Europäischer Supercup Milan gewinnt bei Puerta-Abschied

Der Sport stand beim Supercup zwischen dem AC Mailand und dem FC Sevilla nur an zweiter Stelle. Drei Tage nach dem Tod von Sevilla-Akteur Antonio Puerta liefen beide Teams mit Trauerflor auf - und mit seinem Namen auf der Brust.


Hamburg - Vor 18.500 Zuschauern im voll besetzten Stadion "Louis II" des Fürstentums Monaco trugen die Spieler von Sevilla und Milan den Namen "Puerta" auf ihren Trikots. Die Milan-Stars hatten wie auch das Schiedsrichter-Gespann um Spielleiter Konrad Plautz ebenfalls Trauerflor angelegt. Im ganzen Stadion brachten die Fans aus beiden Lagern Banner mit Aufschriften wie "Puerta ist unter uns" (Sevilla) oder "In Gedenken an Puerta" (Mailand) an. Der 22-Jährige war vergangenen Dienstag gestorben, nachdem er drei Tage zuvor während des Spiels gegen Getafe mehrere Herzstillstände erlitten hatte.

Schweigeminute vor der Partie: Der Sport an zweiter Stelle
DPA

Schweigeminute vor der Partie: Der Sport an zweiter Stelle

Auf der Tribüne erwiesen unter anderem Prinz Albert von Monaco, Mailands Besitzer Silvio Berlusconi und das einstige Fußball-Idol Michel Platini als Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa) Antonio Puerta die letzte Ehre. Die Uefa hatte die traditionelle Auseinandersetzung der beiden Europapokalsieger zum Gedenkspiel erklärt. Während der Schweigeminute vor dem Anpfiff war allen Beteiligten in den Gesichtern deutlich anzusehen, wie schwer der Übergang in die Normalität nach der Tragödie war.

"Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden. Es ist etwas ganz Schlimmes passiert, es ist ein Sportler aus dem Leben gerissen worden. Es wird sicherlich nicht einfach sein, die Konzentration zu finden. Man wird immer irgendwie an ihn denken. Antonio war ein Supertyp, lustig, hilfsbereit und ein super Fußballer", sagte der sichtlich bewegte frühere Bundesligaprofi Andreas Hinkel, der seit 2006 beim FC Sevilla unter Vertrag steht.

Mailands Trainer Carlos Ancelotti erklärte mit Blick auf den Supercup: "Das Spiel hat seine sportliche Bedeutung verloren." Doch sowohl die Uefa als auch beide Clubs entschieden sich zur Austragung des Supercups. Alle Spieler bemühten sich nach Kräften, ihrem Beruf nachzugehen. In einer engagiert geführten Begegnung behielt schließlich der AC Mailand die Oberhand und holte sich den Cup mit einem 3:1 (0:1) durch Tore von Filippo Inzaghi (55.), Marek Jankulowski (62.) und Kaka (87.). Renato (14.) hatte die Spanier in Führung gebracht.

bri/sid



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