Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Amerell wehrt sich gegen schwere Vorwürfe

Der DFB-Funktionär Manfred Amerell steht einem Zeitungsbericht zufolge unter Verdacht, sich einem jungen Referee "genähert zu haben". Der 62-Jährige, der zuletzt als Sprecher des Schiedsrichter-Ausschusses tätig war, weist die Vorwürfe als "haltlos" zurück.
Manfred Amerell: "Da lache ich mich kaputt"

Manfred Amerell: "Da lache ich mich kaputt"

Foto: Thorsten Wagner/ Bongarts/Getty Images for DFB

Hamburg - Am Dienstag wurde bekannt, dass Manfred Amerell "aus gesundheitlichen Gründen" nicht länger als Sprecher des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses tätig ist. Einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" zufolge könnte der Rückzug des 62-Jährigen jedoch auch andere Gründe haben.

Es werde im DFB geprüft, so heißt es in dem Bericht unter Berufung auf nicht genannte Quellen, "ob und wenn ja, wie intensiv sich Amerell einem jungen Bundesliga-Schiedsrichter genähert hat". Der betroffene Schiedsrichter soll sich im Dezember an den Vorsitzenden des Schiedsrichter-Ausschusses, Volker Roth, gewandt haben. Seit Januar soll DFB-Präsident Zwanziger über den Verdacht informiert sein.

Amerell sagte dem DSF: "Die Vorwürfe sind haltlos und aus der Luft gegriffen und werden von mir zurückgewiesen." Der "Frankfurter Rundschau" sagte er: "Da lache ich mich kaputt." Eigenen Angaben zufolge hat Amerell inzwischen einen Anwalt beauftragt, der noch am Mittwoch eine Erklärung abgeben soll.

Amerell hatte Zwanziger gebeten, ihn "aus gesundheitlichen Gründen vorläufig von seinen umfangreichen Tätigkeiten im DFB-Schiedsrichter-Ausschuss zu entbinden". Dieser Bitte sei entsprochen worden, teilte der DFB mit. Die Verbands-Schiedsrichter wurden am Montag darüber informiert.

In einer Mitteilung des DFB heißt es: "Es geht jetzt allein darum, den Fall mit allem Nachdruck, größter Sorgfalt und hohem Verantwortungsbewusstsein zu prüfen. Vorverurteilung ist dabei ebenso unangebracht wie Verharmlosung". In dem Schreiben bittet der für das Schiedsrichterwesen zuständige DFB-Direktor Stefan Hans um einen vorsichtigen Umgang mit dem Thema: "Mit Rücksicht auf die Personen können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Aussagen machen."

Amerell war in den achtziger und neunziger Jahren Schiedsrichter in der Bundesliga. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn übte er beim DFB verschiedene Ämter aus. Laut "Frankfurter Rundschau" war er für die Ansetzung der Unparteiischen in Regionallligen und der A-Jugend-Bundesliga verantwortlich - und damit auch für die Förderung des Schiedsrichters, der nun die schweren Vorwürfe erhebt.

hut/dpa
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