbestimmen."

Begeistert von der Leistung des Hoffnungsträgers für die WM 2006 zeigte sich dagegen der neue Co-Trainer der Nationalmannschaft, Joachim Löw: "Das, was der hier gezeigt hat, war imponierend." Das sahen auch die 13.200 Zuschauer im Mainzer Stadion so. "Es ist hervorragend für ihn, zwei Tore gemacht und eines vorbereitet zu haben. Man muss ihm aber Zeit geben. Wichtig ist, dass er Vertrauen zu seinem Körper kriegt", sagte Michael Ballack, dessen Tor zum 3:0 Deisler vorbereitet hatte.

Als Deisler nach einem Zusammenprall mit Valérien Ismael mit einer Platzwunde am Knie den Platz vorzeitig verlassen musste, spendeten die Fans dem hochbegabten Fußballer lang anhaltenden Applaus. Die Verletzung sei nicht der Rede wert, nur eine Wunde, die genäht worden sei, gab Deisler Entwarnung. Zudem war es das linke und nicht das mehrfach operierte rechte Knie. "Ich habe sofort geschaut, welches Knie es war. Gott sei Dank war es das linke", schilderte Hoeneß seine Gedanken nach der Schrecksekunde.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.