Erfolg gegen Rom Thuram schießt Gladbach in der Nachspielzeit zum ersten Sieg

Bis kurz vor Schluss stand es in Gladbach 1:1, dann schlug Marcus Thuram zu. Die Gladbacher haben nun gute Chancen auf das Erreichen der K.-o.-Phase.

Marcus Thuram (r.) gelang der entscheidende Treffer
SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX

Marcus Thuram (r.) gelang der entscheidende Treffer


Borussia Mönchengladbach hat erstmals in der laufenden Europa League-Saison gewonnen und wieder gute Aussichten auf das Erreichen des Sechzehntelfinals. Gladbach schlug die AS Rom zuhause 2:1 (1:0). Zunächst profitierte Gladbach von einem Eigentor von Federico Fazio (35. Minute). Dem Innenverteidiger gelang zwar der Ausgleich (64.), doch in der Nachspielzeit erzielte Marcus Thuram den Gladbacher Siegtreffer (90.+5).

Im Parallelspiel gewann Istanbul Basaksehir 3:0 (0:0) gegen den Wolfsberger AC und führt die Gruppe J dadurch mit sieben Punkten an. Dahinter folgen Rom und Gladbach mit je fünf und Wolfsberg mit vier Punkten. In den verbleibenden beiden Spielen trifft die Borussia auf Istanbul und Wolfsberg.

Die erste Chance des Spiels hatte die AS Rom: Nach einem Eckstoß von der rechten Seite sprang Hinspiel-Torschütze Nicolò Zaniolo zum Kopfball hoch, der Ball landete aber auf dem Tornetz (12.). Kurz darauf kam auch Gladbach zu seinen ersten Abschlüssen, Lars Stindls Fernschuss ging knapp links am Tor vorbei (13.), der Versuch von Denis Zakaria aus 25 Metern streifte die Latte (15.). Der dritte Abschluss aus der Distanz gehörte László Bénes, AS-Torwart Pau López aber fing den Schuss (25.).

Fazio, der Doppeltorschütze

In der 28. Minute musste Gladbachs Trainer Marco Rose erstmals wechseln. Verteidiger Tony Jantschke hatte Oberschenkelprobleme und wurde durch Jonas Hofmann ersetzt. Gladbach kam nun öfter in den Strafraum der Gäste und ging nach einem Konter in Führung. Thuram spielte den Ball vom linken Flügel flach ins Zentrum, dort hielt Roms Abwehrspieler Fazio den Fuß hin, sein Klärungsversuch landete aber im Tor (35.).

Nach der Pause hatte Javier Pastore mit einem Schuss aus 20 Metern die große Chance zum Ausgleich. Borussia-Torwart Yann Sommer wehrte den Ball nach einem Hechtsprung ins linke Toreck jedoch ab (57.). Wenig später gelang Fazio das 1:1 für Rom. Aleksandar Kolarov schlug einen Freistoß an die Fünfmeterlinie und Fazio lenkte den Ball mit dem Fuß ins Tor (64.) - ähnlich wie bei seinem Eigentor zur Gladbacher Führung. Justin Kluivert hatte wenige Minuten später die Führung auf dem Fuß, schoss aus 15 Metern aber über das Tor (70.).

In der Schlussphase drückte Gladbach auf den Siegtreffer. Zakaria flankte den Ball in den Strafraum, Alassane Pléa köpfte ins Zentrum und Thuram traf mit einem Kopfball zum 2:1 (90.+4).

Borussia Mönchengladbach - AS Roma 2:1 (1:0)
1:0 Fazio (35., Eigentor)
1:1 Fazio (64.)
2:1 Thuram (90.+4)
Gladbach: Sommer - Jantschke (28. Hofmann), Ginter, Elvedi - Lainer, Bénes, Zakaria, Neuhaus (74. Pléa), Wendt (85. Bensebaini) - Stindl, Thuram
Rom: López - Santon, Smalling, Fazio, Kolarov - Veretout, Mancini (59. Diawara), Zaniolo (77. Ünder) , Pastore (80. Perotti), Kluivert - Dzeko
Schiedsrichter: Jesús Gil Manzano
Gelbe Karten: Benes, Bensebaini / Mancini, Santon, Diawara
Zuschauer: 44.500

