Europa League Werder scheitert, HSV und Wolfsburg zittern sich ins Viertelfinale

Torfestival in der Europa League: In drei Achtelfinal-Rückspielen mit deutscher Beteiligung fielen insgesamt 18 Treffer. Dabei traf Werder Bremen gegen Valencia viermal - und schied dennoch aus. Der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg zitterten sich hingegen ins Viertelfinale.

dpa

Hamburg - Sie fieberten, sie bangten, sie hofften - und gingen am Ende enttäuscht nach Hause. 24.200 Zuschauer im Weserstadion sahen ein packendes, spannendes und teilweise dramatisches Spiel mit insgesamt acht Toren. Doch das 4:4 (1:3)-Unentschieden gegen den FC Valencia reichte nach dem 1:1 im Hinspiel für Bremen nicht. Werder schied wegen der weniger erzielten Auswärtstore aus. Grund war eine desaströse Abwehrleistung der Gastgeber.

"Wir müssen hinten gut stehen und keinen Treffer zulassen", hatte Werders Manager Klaus Allofs vor Spielbeginn noch gefordert. Doch nach nur 117 Sekunden war Bremens gute Ausgangslage nach dem Remis in Spanien schon dahin und die Werder-Taktik über den Haufen geworfen.

Eine unglückliche Kopfballabwehr von Werder-Abwehrspieler Naldo landete bei David Silva, der seinen Nationalmannschaftskollegen David Villa bediente. Valencias Kapitän markierte aus halblinker Position die Führung der Gäste. Anschließend hatten Aaron Hunt (8.) und Claudio Pizarro (10.) für Bremen gute Möglichkeiten zum Ausgleich - stattdessen fiel das Tor erneut auf der anderen Seite. Mata traf nach gutem Pass von Silva (15.).

Schon nach einer Viertelstunde mussten die Gastgeber alles auf eine Karte setzen, hatten durch Mesut Özil (19. und 23.), Hunt und den bereits in der 22. Minute eingewechselten Hugo Almeida (36.) weitere hochkarätige Chancen. Mehr als Almeidas Anschlusstreffer (26.) sprang jedoch nicht heraus, im Gegenteil: Kurz vor dem Halbzeitpfiff erhöhte erneut Villa auf 3:1 für Valencia. "Wir sind nebenher gelaufen, haben nicht attackiert. Da haben wir alle schlecht ausgesehen", kommentierte Bremens Trainer Thomas Schaaf die Gegentreffer in Halbzeit eins.

Allofs: "So kann man nicht verteidigen"

Werders Hintermannschaft offenbarte in den ersten 45 Minute große Lücken. Ohne Übersicht, behäbig und viel zu ängstlich traten Naldo, Per Mertesacker und Co. gegen die wirbelnden Spanier auf. "So kann man nicht verteidigen, das ist viel zu naiv", kritisierte Allofs in der Pause beim TV-Sender "Sky". "Ich weiß nicht, was in die Mannschaft gefahren ist". Allerdings präsentierte sich auch Valencias Hintermannschaft mehrmals nicht europacupreif.

Nach dem Seitenwechsel setzten beide Teams ihr Offensivspektakel fort - und die Bremer Fans schöpften wieder Hoffnung. Scheiterten Naldo (47.) und Almeida (49.) noch an Valencias Torhüter Cesar Sanchez, glich Werder anschließend durch Tore von Torsten Frings per Elfmeter (57.) und Marko Marin (62.) aus. Die Gastgeber hatten noch eine halbe Stunde Zeit, den entscheidenden Treffer zum Weiterkommen zu erzielen - doch das Tor fiel erneut auf der anderen Seite. Der überragende Villa, der an diesem Abend zu Werders Alptraum wurde, erzielte mit seinem dritten Tor das 4:3 für Valencia (66.).

