1:4 gegen SSC Neapel Wolfsburg in der Europa League vor dem Aus

Ausgekontert! Der VfL Wolfsburg hat im Viertelfinal-Hinspiel gegen SSC Neapel einen bitteren Abend erlebt. Nach einem frühen Doppelschlag der Gäste fand der Bundesligist nicht mehr zurück in die Partie. Das Halbfinale dürfte kaum noch zu erreichen sein.

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Der VfL Wolfsburg muss auf den ersten internationalen Titel in der Vereinsgeschichte wohl noch etwas warten. Im Viertelfinalhinspiel der Europa League gegen den SSC Neapel verlor der Bundesligist 1:4 (0:2) und hat nun eine ganz schwierige Ausgangsposition für das Rückspiel in Italien in einer Woche.

Die Führung der Gäste erzielte Gonzalo Higuaín (15. Minute), Marek Hamsik (23./64) und Manolo Gabbiadini (76.) erhöhten. Für Wolfsburg traf Nicklas Bendtner (80.). In den weiteren Partien gewann der FC Sevilla gegen Zenit St. Petersburg 2:1 (0:1). Der FC Brügge spielte 0:0 gegen Dnipro Dnipropetrowsk, Dynamo Kiew trennte sich vom AC Florenz 1:1 (1:0).

"Natürlich hätten wir das gern anders gestaltet. Aber wir müssen anerkennen, dass wir nicht unseren besten Tag hatten und Neapel sehr gut gespielt hat", sagte VfL-Trainer Dieter Hecking: "Die Chance, dass wir das noch drehen können, ist sehr gering. Wir können aus diesem Spiel sehr, sehr viel mitnehmen für die Zukunft."

In Wolfsburg begegneten sich beide Teams in der Anfangsviertelstunde auf Augenhöhe. Dann kam Neapel. Den ersten durchdachten Angriff der Gäste vollendete Higuain. Nach einer Flanke von der linken Seite stand der Argentinier leicht im Abseits, nahm den Ball dann mit dem Oberarm mit und überwand Diego Benaglio im VfL-Tor aus rund zehn Metern. Der Schiedsrichter gab den Treffer.

Schwerer Patzer von Guilavogui

Sieben Minuten später war der Schockstart perfekt. Higuaín konnte ungestört in die Spitze passen, Hamsik stand zwischen Naldo und Vieirinha frei - 0:2. Wolfsburg hatte zu diesem Zeitpunkt 63 Prozent Ballbesitz, blieb aber ohne Durchschlagskraft. Die Antwort des Bundesligisten bestand aus einem Kopfball von Naldo (30., drüber).

Neapel wirkte bei nahezu jeder Offensivaktion gefährlicher. Hamsiks Hereingabe klärte Wolfsburgs Abwehr nur mit Mühe vor dem einschussbereiten Higuaín (31.), der kurz darauf aus spitzem Winkel verzog (35.). Der VfL kam kaum in die Zweikämpfe, agierte in der Defensive zu zögerlich und abwartend. Einziger Höhepunkt in der ersten Hälfte: ein Lattenschuss von André Schürrle (45.+1).

Es war Wolfsburgs Benaglio zu verdanken, dass die Partie nicht schon nach 48 Minuten entschieden war. Der Torwart parierte stark gegen Higuain, der erneut frei auf ihn zugelaufen war. Ein Aufbäumen des VfL war kaum erkennbar. Daniel Caligiuris Schuss flog weit neben das Tor (53.), es war ein kümmerlicher Versuch.

Trainer Hecking reagierte, brachte Bendtner für den enttäuschenden Stürmer Bas Dost und Ivan Perisic für Schürrle. Der Effekt? Gleich null. Stattdessen setzte es das 0:3. Ausgangspunkt war ein schwerer Fehlpass von Josuha Guilavogui im Spielaufbau, den Neapels José Callejon erlief und dann in die Mitte passte. Hamsik musste nur noch einschieben.

