Fußball in England United-Torwart de Gea patzt - Chelsea steht im FA-Cup-Finale

19 Spiele hintereinander hatte Manchester United nicht verloren. Im Halbfinale des FA Cups war es nun so weit. Mitentscheidend gegen Chelsea: Torwart David de Gea - dabei hätte der eigentlich nicht spielen sollen.
Manchester-Torwart David de Gea: Ball durchgerutscht

Manchester-Torwart David de Gea: Ball durchgerutscht

Foto: Andy Rain/NMC/Pool/EPA-EFE/Shutterstock

Der FC Chelsea ist Rekordpokalsieger Arsenal ins Finale des FA Cups gefolgt. Die Mannschaft von Trainer Frank Lampard gewann das zweite Halbfinale im Wembley-Stadion gegen Premier-League-Konkurrent Manchester United 3:1 (1:0). Treffer unmittelbar vor und nach der Pause brachten den Champions-League-Gegner des FC Bayern auf die Siegerstraße - und Uniteds Torwart David de Gea war daran nicht unbeteiligt.

Chelsea ging in der langen Nachspielzeit des ersten Durchgangs - nötig geworden vor allem durch die Behandlung von Uniteds Eric Bailly, der mit einer Liege vom Platz getragen werden musste - durch Olivier Giroud (45.+11 Minute) in Führung: Der französische Stürmer brachte sich mit einem klugen Laufweg in Abschlussposition und beförderte eine Flanke direkt aufs Tor. Dort stand Keeper de Gea eigentlich richtig, der 29-jährige Spanier schaffte es aber nicht, den Ball zu parieren. Das sah unglücklich aus, war aber kein klarer Torwartfehler. Im Gegensatz zum 2:0.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Kurz nach Wiederanpfiff dribbelte Chelseas Mason Mount durchs Mittelfeld in Richtung Strafraum, sein Schuss aus etwas mehr als 20 Metern kam zwar hart, aber nicht sonderlich platziert. De Gea aber ließ ihn durchrutschen. Es war nicht der erste schwere Fehler des Schlussmanns in dieser Saison, der noch vor zwei Jahren den Ruf genossen hatte, zur Weltspitze auf seiner Position zu zählen.

Sein Torwart sei mental sehr stark, sagte United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer nach dem Spiel über de Gea, machte dann aber auch klar, wie schwerwiegend er den Fehler einordnete: De Gea wisse selbst, dass er "so einen Schuss 100 Mal bei 100 Versuchen halten muss", sagte Solskjaer.

Dass de Gea überhaupt spielte, war eine Überraschung. Bislang hatte im FA Cup immer die Nummer zwei auflaufen dürfen, Sergio Romero. Nun, im Halbfinale, wollte Solskjaer offenbar seine erste Wahl aufstellen. "Es war meine Entscheidung, ihn zu bringen, und er war bereits dafür gewesen", sagte der Coach über de Gea.

Für Manchester endete eine beeindruckende Serie

Das 0:2 in der 46. Minute machte es United besonders schwer, anzugreifen und zugleich nicht die Defensive gegen Chelseas schnelle Konterstürmer zu vernachlässigen. Nach einem Eigentor von Harry Maguire, der von Nationalspieler Antonio Rüdiger unter Druck gesetzt wurde (74.), war die Partie dann zugunsten der Londoner entschieden. Diese hatten nicht viele Großchancen, nutzten sie aber recht konsequent. United kam durch einen Foulelfmeter von Bruno Fernandes nur noch zum 1:3 (85.).

Für Manchester endet damit eine eindrucksvolle Serie. Das Team von Trainer Solskjaer hatte zuvor 19 Spiele nicht mehr verloren, und das, obwohl es während dieser Zeit seit dem 22. Januar auch gegen Topteams gespielt hatte - darunter Chelsea in der Liga (2:0 für United). In der Liga kämpfen beide Teams um die Qualifikation zur Champions League.

Das Finale im FA Cup bildet am 1. August den Schlusspunkt der englischen Saison. Im ersten Halbfinale hatte am Samstag Arsenal Titelverteidiger Manchester City ausgeschaltet.

Für United geht es anschließend in der Europa League weiter, wo das Achtelfinalrückspiel gegen Linz ansteht (5. August; Hinspiel: 5:0 für Manchester). Chelsea muss im Champions-League-Achtelfinale am 8. August einen 0:3-Rückstand gegen die Bayern aufholen, um sich noch für das Finalturnier in Lissabon zu qualifizieren.

mon/dpa/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.