Euro-Kick Der AC Inter Mailand stürzt Tabellenführer Chievo

Mit vereinten Kräften und Unterstützung der Schiedsrichter haben die Mailänder Fußballclubs AC und Inter am 13. Spieltag Italiens Sensationsspitzenreiter Chievo Verona zu Fall gebracht.


Andrej Schewtschenko (r.) brachte mit seinen Toren Fabio Moro und Chievo Verona zu Fall
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Andrej Schewtschenko (r.) brachte mit seinen Toren Fabio Moro und Chievo Verona zu Fall

Rom - Inter Mailand zog durch einen umstrittenen 4:2-Sieg bei Atalanta Bergamo an Chievo vorbei, weil gleichzeitig der AC Mailand den bisherigen Tabellenführer mit viel Glück 3:2 niederrang.

"Dieser Sieg war ein wichtiges Signal", jubelte Inters Trainer Hector Cuper, der den immer noch angeschlagenen Ronaldo wieder nicht einsetzte. Club-Chef Massimo Moratti gratulierte der "großartigen Mannschaft". Innerhalb weniger Minuten wandelte Inter in Bergamo einen 1:2-Rückstand in einen Sieg um. Dank des überragenden Christian Vieri, der zwei Tore beisteuerte, aber auch dank Schiedsrichter Braschi. "Diese Schiri war ein Skandal. Braschi muss in Pension", schimpfte Atalantas Club-Präsident Ivan Ruggieri. Vor allem der Foulelfmeter, den Vieri in der 76. Minute zum 2:2-Ausgleich verwandelte, war höchst umstritten.

Inzaghi fällt mit Kreuzbandriss aus


"Es war der schwärzeste Tag der Schiedsrichter", meinte am Montag auch die "La Gazzetta dello Sport". Nicht nur in Bergamo, wo bei Ausschreitungen vor dem Spiel acht Zuschauer verletzt und Autos beschädigt wurden, gab es Fehlentscheidungen am laufenden Band. Auch beim Spitzenspiel im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion lag Schiedsrichter Cesari fast immer daneben. Meist zum Leidwesen des Aufsteigers aus Chievo. "Der Elfmeter zum 2:2 war ein Geschenk", kritisierte die "La Gazzetta dello Sport". Schewtschenko nahm das Präsent dankend an und egalisierte in der 54. Minute das Resultat. In der 61. Minute markierte der überragende Ukrainer mit seinem neunten Saisontor dann den nicht unverdienten Siegtreffer.

"Ich verlange, dass man Chievo endlich respektiert", schimpfte Trainer Gigi Del Neri. Der Außenseiter fühlt sich von den Schiedsrichtern klar benachteiligt. Trotz der umstrittenen Entscheidungen wollten die Mailänder ihre Leistung nicht geschmälert sehen. "Wir haben gegen einen starken Gegner verdient gewonnen", betonte Milan-Vizepräsident Adriano Galliani. Den Sieg mussten die Mailänder am Ende teuer bezahlen. Stürmer Filippo Inzaghi musste mit einem Kreuzbandriss im linken Knie vom Platz getragen werden. Der Neuzugang von Juventus Turin muss jetzt um seine WM-Teilnahme bangen.

Nach der dritten 2:3-Niederlage in der laufenden Saison ist Chievos Höhenflug vorerst gestoppt. Gemeinsam mit Meister AS Rom, der mühsam 1:0 gegen Schlusslicht Venedig gewann, liegt der Club aus dem 3000-Seelen-Vorort von Verona nun zwei Zähler hinter Inter auf Platz zwei. Milan folgt mit drei Zählern Rückstand, gefolgt von Rekordmeister Juventus Turin, Lazio Rom und dem FC Bologna mit je fünf Zählern Rückstand auf den Spitzenreiter.



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