ptz



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Seite 1
polza_mancini 07.11.2019
1. Jaaa!
Großartiger Einsatz, super Spiel meiner Fohlen gegen individuell starke Römer. Als Mannschaft bis zur letzten Rückennummer dagegen gehalten, Wahnsinn. So, Herzinfarkt glücklich vermieden, gute Nacht...
OhMyGosh 08.11.2019
2.
Junge, Junge, warum muss das immer so aufreibend sein, bis dat dat Runde dann endlich innet Eckige is... dieser Thuram ist wahrlich ein Tausendsassa. aber nicht nur er. Hoffentlich bleiben alle gesund und fit, dann ist noch so einiges möglich.
skeptikerjörg 08.11.2019
3. Wie lange geht das gut?
1. Glückwunsch an die Gladbacher und viel Glück auf dem weiteren Weg in die KO-Phase. Natürlich etwas glücklich, Eigentor der Roma und Last-Minute-Punch, aber mit unheimlicher Kampfmoral erarbeitet. 2. Stellt sich die Frage, wie lange das gut geht, wie lange die Mannschaft dieses unheimlich laufintensive und kraftraubende Spiel durchhalten kann. In der zweiten Halbzeit waren die Verschleißerscheinungen ganz offensichtlich und zwangsläufig kam die Roma besser ins Spiel. 3. Es gibt in der Offensive noch viel Feinschliff zu erarbeiten. Dann hatten sie sich im kräftezehrenden hohen Gegenpressing den Ball erobert, schnell nach vorne gespielt und dann entweder der letzte Pass schlampig oder die falsche Entscheidung und alle wieder im Höchsttempo zurück. Irgendwann sind dann die Tanks leer - und nicht immer ist das Glück Borusse.
Pudi 08.11.2019
4.
Zitat von skeptikerjörg1. Glückwunsch an die Gladbacher und viel Glück auf dem weiteren Weg in die KO-Phase. Natürlich etwas glücklich, Eigentor der Roma und Last-Minute-Punch, aber mit unheimlicher Kampfmoral erarbeitet. 2. Stellt sich die Frage, wie lange das gut geht, wie lange die Mannschaft dieses unheimlich laufintensive und kraftraubende Spiel durchhalten kann. In der zweiten Halbzeit waren die Verschleißerscheinungen ganz offensichtlich und zwangsläufig kam die Roma besser ins Spiel. 3. Es gibt in der Offensive noch viel Feinschliff zu erarbeiten. Dann hatten sie sich im kräftezehrenden hohen Gegenpressing den Ball erobert, schnell nach vorne gespielt und dann entweder der letzte Pass schlampig oder die falsche Entscheidung und alle wieder im Höchsttempo zurück. Irgendwann sind dann die Tanks leer - und nicht immer ist das Glück Borusse.
Mit dem letzten und auch vorletzten Pass in die Spitze haben sie recht. Ich denke, das hat auch Marco Rose gesehen und wird daran arbeiten lassen. Ich hoffe Lars Stindl bleibt jetzt mal von Verletzungen verschont, damit er sich mit Thuram, Embolo und auch Plea besser einspielen kann. Natürlich ist ein Siegtreffer in der Nachspielzeit glücklich, aber von Glück oder Dusel möchte ich nicht sprechen. Das war einfach erzwungen und am Ende verdienter Lohn für eine unglaubliche Schlussphase. Und das war auch nicht einfach nur Zufall, sondern nach dem Ausgleich der Römer und in der Phase wo die Italiener immer stärker wurden, hat Rose die 3er-Kette aufgelöst und Zakaria wieder ins MF geschoben. Das war ein deutliches Signal an das eigene Team, aber auch an den Gegner, wir wollen und werden das gewinnen. Auch das er mit Plea einen zusätzliche Stürmer für einen MF-Spieler brachte. Ich denke die meisten Trainer hätten hier gedacht, besser den einen Punkt zu sichern. In den letzten 10 Minuten schienen mir die Römer stehend KO zu sein, während die Fohlen nochmal kämpferisch und läuferisch 2 Gänge hochgeschaltet haben. Als Sahnehäubchen hat die Borussia durch die Art des Spiels, gerade in den letzten 15 Minuten das Publikum dermaßen angefixt, dass die Fans ihr Team unglaublich nach vorne gepusht haben. Naja und dann der Treffer in der Nachspielzeit, so ein Drehbuch hätte ein Spielberg, Cameron und Co. nicht besser schreiben können. Das war dann schon Ekstase pur. Selbstverständlich kann man nicht im 3-Tagerhythmus so eine Energieleistung bringen. Aber das wird sehr wahrscheinlich auch nicht nötig sein. Zumal sich das Lazarett bei den Gladbachern so langsam wieder lichtet. Mit Stindl, Plea, Hoffmann, Strobl kehren potentielle Stammkräfte zurück. Mal hoffen das bei Janschke nix schlimmeres passiert ist und sich Embolo schnell erholt. Dann hat Rose auch genug Breite im Kader um belastungssteuernd zu rotieren. Das wichtigste aber ist, die Mannschaft scheint schneller als erwartet das System Rose verinnerlicht zu haben. Jetzt heißt es Feintuning, um oben erwähnte Mängel zu beheben. Dann könnten die Fohlen eine gute Rolle um die Vergabe der CL-Plätze spielen.
Sal.Paradies 08.11.2019
5. Ich hatte bis in die letzte Sekunde daran geglaubt
dass die Gladbacher dieses aufreibende Spiel noch gewinnen können. In den letzten 10 Minuten gab Gladbach nochmal richtig Gas und versuchte wirklich alles, wobei sie ganz vorne den letzten Pass unglaublich oft fahrlässig/schlampig verdaddelten. Gerade Thuram traf oft die falschen Entscheidungen, auch und gerade in der 2.Halbzeit, aber den Kopfball hat er perfekt versenkt. Ein sehr unterhaltsames, temporär aufreibendes Spiel und genau so sollte Fussball sein. Beide wollten spielen und hatten auch die technischen Mittel dazu. Die Roma immer gefährlich und als sie Mitte der 2.Halbzeit einen Gang hochschalteten, war abzusehen, dass da wohl noch ein Gegentreffer kommen sollte.. Am Ende aber ein mehr als gerechter Sieg, da Gladbach die weitaus besseren Spielanteile hatte. Kann ein Fussballspiel für die Heimelf besser enden, als in dieser 94.Min?! Der Borussia-Park erbebte bis in unsere Wohnzimmer und die Borussia hat sich für all diesen Aufwand belohnt. Danke für einen schönen Fussballabend und was die Qualifikation angeht, hat der BVB alles in eigener Hand.
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