Deutsche Teams in der Europa League Freiburg holt Punkt in Estoril, Frankfurt verliert in Tel Aviv

Es war kein guter Abend für die beiden deutschen Mannschaften in der Europa League: Frankfurt verlor in Tel Aviv und verpasste den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Phase, der SC Freiburg holte immerhin einen Punkt bei Estoril Praia in Portugal. Die Chancen auf ein Weiterkommen sind dennoch gering.

Estoril-Profi Mano (l.), Freiburgs Guédé: Zwei Platzverweise kurz vor Schluss
AP/dpa

Estoril-Profi Mano (l.), Freiburgs Guédé: Zwei Platzverweise kurz vor Schluss


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Hamburg - Die Europa League war bislang der Wohlfühl-Wettbewerb für Eintracht Frankfurt. Doch nun hat sich die Krise von der Bundesliga auf die internationale Bühne ausgeweitet. Mit der Niederlage in Tel Aviv verpasste es die Eintracht, sich vorzeitig für die K.o.-Phase zu qualifizieren. Lesen Sie hier noch einmal den Bericht zum Spiel.

Und die Freiburger? Die Rahmenbedingungen waren nicht besonders ansprechend. Mit rund 2000 Zuschauern war das Estádio António Coimbra da Mota nicht einmal halb gefüllt; dazu regnete es in Strömen. Das Europa-League-Spiel von Estoril Praia gegen den SC Freiburg passte sich den Umständen an. Auch auf dem Rasen herrschte lange Zeit Tristesse. Am Ende mussten sich die Freiburger bei Torhüter Oliver Baumann bedanken, der seinem Team mit einer herausragenden Leistung das 0:0-Unentschieden rettete.

Das Team von Trainer Christian Streich bleibt Dritter in der Vorrundengruppe H und hat in den verbleibenden Spielen gegen Slovan Liberec und den FC Sevilla theoretisch noch die Chance, sich für die K.o.-Runde zu qualifizieren. Die Leistung gegen den portugiesischen Vertreter Estoril macht aber nicht unbedingt Hoffnung auf Siege gegen die beiden stärksten Teams der Gruppe. In der Schlussphase sahen zwei Freiburger innerhalb von einer Minute die Gelb-Rote Karte: Erst traf es Nicolas Höfler (86. Minute), dann musste Karim Guédé vom Feld (87.).

Die Freiburger spielten mit einer ungewöhnlichen Startformation; auf gleich neun Positionen hatte Streich seine Mannschaft im Vergleich zum 3:0-Erfolg gegen Nürnberg am Wochenende verändert. Nur Torhüter Baumann und Verteidiger Oliver Sorg waren im Team geblieben. Der Abstiegskampf in der Bundesliga hat Priorität für die Freiburger - am Sonntag (17.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ist der VfB Stuttgart zu Gast beim Tabellen-16. -, die Europa League ist zweitrangig. Dementsprechend stellte Streich sein Team auf. Gegen Estoril durften sich Ergänzungsspieler wie Nicolai Lorenzoni, Höfler und Sebastian Kerk beweisen.

Baumann hat seine Patzer aus dem HSV-Spiel gut verkraftet

Estoril kontrollierte die Partie zu Beginn, kam aber nur selten zum Abschluss. In der 14. Minute scheiterte Luís Leal nach einem langen Ball aus spitzem Winkel an Baumann. Kurz vor der Pause forderten die Gastgeber vergebens einen Elfmeter nach Babancos Zweikampf gegen Freiburgs Verteidiger Fallou Diagne. Streichs Team verteidigte konzentriert und mit Leidenschaft; die wenigen Konterchancen vor der Pause brachten keine Gefahr für das Tor der Gastgeber. Erst gegen Ende der ersten Hälfte wurden die Freiburger etwas mutiger. In der 41. Minute kam Kerk nach schöner Vorarbeit von Francis Coquelin zum Abschluss, scheiterte aber an Estorils Torhüter Vagner.

