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Europa League: Braga mit Köpfchen, Villarreal ohne Chance

Foto: JOSE MANUEL RIBEIRO/ REUTERS

Europa League Braga und Porto ziehen ins Endspiel ein

Der Außenseiter steht im Finale: Sporting Braga hat sich im Halbfinal-Duell in der Europa League gegen Lissabon durchgesetzt. Im Endspiel wartet der FC Porto, der gegen Villarreal trotz einer Niederlage weiterkam.

Hamburg - Custodio Miguel Dias de Castro, kurz Custodio, wird im portugiesischen Braga noch lange in Erinnerung bleiben. Durch seinen Treffer im Halbfinal-Rückspiel der Europa League gegen Benfica Lissabon sicherte er seinem Team einen 1:0 (1:0)-Sieg und den Einzug ins Endspiel - zugleich der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Das Hinspiel hatte Benfica vor heimischem Publikum 2:1 gewonnen.

Im zweiten Halbfinale setzte sich der FC Porto trotz einer 2:3 (1:1)-Niederlage beim FC Villarreal durch und wahrte seine Chance auf das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Europacup. Am 18. Mai (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) kommt es damit in Dublin erstmals zu einem rein portugiesischen Finale eines europäischen Wettbewerbs.

Vor 25.000 Zuschauern in Braga machte zunächst Außenseiter Sporting das Spiel. Benfica schien den knappen Vorsprung aus dem Hinspiel lediglich verwalten zu wollen. Konsequenz war das 1:0 für Braga (19. Minute) durch Custodio, der nach einer Ecke per Kopf erfolgreich war. Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte war Braga dem 2:0 näher als Benfica dem Ausgleich. Javier Saviola vergab in der 41. Minute mit einem Pfostenschuss die einzige große Chance der Gäste vor dem Pausenpfiff.

Auch nach dem Seitenwechsel kam Benfica, das in der ersten K.o.-Runde den VfB Stuttgart ausgeschaltet hatte, zu selten gefährlich vor das gegnerische Tor. Den Spielern des portugiesischen Rekordmeisters war der Druck anzumerken. Nach dem Scheitern in der Meisterschaft und der Niederlage im Pokal-Halbfinale gegen den Dauerrivalen Porto drohte in der Europa League die dritte große Enttäuschung.

Erst in der Schlussphase erhöhte das Team von Trainer Jorge Jesus den Druck. In der 71. Minute konnte Artur erst im letzten Moment vor dem heranstürmenden Fabio Coentrao klären. Die beste Chance vergab schließlich Alan Kardec, dessen Kopfball Bragas Paulao nach 89 Minuten auf der Linie klärte. Die Gastgeber trauten sich immer weniger nach vorne, schafften es aber, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten.

Sporting Braga - Benfica Lissabon 1:0 (1:0)
1:0 Custodio (19.)
Braga: Artur - Garcia, Paulao, Rodriguez, Silvio - Custodio, Hugo Viana - Alan, Mossoro (80. Kaka), Lima (73. Salino) - Meyong (87. Barbosa)
Lissabon: Roberto - Maxi Pereira, Luisao, Jardel, Fabio Coentrao - Javi Garcia, Gaitan, Martins (81. Alan Kardec), Cesar Peixoto (58. Jara) - Saviola (86. Menezes), Cardozo
Schiedsrichter: Atkinson (England)
Zuschauer: 25.384
Gelbe Karten: Silvio, Paulao (2), Artur (2) - Cesar Peixoto, Maxi Pereira (3), Fabio Coentrao (2), Luisao

Villarreal schlägt Porto und scheidet aus

Der FC Villarreal drängte in der Anfangsphase gegen Porto auf einen frühen Treffer, um das 1:5 aus dem Hinspiel vielleicht doch noch zu drehen. Vor 22.000 Zuschauern setzte Marco Ruben in der 17. Minute Cani in Szene, der nur noch ins leere Tor einschieben musste. Anschließend legte Villarreal nach: Die Schüsse von Ruben (22.) und Giuseppe Rossi (23.) brachten aber keinen Erfolg.

Porto verzichtete in der ersten Hälfte fast komplett auf Offensiv-Aktionen. Top-Stürmer Falcao, der das Hinspiel mit vier Toren fast im Alleingang entschieden hatte, fiel nur in der 26. Minute auf, als er für einen rüden Einsatz im gegnerischen Strafraum Gelb sah. Umso überraschender trafen die Gäste kurz vor der Halbzeit zum Ausgleich. Einen harmlosen Schuss des Brasilianers Hulk fälschte Mateo Musacchio unhaltbar für den brasilianischen Torwart Artur ab (40.).

In der zweiten Hälfte das gleiche Bild wie zu Beginn: Villarreal, das im Achtelfinale Bayer Leverkusen ausgeschaltet hatte, kam stürmisch aus der Kabine und hatte bereits nach wenigen Sekunden die erste Möglichkeit durch Nilmar. Das Tor fiel jedoch auf der anderen Seite. Nach einem schnellen Konter in der 48. Minute flankte Freddy Guarin auf Falcao, der freistehend zur Vorentscheidung traf. Für den Kolumbianer war es der 16. Treffer im laufenden Wettbewerb, damit übertraf er den Uefa-Cup-Torrekord, den Jürgen Klinsmann für den FC Bayern in der Saison 1995/96 aufgestellt hatte.

In der Schlussphase konnte Villarreal die Partie durch Treffer von Joan Capdevilla (75.) und Rossi (81. Foulelfmeter) zwar noch drehen, zum Weiterkommen hätten die Spanier allerdings noch drei weitere Treffer erzielen müssen.

FC Villarreal - FC Porto 3:2 (1:1)
1:0 Cani (17.)
1:1 Hulk (40.)
1:2 Falcao (48.)
2:2 Capdevila (75.)
3:2 Rossi (80., Foulelfmeter)
Villarreal: Diego Lopez - Mario, Musacchio, Bruno, Capdevila - Cani, Matilla (57. Wakaso), Cazorla (57. Marchena) - Nilmar (67. Senna), Ruben, Rossi
Porto: Helton - Sapunaru, Otamendi, Rolando, Alvaro Pereira - Guarin, Fernando (61. Micael), Joao Moutinho (52. Souza) - Hulk, Falcao, Cristian Rodriguez (32. James Rodriguez)
Schiedsrichter: Rocchi (Italien)
Zuschauer: 22.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Bruno, Wakaso (2) - Falcao, Sapunaru (2), Micael, Otamendi (2)

klu
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