Europapokal Frankfurt punktet in der Nachspielzeit, Union hofft auf K.-o.-Runde

Leverkusen und Frankfurt verhinderten in der Europa League mit späten Toren mögliche Niederlagen, aber nur Bayer gelang der vorzeitige Gruppensieg. Union Berlin hat in der Conference League nun ein Endspiel.
Frankfurts Makoto Hasebe im Zweikampf gegen Dorian Dessoleil

Frankfurts Makoto Hasebe im Zweikampf gegen Dorian Dessoleil

Foto: LAURIE DIEFFEMBACQ / imago images/Belga

Bayer Leverkusen überwintert in der Europa League – und überspringt sogar die Zwischenrunde: Nach einem späten Comeback gegen Celtic steht die Werkself als Gruppensieger sicher im Achtelfinale. Eintracht Frankfurt muss sich nach einem dramatischen Remis gegen Antwerpen noch gedulden. Union Berlin hat in der Conference League bei Maccabi Haifa zumindest ein verfrühtes Aus abgewendet.

Bayer Leverkusen hat am fünften Spieltag der Europa-League-Gruppenphase spät einen Rückstand in einen Sieg gedreht. Im Heimspiel gegen den schottischen Klub Celtic Glasgow lag der Werksklub 1:2 zurück, am Ende feierte der Bundesligist aber einen 3:2 (1:1)-Erfolg. Der Gruppensieg ist Bayer damit sicher, der Achtelfinaleinzug ebenso.

Robert Andrich hatte die Leverkusener per Kopf nach einem Eckball in Führung gebracht (16. Minute), Josip Juranović per Foulelfmeter noch vor der Pause ausgeglichen (40.). Für die Führung der Gäste sorgte dann Jota (56.). Nach einem Konter, den Celtic-Keeper Joe Hart mit einem weiten Abschlag eingeleitet hatte, war der Stürmer erfolgreich. Für den Ausgleich sorgte erneut Andrich (82.), bevor Moussa Diaby das Spiel zugunsten der Leverkusener drehte.

Leverkusen hatte einige ungenutzte Chancen. Die beiden besten hatten Diaby, der erst das Lattenkreuz traf – und direkt im Anschluss Florian Wirtz, der den Abpraller aus kurzer Distanz an den Pfosten schoss (44.). Wirtz scheiterte zudem in der 53. Minute, als Hart per Fuß klären konnte. Der Keeper sicherte zudem den Versuch im Nachsetzen von Amine Adli. Hart parierte auch die nächste Großchance von Adli (80.).

Eintracht Frankfurt hat durch ein 2:2 (1:1) gegen Royal Antwerpen den vorzeitigen Gruppensieg und somit den direkten Einzug ins Achtelfinale der Europa League vorerst verpasst. Gegen die Belgier schoss Daichi Kamada die Eintracht in Führung (13.), Radja Nainggolan sorgte für den Ausgleich (33.). Mbwana Samatta erzielte sogar noch die Führung für die Belgier (88.), der eingewechselte Gonçalo Paciência glich aber in der vierten Minute der Nachspielzeit aus.

Spielerisch zeigte sich die Mannschaft von Oliver Glasner zunächst in der gewohnt guten Europa-League-Form, agierte ball- und kombinationssicherer als die Gäste und ging durch Kamadas Treffer aus kurzer Distanz verdient in Führung. Eine Eckballvariante brachte Antwerpen zurück ins Spiel: Eine Flanke an den Strafraumrand verwertete Nainggolan per Direktabnahme, der sehenswerte Volley wurde unhaltbar für Trapp abgefälscht.

Mit fortschreitender Spieldauer verloren die Frankfurter ihre spielerische Linie, Feuerwerkskörper aus beiden Fanblöcken trugen zur hektischen Stimmung bei. So kippte das Spiel zunächst zugunsten der Antwerpener: Ritchie de Laets vermeintliches 2:1 nach einem Freistoß zählte aufgrund einer Abseitsstellung noch nicht (71.), an einem von Samatta vollendeten Konter war dann nichts mehr auszusetzen. Paciência (90.+4) rettete der Eintracht zumindest einen Punkt.

In der Europa Conference League darf Union Berlin weiter auf den Einzug in die K.-o.-Runde hoffen. Bei Maccabi Haifa machte ein Kopfballtor von Julian Ryerson (66.) den Unterschied zugunsten der Mannschaft von Urs Fischer, die sich beim 1:0 (0:0) gegen den israelischen Meister bis dahin nur selten gefährliche Offensivaktionen erspielen konnte.

In einer chancenarmen Partie wirkten die Berliner aufgrund häufiger Fehlpässe im Aufbauspiel lange Zeit unsicherer als Maccabi und hatten Glück, dass Dean David fünf Meter vor dem Union-Tor eine Großchance über die Latte schoss (48.). Viel gefährlicher wurde es für die Berliner allerdings nicht. Auf der Gegenseite vergab Max Kruse mit einem Fernschuss die bis dato beste Möglichkeit knapp (56.), dann köpfte Ryerson eine Flanke Sheraldo Beckers von der Grundlinie zurück an den Elfmeterpunkt zur Führung ins Netz (67.).

Eine Schlussoffensive brachte Maccabi nicht mehr zustande und ist damit ausgeschieden. Union hingegen hat am letzten Spieltag zu Hause gegen Slavia Prag ein Endspiel: Gewinnen die Berliner, ziehen sie als zweitplatzierte Mannschaft hinter Feyenoord Rotterdam in die K.-o.-Phase ein. Dort würde zunächst die Zwischenrunde anstehen, in der ein Gruppendritter aus der Europa League der Gegner wäre.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels stand, dass Eintracht Frankfurt gegen Royal Antwerpen verloren habe. Wir haben die entsprechende Stelle korrigiert.

cev/bka
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.