Dabei beließ es Neapel aber nicht. Gabbiadini köpfte eine Flanke zum 4:0 ins Wolfsburger Tor, Benaglio war wieder machtlos. Etwas Kosmetik betrieb dann Bendtner, der eine Perisic-Hereingabe zum einzigen Wolfsburger Treffer über die Linie drückte.

Neapel brachte den Sieg ohne große Mühe über die Zeit und darf sich große Hoffnungen auf das Halbfinale machen. Das Rückspiel steigt am Donnerstag, 23. April (21.05 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Etwas anderes als ein Wolfsburger Aus wäre dann eine Sensation.

VfL Wolfsburg - SSC Neapel 1:4 (0:2)
0:1 Higuain (15.)
0:2 Hamsik (23.)
0:3 Hamsik (64.)
0:4 Gabbiadini (77.)
1:4 Bendtner (80.)
Wolfsburg: Benaglio - Vieirinha, Naldo, Knoche, Rodriguez - Guilavogui (70. Arnold), Luiz Gustavo - Caligiuri, De Bruyne, Schürrle (64. Perisic) - Dost (57. Bendtner)
Neapel: Andujar - Maggio, Albiol, Britos, Ghoulam - Lopez, Inler - Callejon, Hamsik (75. Gabbiadini), Mertens (60. Insigne) - Higuain (86. Henrique)
Schiedsrichter: Antonio Mateu Lahoz (Spanien)
Zuschauer: 25.112
Gelbe Karte: Bendtner -
Torschüsse: 13:13
Ecken: 9:6
Ballbesitz: 56:44 %

chp



insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
fisschfreund 16.04.2015
1.
...und nach dem DFB-Pokal Halbfinale in Bielefeld kann sich Golfsburg voll und ganz auf die Meisterschaft konzentrieren ...ha ha
drizzt 16.04.2015
2. Ein...
...richtig gutes Spiel habe ich gesehen, aber leider nur von Neapel. Wolfsburg dagegen ohne Biss, Esprit und Elan. Kein Wille, kein Fight zu erkennen. Zumindest Neapels phasenweise schöner und temporeicher Kombinationsfussball hat für das ideenlose Gekicke der Wölfe entlohnt. Bin gespannt wie sich der VFL nächstes Jahr in der CL präsentiert. Auf diese Art und Weise wird man nicht mal die Gruppenphase überstehen.
HenryFromWob 16.04.2015
3.
Dass das Schiedsrichtergespann beim 1:0 gleich Abseits und Handspiel von Higuain übersieht, ist natürlich ärgerlich, weil der frühe Rückstand merklich verunsichert hat. Die eklatanten Fehler in der Hintermannschaft, die insbesondere in der zweiten Halbzeit zu sehen waren, lassen das 4:1 letztlich jedoch noch schmeichelhaft erscheinen. Bei Neapel hat einfach alles gepasst und diese großartige Mannschaft wird wohl verdient weiterkommen.
Ihr5spieltjetzt4gegen2 16.04.2015
4. !
Vielleicht führt dieser Sieg von Napoli dazu, dass der eine oder andere seine Meinung über die Qualität der Seria A - Mannschaften im Vergleich zur Bundesliga etwas überdenkt.
Joachim Franz 17.04.2015
5. Quo Vadis Bundesliga?
Da hat sich die Bundesliga diese Woche aber ordentlich blamiert. Der 1. der Bundesliga verliert klar beim 2. der portugiesischen Liga (Porto-Bayer 3:1). Und der 2. der Bundesliga erhält auf eigenem Platz eine Lehrstunde vom 4 .der italienischen Liga (Wolfsbug-Neapel 1:4).Und das obwohl die deutsche Liga eigentlich gegenüber der italienischen und portugiesischen Liga als die stärkere gilt. Gerade das macht die Ergebnisse umso enttäuschender. Aber ist ja mit den deutschen Bundesliga-Vereinen jede Saison das Gleiche, dass einer von ihnen hochkant aus dem Europapokal fliegt. Normalerweise übernimmt Bayer Leverkusen die Rolle des Prügelknaben. Wolfsburg ist diese Saison dankend eingesprungen. Da können wir uns nächste Saison ja auf weitere Lehrstunden in der Champions League gefasst machen.
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