Europa League Hamburg gegen Celtic, Bremen gegen Bilbao

Die Gegner der Bundesliga-Clubs in der Europa League stehen fest: Hamburg trifft unter anderem auf Celtic Glasgow, Bremen und Hertha müssen in Spanien und Portugal ran. Die anstehende Gruppenphase sollte das deutsche Teilnehmer-Trio dennoch überstehen.

dpa

Uwe Seeler freute sich, bereits das zweite Los war sein Hamburger SV. Er selbst stand als Pate der Auslosung zur Europa League, dem offiziellen Nachfolgewettbewerb des Uefa-Cups, auf der Bühne. Seine Freude wich zusehends Nervosität. Gesetzt als Kopf der Gruppe C bekam sein HSV Celtic Glasgow mit dem deutschen Nationalspieler Andreas Hinkel zugelost, sicherlich einer der härtesten Gegner in der Gruppenphase.

Doch je länger die Auslosung dauerte, desto mehr konnte er sich entspannen. Die weiteren Gegner, Hapoel Tel Aviv und Rapid Wien, sind beide klar unterlegen, der Einzug in die nächste Runde wird zur Pflichtaufgabe.

Werder Bremen trifft in einem weiteren deutsch-österreichischen Duell auf Austria Wien sowie auf Athletic Bilbao aus Spanien und Nacional Madeira aus Portugal. Aufgaben, die die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf nicht unterschätzen sollte, die aber allemal lösbar sind. "Wir wollen in dieser Gruppe gute Ergebnisse abliefern und uns durchsetzen, das muss unser Ziel sein. Auf dem Papier sind wir sicherlich der Favorit. Wir werden selbstbewusst, aber nicht nachlässig an diese Aufgabe herangehen", so Schaaf.

Hertha BSC Berlin muss sich gegen Sporting Lissabon, den niederländischen Pokalsieger SC Heerenveen und den lettischen Meister FK Ventspils durchsetzen. Lissabon ist hier wohl der schwierigste Gegner, gegen Heerenveen und Ventspils sind die Berliner klarer Favorit. Das ergab die Auslosung am Donnerstag im Grimaldi Forum von Monte Carlo. Die sechs Gruppen-Spieltage stehen vom 17. September bis zum 17. Dezember auf dem Programm.

Hertha-Manager Michael Preetz sagte anschließend: "Das sind sehr interessante Gegner. Für mich ist Sporting Lissabon klarer Gruppenfavorit und Ventspils die große Unbekannte. Für uns ist alles möglich. Wenn man sich wie wir ein Jahr abgestrampelt hat, um im Europacup zu spielen, dann will man dort auch überwintern. Das ist unser Ziel. Ich hoffe auf sportlich interessante Spiele und gute Zuschauerzahlen."

48 Teams in zwölf Gruppen á vier Mannschaften

Die Europa League gibt es erst seit dieser Saison, vormals firmierte der Wettbewerb unter dem Namen Uefa-Cup. Allerdings blieb es nicht einzig bei einer Namensänderung: Nach der überstandenen Qualifikationsrunde spielen 48 Teams in zwölf Gruppen á vier Mannschaften in Hin- und Rückspiel gegeneinander. Die Gruppensieger und -zweiten ziehen in die K.o.-Runde mit den Drittplatzierten der Champions-League-Vorrunde ein. In dieser Runde treten insgesamt 32 Mannschaften an.

Die Aufteilung in Gruppen gab es bereits seit der Saison 2004/05 im Uefa-Cup. In der ersten Runde traten damals zunächst 80 Mannschaften im gewohnten K.-o.-Modus gegeneinander an, die 40 Sieger zogen anschließend in die Gruppenphase ein. Dort gab es acht Gruppen zu jeweils fünf Mannschaften. Allerdings trug jede Mannschaft nur eine Partie gegen die jeweiligen Gruppengegner aus. Die drei bestplatzierten Mannschaften qualifizierten sich für die folgenden K.-o.-Runden.

Europa League finanziell kein Vergleich zur Champions League

Doch trotz der Änderung des Wettbewerbs reicht die neue Europa League nicht an das Millionenspiel Champions League heran: Garantierte 900.000 Euro erhält jeder der 48 Clubs in der Gruppenphase, für ein Unentschieden werden die Vereine zusätzlich mit 60.000, für einen Sieg mit 120.000 Euro entlohnt.

In der Runde der letzten 32 gibt es 180.000 Euro garantiert, im Achtelfinale 270.000, im Viertelfinale 360.000 und in der Vorschlussrunde 630.000 Euro. Der unterlegene Finalist im Endspiel am 12. Mai 2010 in der Hamburger WM-Arena darf sich mit zwei Millionen Euro trösten, der Premieren-Champion erhält drei Millionen und kann - sofern er jede Partie für sich entscheidet - maximal 6,06 Millionen an Prämien einstreichen. Hinzu kommen Zuschauereinnahmen und die Vergütung aus dem Vermarktungspool der Europäischen Fußball-Union.

Zum Vergleich: In der Champions League gibt es garantierte 7,1 Millionen Euro pro Teilnehmer allein in der Gruppenphase, der Gewinner der Königsklasse kann sogar auf bis zu 31,2 Millionen Euro an Prämien kommen.

Sechs Schiedsrichter in der Gruppenphase

Am Rande der Auslosung verteidigte Uefa-Präsident Michel Platini die Ansetzung von sechs Unparteiischen für die Spiele der Gruppenphase: "Weitere vier Augen sehen mehr. Wir haben keine Krise des Schiedsrichterwesens, wir haben eine Krise des Nicht-Sehen-Könnens bei der heutigen Geschwindigkeit des Spiels."

Mit der Genehmigung des Fußball-Weltverbandes Fifa und der zuständigen unabhängigen Regelkommission darf die Europäische Fußball-Union in den 144 Spielen der Gruppenphase das Experiment durchführen. Neben dem Hauptschiedsrichter, seinen beiden Assistenten und dem vierten Offiziellen wird es zwei Torrichter geben, die rechts hinter dem Torwart, also entgegengesetzt zum jeweiligen Schiedsrichter-Assistenten platziert sind. Sie haben die Aufgabe, Strafraum und Strafraumnähe zu beobachten und dürfen auch den Platz betreten, so lange sie hinter dem letzten Spieler bleiben. Mit dem Referee sind sie per Funkmikrofon verbunden. Um zu verdeutlichen, dass die Torrichter keine Entscheidungsbefugnis besitzen, tragen sie keine Fahne.

Das International Board der Fifa könnte im nächsten Frühjahr entscheiden, ob das neue System weiterhin angewandt werden darf oder nicht. Platini: "Wenn es Zustimmung findet, werden wir auch die Europameisterschaft 2012 so spielen." Als Torrichter kann Platini sich in einem normalen Meisterschaftsbetrieb altgediente Schiedsrichter vorstellen, die wegen Erreichung der Altersgrenze ausgemustert wurden. "Die müssen ja nicht mehr laufen. Die können das mit ihrer Erfahrung machen, bis sie blind werden."

jar/dpa/sid

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