Europa League Niederlage in Sevilla - Freiburg weiter in der Krise

Ansehnlich gespielt, gut gekämpft und trotzdem keine Punkte: Der SC Freiburg bleibt auch in der Europa League sieglos. Beim spanischen Club FC Sevilla hielt der Bundesligist lange dagegen und schlug sich am Ende selber.

REUTERS

SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Der SC Freiburg kommt nicht aus der Krise und bleibt sowohl in der Bundesliga als auch in der Europa League weiter sieglos. Zwei Wochen nach dem verschenkten Sieg gegen Slovan Liberec zum Auftakt unterlag die Mannschaft von Trainer Christian Streich beim spanischen Kontrahenten FC Sevilla 0:2 (0:0). Diego Perotti per Strafstoß (63. Minute) - Freiburgs Fallou Diagne hatte zuvor wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen - und Carlos Bacca (90.+1) erzielten die Tore.

Streich hatte nach der herben 0:5-Klatsche am Samstag in Dortmund reagiert, seine Startelf gleich auf vier Positionen verändert und zahlreiche Stammkräfte geschont. Die Umstellungen gingen zumindest dahingehend auf, dass die Partie anfangs ausgeglichen gestaltet werden konnte.

Torszenen waren allerdings Mangelware, erst nach einer Viertelstunde gab es den ersten ansprechenden Torschuss des Spiels: Mike Hanke Versuch hielt Sevillas Torwart Javi Varas problemlos.

Im Anschluss übernahm Sevilla die Kontrolle und drängte den Bundesligisten immer wieder in die Defensive. Die beste Chance der ersten Hälfte vergab Jairo, als er im Strafraum aus halbrechter Position gefährlich zum Abschluss kam (20.) - Freiburgs Schlussmann Oliver Baumann klärte jedoch sehenswert mit den Fingerspitzen zur Ecke.

Auch die weiteren Torszenen spielten sich vor dem SC-Keeper ab: Nach einer Hereingabe von links klärte Matthias Ginter artistisch in letzter Sekunde (36.). Kurz vor der Pause machten die ehemaligen Bundesligaspieler in Reihen des FC Sevilla auf sich aufmerksam: Der Ex-Schalker Ivan Rakitic nahm allerdings im SC-Strafraum die Hand zur Hilfe (41.). Zwei Minuten später war der ehemalige HSV-Spieler Piotr Trochowski alleine durch, doch der Versuch eines Lupfers aus gut 25 Metern misslang.

In der zweiten Hälfte wurde der Druck zu groß

Nach dem Wechsel drängte Sevilla weiter auf die Führung, es dauerte aber bis zur 57. Minute bis zur nächsten Großchance: Rakitic schickte Diogo Figueiras mit einem tollen Steilpass auf der rechten Seite, doch der Rechtsverteidiger vergab fahrlässig, als er quer legen wollte, anstatt selber abzuschließen. Erneut war es Ginter, der klären konnte.

Fünf Minuten später war es dann aber so weit: Stürmer Bacca war nach einem erneut sehenswerten Steilpass von Rakitic plötzlich durch und konnte von Verteidiger Fallou Diagne nur unfair vom Torschuss abgehalten werden - Rot für den Freiburger und Strafstoß für Sevilla. Die Chance ließ sich Perotti nicht nehmen (63.) und erzielte das 1:0.

Im weiteren Verlauf wollten die Freiburger in Unterzahl noch einmal dagegen halten, doch die wenigen Angriffsversuche verpufften zumeist spätestens an der Strafraumgrenze. Die Spanier, bei denen auch noch der Ex-Bremer Marko Marin für Trochowski eingewechselt wurde, machten es nicht viel besser. Erst in der Nachspielzeit schloss Bacca einen Konter zum 2:0-Endstand ab.

In der zweiten Partie der Gruppe H gewann Slovan Liberec gegen GD Estoril Praia 2:1 (1:1). Damit belegt Freiburg nach zwei Partien hinter Sevilla (6 Punkte) und Liberec (4) mit nur einem Zähler den dritten Rang, Estoril liegt punktlos am Tabellenende. Am nächsten Spieltag (24. Oktober) empfängt Freiburg die Portugiesen.

FC Sevilla - SC Freiburg 2:0 (0:0)
1:0 Perotti (63., Foulelfmeter)
2:0 Bacca (90.+1)
Sevilla: Varas - Figueiras, Cala, Pareja, Moreno - Rakitic (89. Cristoforo), Iborra - Jairo, Trochowski (55. Marin), Perotti (77. Rabello) - Bacca
Freiburg: Baumann - Sorg, Diagne, Ginter, Günter - Fernandes, Höfler - Klaus (69. Freis), Coquelin (61. Kerk) - Hanke, Albutat (61. Mehmedi)
Schiedsrichter: Besborodow (Russland)
Zuschauer: 18.000
Rote Karte: Diagne nach einer Notbremse (62.)
Gelbe Karten: Iborra, Perotti - Diagne

tpr

insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
annibertazeh 03.10.2013
1.
Zitat von sysopREUTERSAnsehnlich gespielt, gut gekämpft und trotzdem keine Punkte: Der SC Freiburg bleibt auch in der Europa League sieglos. Beim spanischen Club FC Sevilla hielt der Bundesligist lange dagegen und schlug sich am Ende selber. http://www.spiegel.de/sport/fussball/europa-league-sc-freiburg-verliert-0-2-beim-fc-sevilla-a-925996.html
Folglich reicht das Dreisam-Stadion auch fürderhin.
SelberDenker 03.10.2013
2. Naja,
die Freiburger haben es sich in der vergangenen BuLi-Saison eben verdient, dass sie in der Europa League spielen dürfen. Konkurrenzfähig sind sie dort deswegen leider trotzdem nicht.
hotfinger 03.10.2013
3. Wie dämlich...
...muss man denn sein, den Kern des gesamten Spielerkaders zu verklopfen und sich in der laufenden Saison Spitzenergebnisse auf europäischem Parkett auszurechnen? Sportlich sauber wäre der freiwillige Abstieg in die 2. Liga gewesen. So wirds eben der hochblamable sportliche Niedergang in die Zweitklassigkeit. Profis braucht man eben nicht nur auf dem Spielfeld.
marcusaemiliuslepidus 03.10.2013
4. Unioner
@hotfinger was ist denn da bitte dämlich? Es ist ja nicht so, dass die Freiburger eine Wahl gehabt hätten. Die Freiburger heulen halt nicht so rum wenn sie Spieler gehen lassen müssen, weil sie es gewohnt sind.
ewt 04.10.2013
5. dämlich?
Zitat von hotfinger...muss man denn sein, den Kern des gesamten Spielerkaders zu verklopfen und sich in der laufenden Saison Spitzenergebnisse auf europäischem Parkett auszurechnen? Sportlich sauber wäre der freiwillige Abstieg in die 2. Liga gewesen. So wirds eben der hochblamable sportliche Niedergang in die Zweitklassigkeit. Profis braucht man eben nicht nur auf dem Spielfeld.
Wer hier dämlich ist? Der Freiburger Trainer hat es schon wiederholt gesagt: Freiburg hat weder die Möglichkeiten noch den Geldbeutel, den andere Vereine haben (oder vortäuschen). Wer soviele Spieler abgeben musste wie der SC, der hat eben große Schwierigkeiten... - dass Ch. Streich trotzdem gute Arbeit macht, weiß jeder, der ein bisschen Ahnung hat !
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.