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel etwas lebhafter, was vor allem an den Gastgebern lag, die verstärkt auf die Führung drängten. Immer wieder stand ihnen aber Baumann im Weg, der schon in Nürnberg stark gehalten hatte und seine Patzer gegen den Hamburger SV vor zwei Wochen offenkundig gut verkraftet hat. In der 50. Minute wehrte er Sebas Kopfball mit einer sehenswerten Parade ab, acht Minuten später rettete er im Eins-gegen-Eins-Duell gegen Fernandes und in der 83. Minute parierte Baumann den Kopfball des eingewechselten João Pedro Galvão. Nach den beiden Platzverweisen in der Schlussphase musste Freiburg bis zum Ende um den einen Punkt zittern - doch zumindest dieses Minimalziel erreichte der Bundesligist.

GD Estoril Praia - SC Freiburg 0:0
Estoril: Vagner - Mano, Tavares, Fernandes, Babanco - Goncalo - Filipe (81. Galvão), Evandro - Carlitos (67. Balboa), Leal (81. Lopes), Sebá
Freiburg: Baumann - Sorg, Krmas, Diagne, Lorenzoni - Höfler - Kerk (46. Mehmedi), Coquelin (69. Günter), Darida (66. Freis), Pilar - Guédé
Schiedsrichter: Borski (Polen)
Zuschauer: 5000
Gelbe Karten: Carlitos - Diagne
Gelb-Rote Karten: Höfler (86.), Guédé (87.)

buc



insgesamt 5 Beiträge
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nursonebenbei 07.11.2013
1. Was jetzt?
Im Text heißt es es seien ca. 2000 Zuschauer im Stadion gewesen. Drunter bei den Statistiken wird dann angegeben "Zuschauer : 5000" ! Eigentlich nicht so wichtig, lässt einen aber doch an der Qualität der ganzen Berichterstattung zweifeln!
bs2509 08.11.2013
2. Obwohl Freiburg- Fan . . .
. . .was sich aber auf dem Spielfeld getan hat, war einfach bestürzend. Nicht nur das Wetter spielte nicht mit, nein auch die Freiburger machten keine Anzeichen mitzuspielen. Dabei ist es unerheblich, ob auf neun Positionen umgestellt wurde.Alleine schon die Philosophie hier völlig unmotiviert rumzukicken, damit ein Verbleiben in der Bundesliga nicht gefährdet wird ist befremdlich. Auch der internationale Vergleich sollte genutzt werden, um herauszufinden, wie Einstellung und Leistungsbereitschaft der Mannschaft und Spieler zu bewerten ist. Im Vornherein zu sagen, hier laufen wir mal ein wenig die Außenlinie auf und ab, um den Schein zu wahren, es läge eine Art Interesse am internationalen Fußballgeschäft vor, finde ich peinlich. Außerdem schlägt sich eine solche Einstellung auch im Länderranking für die Vergabe von Champions-League und Europa-League Plätzen nieder. Und somit wäre der Bundesliga ein Bärendienst erwiesen.
Freidenker10 08.11.2013
3. Öde
Die Europa League ist Öde! Hab gestern mal in das Freiburg Spiel reingeschaut und dacht ich bin in der Kreisklasse gelandet. Gefühlte 100 Zuschauer, ein lächerliches Stadion und null Fussballfeeling, was soll das? Die hälfte der Teilnehmer kennt kein Mensch und will sie auch gar nicht kennenlernen. Mein Fazit - öder gehts nimmer.
luwigal 08.11.2013
4. Das zum Thema "Beste Liga der Welt" ...
Sechs Spiele, ein einziger mickriger Sieg. 1 Sieg, 2 Unentschieden, 3 Niederlagen b.t.w. 3 : 8 Tore 6 Spiele und nur 3 !!! Tore erzielt Ach ja, das gestrige Spiel? GRAUSAM. Aber, ich bin wenigstens noch froh darüber, dass sie nicht Frankfurt übertragen haben.
jagutichsachmal 08.11.2013
5. Peinlich
Zitat von luwigalSechs Spiele, ein einziger mickriger Sieg. 1 Sieg, 2 Unentschieden, 3 Niederlagen b.t.w. 3 : 8 Tore 6 Spiele und nur 3 !!! Tore erzielt Ach ja, das gestrige Spiel? GRAUSAM. Aber, ich bin wenigstens noch froh darüber, dass sie nicht Frankfurt übertragen haben.
Peinlicher Auftritt der deutschen Teams. kann man nicht anders sagen. Von der "besten Liga" ist die Bundesliga doch ziemlich weit weg.
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