Nach Europa-League-Spiel Bürgermeisterin von Rom nennt Frankfurter Fans "Bestien"

Sportlich gelang Eintracht Frankfurt bei Lazio Rom ein Erfolg, Teile der mitgereisten Anhänger sorgten hingegen für Krawalle. Die Folge: mehrere Festnahmen und Empörung bei den Gastgebern.

Eintracht-Block in Rom
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Eintracht-Block in Rom


Nach dem 2:1-Sieg von Eintracht Frankfurt in der Europa League bei Lazio Rom sollen "um die 15 Personen" aus der Frankfurter Anhängerschaft festgenommen worden sein. Das teilte die römische Polizei mit. Sie gab zudem an, Feuerwerkskörper und Rauschgift beschlagnahmt zu haben.

Insgesamt waren rund 9000 Mitgereiste aus Frankfurt im Stadion, darunter waren ungefähr 400 als "Problemfans" eingestuft. Die Polizei hatte verstärkte Sicherheitsvorkehrungen angeordnet, etwa eine Bannmeile rund um die Arena, personalisierte Tickets und ein Verbot des Alkoholverkaufs.

Allerdings soll es schon vor dem Spiel in der Innenstadt von Rom zu Vorfällen gekommen sein, etwa als eine Gruppe von Eintracht-Fans in einen Supermarkt eingedrungen sei und Lebensmittel sowie Alkohol gestohlen haben soll. Mehrere Plätze in der Innenstadt seien beschmutzt worden.

Zusammenstöße zwischen römischen und hessischen Problemfans wurden zudem aus der Umgebung des Kolosseums gemeldet. "In Rom empfangen wir gern Fans, aber keine Hooligans", sagte Bürgermeisterin Virginia Raggi. "Bestien dieser Art sollen zu Hause bleiben." Raggi sprach in einem TV-Interview mit dem Sender La7 von "bestie", was Tier oder Bestie bedeuten kann.

"Haben kein gutes Bild abgegeben"

Nach Zusammenstößen mit der Polizei waren fünf Anhänger der Eintracht festgenommen worden. Der Versuch, die Frankfurter vom Block der Lazio-Fans fernzuhalten, soll mit dem Zünden von Rauchbomben und Knallkörpern beantwortet worden sein. Auch während des Spiels zündeten Frankfurter Fans Pyrotechnik, die Polizei marschierte im Innenraum auf. Ein Eintracht-Anhänger wurde beim Versuch, den zu betreten, festgenommen.

"Wir haben kein gutes Bild abgegeben," sagte Eintracht Vorstandsmitglied Axel Hellmann. "Eine kleine Gruppe hat das Spiel missbraucht, um ihre private Auseinandersetzung mit Lazio Rom zu führen." Diese hätten das Bild geschädigt, das sich von der Frankfurter Fanszene international verbreitet. "Das schadet Eintracht Frankfurt. Das betrübt mich sehr, das macht mich traurig", sagte Hellmann weiter.

Sowohl die festgenommenen Randalierer als auch der Verein erwarten voraussichtlich Strafen für die Vorfälle. Hellmann kündigte an, dass auch der Verein an dem Problem arbeiten werde: "Wir werden die nie ganz rausbekommen aus dem Stadion. Aber wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass diese Kräfte sich nicht austoben können."

tip/sid



insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
cpt.z 14.12.2018
1. Falsche Überschrift
Aus dem Zitat im Text geht doch hervor, dass die Bürgermeisterin Hooligans als Bestien bezeichnet hat und nicht etwa die Eintracht Fans. Da gibt's doch wohl einen Unterschied.
jpphdec 14.12.2018
2. Wann fahren solche Leute mal ein?
"Lebensmittel stehlen" und "Pyrotechnik zünden" kann man nämlich auch mit "plündern" und "brandschatzen" übersetzen. Wenn mal wieder ein Intensivtäter mit Migrationshintergrund was verbrochen hat, werden doch auch allerorten härtere Maßnahmen gefordert, warum nicht bei dieser Klientel? Achso, ja, weil Fußball...
nochnestimme 14.12.2018
3. Dünnlippig
Die Stellungnahme des Herrn Hellmann ist mir zu dezent. Das muss man als Vereinsboss deutlicher verurteilen! Ich begreife auch immer noch nicht, warum es in unserem Überwachungsstaat nicht möglich sein soll, solche "Bestien" ausfindig zu machen und die Menschheit davor zu schützen. Fußballspiele sind kein rechtsfreier Raum, begreift das endlich!
gemüseflüsterer 14.12.2018
4. Personalisierte Karten und schon lassen sich
Randalierer und Chaoten fern halten. Am Können scheitert es nicht, sondern am Wollen!
brutus972 14.12.2018
5. Die Ultras sind keine Fans.
Das sind die Chaoten mit den Bengalos, die in der ganzen Nachbarschaft sämtliche Verkehrsschilder zerstören!
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