FA-Cup Lehmann rettet Arsenals Pokalsieg

Es war das erste Elfmeterschießen in der 133-jährigen Geschichte des englischen FA-Cups. Zum Matchwinner avancierte ein Deutscher. Arsenal-Torwart Jens Lehmann sicherte dem Londoner Club den Erfolg gegen Titelverteidiger Manchester United.


Cardiff - Lehmann parierte beim 5:4-Sieg des Ex-Meisters über Cupverteidiger Manchester United nach zuvor 120 torlosen Minuten den Elfmeter von ManU-Star Paul Scholes und machte damit den insgesamt zehnten Pokalerfolg der Londoner perfekt. Nie zuvor hatte der traditionsreiche FA-Cup im Elfmeterschießen entschieden werden müssen.

Für Arsenal, das acht Minuten vor dem Abpfiff Jose Antonio Reyes wegen wiederholten Foulspiels durch eine Gelb-Rote Karte verloren hatte, verwandelten vor 71.876 Zuschauern im Millennium Stadium von Cardiff Etame Lauren, Fredrik Ljungberg, Robin van Persie, Ashley Cole und Patrick Vieira alle fünf Elfmeter.

Der Sieg im 124. Finale des FA-Cups war für Lehmann das versöhnliche Ende einer turbulenten Saison. Zeitweilig musste der deutsche Nationalspieler auf der Ersatzbank Platz nehmen. Mit konstanten Leistungen im Training und bei seinen Einsätzen in den Spielen holte sich Lehmann, der nach Bert Trautmann (1956 mit Manchester City) als zweiter Deutscher den FA-Cup gewann, jedoch wieder den Stammplatz zurück.

"Ich bin hierher gekommen, um Trophäen zu gewinnen. Jetzt habe ich wieder eine geholt", freute sich der 35 Jahre alte Lehmann, "es ist eine lange Saison, und manchmal brauchst du Zeit zum Durchatmen. Bei mir war es unglücklicherweise etwas lang, aber ich bin ins Team zurückgekommen und jetzt sehr glücklich."

Gegen Manchester hatte Lehmann bereits in der regulären Spielzeit einen Schuss von Jungstar Wayne Rooney an den Pfosten gelenkt (67.) und damit den zwölften Pokalsieg der "Red Devils" verhindert. Arsenals Erfolg war jedoch unverdient, Manchester dominierte die Partie, das Chancenverhältnis war 9:1 für ManU.

So lenkte etwa der eingewechselte Schwede Ljungberg vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit einen Kopfball von Manchesters Goalgetter Ruud van Nistelrooy per Kopf noch an die Latte. ManU musste deshalb die Saison ohne Titelgewinn beenden.

Für Arsenal, das auf seinen verletzten Torjäger Thierry Henry verzichten musste, war der Pokaltriumph zumindest ein kleiner Trost. Den Meistertitel hatten die Londoner an den Lokalrivalen FC Chelsea verloren. In der Champions League waren die "Gunners" schon im Achtelfinale am deutschen Rekordmeister Bayern München gescheitert.



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