Europa League Werder scheitert, HSV und Wolfsburg zittern sich ins Viertelfinale

dpa

2. Teil: HSV verliert, Wolfsburg gewinnt - beide kommen eine Runde weiter


Besser als Werder machte es der HSV, auch wenn die Hamburger beim RSC Anderlecht lange um den Viertelfinal-Einzug zittern mussten. Nach dem 3:1-Sieg im Hinspiel unterlag der Bundesligist in Belgien 3:4 (1:2) und qualifizierte sich trotz der Niederlage und einer katastrophalen Defensivleistung für die nächste Runde.

Dabei hätte es für den HSV und seine Anhänger ein ruhiger Abend werden können. Nachdem Ruud van Nistelrooy (15.) und Mladen Petric (17.) noch gute Möglichkeiten vergaben, brachte Jérôme Boateng seinen Club in der 42. Minute in Führung. Der Nationalspieler traf mit einer herrlichen Bogenlampe aus 16 Metern.

Doch noch vor der Halbzeitpause drehte der belgische Rekordmeister die Partie und ging durch Tore von Romelu Lukaku (44.) und Matias Suarez, der einen von Boateng an ihm verursachten Foulelfmeter selbst verwandelte (45.+3), in Führung. Anderlecht fehlte damit nur ein Tor für die Verlängerung.

Traum vom Endspiel im eigenen Stadion geht weiter

Nach dem Wechsel erlebten die Hamburger das gleiche Wechselbad der Gefühle erneut. Zunächst sorgte Marcell Jansen für den Ausgleich (54.), doch Lucas Biglia (59.) und Mbark Boussoufa (66.) trafen zum 4:2 für die Gastgeber, die bei einem fünften Treffer ins Viertelfinale eingezogen wären. "Wir haben uns unnötigerweise die Butter vom Brot nehmen lassen", sagte Hamburgs Vorstandvorsitzender Bernd Hoffmann. Petric beruhigte mit seinem Treffer zum 3:4 (75.) schließlich die Nerven der Gäste, der HSV zog letztlich ins Viertelfinale ein.

"Es ist Wahnsinn. Ich bin froh, dass wir nicht ganz eingebrochen sind und uns gewehrt haben", sagte Jansen, der gemeinsam mit seinen Team-Kollegen und den HSV-Fans weiter vom Finale im eigenen Stadion träumen darf. Das Endspiel der Europa League findet am 12. Mai in der Arena in Hamburg statt.

Wolfsburgs Siegtreffer in der 119. Minute

Wie die Hamburger hat auch der VfL Wolfsburg das Viertelfinale erreicht, benötigte dafür aber die Verlängerung. Der Deutsche Meister besiegte dank des Treffers von Christian Gentner in der 119. Minute den russischen Titelträger Rubin Kasan 2:1 (1:1, 0:1) und feierte damit nach dem 1:1 im Hinspiel den größten internationalen Erfolg der Vereinsgeschichte.

Obafemi Martins hatte vor der enttäuschenden Kulisse von nur 15.412 Zuschauern in der 58. Minute den russischen Führungstreffer von Alan Kasajew (21.) ausgeglichen und somit den VfL in der Verlängerung geschossen, die allerdings gar nicht hätte angepfiffen werden müssen. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit hatte Edin Dzeko den Treffer zum 2:1 für Wolfsburg erzielt, Schiedsrichter Jonas Eriksson entschied aber fälschlicherweise auf Abseits. Ein Fehler, der am Ende jedoch nicht entscheidend war.

Nach dem 120-minütigen Kraftakt gegen am Ende zehn Russen (Cesar Navas sah in der 109. Minute die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels) verdiente sich der VfL den Einzug in die Runde der besten acht Teams dank einer kämpferisch überzeugenden Vorstellung.

"Die Mannschaft hat das klasse gemacht und die nötige Geduld gezeigt. Der Elf und dem Trainerteam gebührt ein großes Kompliment", sagte VfL-Manager Dieter Hoeneß. Sein Wunsch mit Blick auf die am Freitag im schweizerischen Nyon stattfindende Auslosung: "Es wäre gut, wenn wir nicht Hamburg bekommen würden." Sieg-Torschütze Gentner dachte da schon zwei Runden weiter: "Am liebsten wäre mir Liverpool im Finale."

insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
Lottofreak 19.03.2010
1. Werders Abwehr + Tim Wiese ist einfach
Zitat von sysopEin weiteres Wunder von der Weser - es lag in der Luft, doch es blieb aus. Im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League scheiterte Werder Bremen gegen den FC Valencia vor heimischer Kulisse. Dabei hatten die Gastgeber jede Menge Chancen, doch selbst vier Tore reichten nicht fürs Weiterkommen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,684448,00.html
eine Katastrophe - der Sturm zu uneffektiv - mit einer anderen taktischen Einstellung hätten sie gewinnen können- tun sie halt leider nicht - weil das Schaaf hat ja immer recht....:-(
ray4901 19.03.2010
2. Klassenunterschiede
Zitat von sysopEin weiteres Wunder von der Weser - es lag in der Luft, doch es blieb aus. Im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League scheiterte Werder Bremen gegen den FC Valencia vor heimischer Kulisse. Dabei hatten die Gastgeber jede Menge Chancen, doch selbst vier Tore reichten nicht fürs Weiterkommen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,684448,00.html
Villa, Torres, Messi, Robben, Eto'o, Bendtner, solche "Killer" braucht es. Und Trainer wie Guardiola, Wenger, van Gaal, Sir Alec ... Da ist Bremen noch eine ganze Meile von weg. So 100 Mio Euro p.a. fehlen auch. "Magic" war einmal. Sympathisch sind der brave Chef und seine Mannen allemal geblieben!
deccpqcc 19.03.2010
3. selbst schuld
Zitat von sysopEin weiteres Wunder von der Weser - es lag in der Luft, doch es blieb aus. Im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League scheiterte Werder Bremen gegen den FC Valencia vor heimischer Kulisse. Dabei hatten die Gastgeber jede Menge Chancen, doch selbst vier Tore reichten nicht fürs Weiterkommen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,684448,00.html
werders alptraum ist zunächst mal werder selbst. wenn sie nicht langsam mal begreifen das viele tore schiessen nichts wert ist wenn man genausoviele tore bekommt wird es nie was.
shokaku 19.03.2010
4. Wunder?
Werder hatte auswärts 1:1 gespielt. Ein simples 0:0 zu Hause hätte also zum weiter kommen genügt. Das ist nicht gerade ein Ergebnis, für das es zwingend ein Wunder braucht. Ein Mannschaftsteil namens "Abwehr" würde da vollauf genügen. Dieser wird in Bremen allerdings schon seit geraumer Zeit vermisst.
manuelbaghorn 19.03.2010
5. Werder wer?
Zitat von shokakuWerder hatte auswärts 1:1 gespielt. Ein simples 0:0 zu Hause hätte also zum weiter kommen genügt. Das ist nicht gerade ein Ergebnis, für das es zwingend ein Wunder braucht. Ein Mannschaftsteil namens "Abwehr" würde da vollauf genügen. Dieser wird in Bremen allerdings schon seit geraumer Zeit vermisst.
Wobei ich doch sagen muss, dass ich, auch wenn es sich bei dem ausgeschiedenen um eine Bundesligamannschaft handelt, ganz glücklich bin, dass der HSV dieses Jahr nicht nochmal in nem internationalen Wettbewerb auf sie treffen kann. Also liebe Bremer: in Hamburg sagt man Tschüss! ;-)
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