Am Ende versuchte Werder alles, hatte weitere Möglichkeiten, doch mehr als der Ausgleich durch Pizarro (84.) gelang nicht mehr. Ein weiteres Wunder von der Weser blieb aus. "Wenn du vier Tore zu Hause schießt, dann müsste das eigentlich reichen. Wir haben die Gegentore zu leicht kassiert", sagte Bremens Routinier Frings.

"Das Ausscheiden war unnötig. Wir haben unsere zahlreichen Chancen einfach nicht genutzt und uns in der Defensive als Mannschaft schlecht angestellt", so Schaaf. Sein Gegenüber Unai Emery lobte die Bremer, betonte aber gleichzeitig: "Ich denke, der Bessere hat sich durchgesetzt."

insgesamt 5 Beiträge
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Lottofreak 19.03.2010
1. Werders Abwehr + Tim Wiese ist einfach
Zitat von sysopEin weiteres Wunder von der Weser - es lag in der Luft, doch es blieb aus. Im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League scheiterte Werder Bremen gegen den FC Valencia vor heimischer Kulisse. Dabei hatten die Gastgeber jede Menge Chancen, doch selbst vier Tore reichten nicht fürs Weiterkommen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,684448,00.html
eine Katastrophe - der Sturm zu uneffektiv - mit einer anderen taktischen Einstellung hätten sie gewinnen können- tun sie halt leider nicht - weil das Schaaf hat ja immer recht....:-(
ray4901 19.03.2010
2. Klassenunterschiede
Zitat von sysopEin weiteres Wunder von der Weser - es lag in der Luft, doch es blieb aus. Im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League scheiterte Werder Bremen gegen den FC Valencia vor heimischer Kulisse. Dabei hatten die Gastgeber jede Menge Chancen, doch selbst vier Tore reichten nicht fürs Weiterkommen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,684448,00.html
Villa, Torres, Messi, Robben, Eto'o, Bendtner, solche "Killer" braucht es. Und Trainer wie Guardiola, Wenger, van Gaal, Sir Alec ... Da ist Bremen noch eine ganze Meile von weg. So 100 Mio Euro p.a. fehlen auch. "Magic" war einmal. Sympathisch sind der brave Chef und seine Mannen allemal geblieben!
deccpqcc 19.03.2010
3. selbst schuld
Zitat von sysopEin weiteres Wunder von der Weser - es lag in der Luft, doch es blieb aus. Im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League scheiterte Werder Bremen gegen den FC Valencia vor heimischer Kulisse. Dabei hatten die Gastgeber jede Menge Chancen, doch selbst vier Tore reichten nicht fürs Weiterkommen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,684448,00.html
werders alptraum ist zunächst mal werder selbst. wenn sie nicht langsam mal begreifen das viele tore schiessen nichts wert ist wenn man genausoviele tore bekommt wird es nie was.
shokaku 19.03.2010
4. Wunder?
Werder hatte auswärts 1:1 gespielt. Ein simples 0:0 zu Hause hätte also zum weiter kommen genügt. Das ist nicht gerade ein Ergebnis, für das es zwingend ein Wunder braucht. Ein Mannschaftsteil namens "Abwehr" würde da vollauf genügen. Dieser wird in Bremen allerdings schon seit geraumer Zeit vermisst.
manuelbaghorn 19.03.2010
5. Werder wer?
Zitat von shokakuWerder hatte auswärts 1:1 gespielt. Ein simples 0:0 zu Hause hätte also zum weiter kommen genügt. Das ist nicht gerade ein Ergebnis, für das es zwingend ein Wunder braucht. Ein Mannschaftsteil namens "Abwehr" würde da vollauf genügen. Dieser wird in Bremen allerdings schon seit geraumer Zeit vermisst.
Wobei ich doch sagen muss, dass ich, auch wenn es sich bei dem ausgeschiedenen um eine Bundesligamannschaft handelt, ganz glücklich bin, dass der HSV dieses Jahr nicht nochmal in nem internationalen Wettbewerb auf sie treffen kann. Also liebe Bremer: in Hamburg sagt man Tschüss! ;-)
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