Zum Inhalt springen

Trikotaktion für Hermoso »Sexuelle Nötigung verharmlost« – Kemme kontert Pocher-Attacke

Im Trikot der spanischen Nationalmannschaft bezog Sky-Expertin Tabea Kemme Stellung zum Kussskandal um Luis Rubiales und Jennifer Hermoso. Das gefiel nicht jedem – doch die Ex–Nationalspielerin hatte eine Antwort parat.
Tabea Kemme: Sky-Expertin und ehemalige Fußballnationalspielerin

Tabea Kemme: Sky-Expertin und ehemalige Fußballnationalspielerin

Foto: Wunderl / Beautiful Sports / IMAGO

Die frühere Fußballnationalspielerin Tabea Kemme hat mit deutlichen Worten auf die Kritik von Comedian Oliver Pocher an ihrer Solidaritätsbekundung für die spanische Weltmeisterin Jennifer Hermoso reagiert. Pochers Kommentare seien »wieder ein Beispiel« dafür, »wenn man sexuelle Nötigung verharmlost«, schrieb Kemme auf ihrem Instagram-Account als Antwort auf einen Post des TV-Komikers und ergänzte: »Absolutes No-Go!«

Pocher hatte via Instagram ein Bild gepostet, das Kemme bei ihrer Arbeit als Expertin des Pay-TV-Senders Sky beim Bundesligaspiel am Samstagabend zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern München zeigt. Die 31-Jährige trug dabei das spanische Nationaltrikot mit Hermosos Nummer 10, um sich im Kuss-Skandal mit der Weltmeisterin zu solidarisieren. Dazu schrieb Pocher: »Manchmal kann man es als Expertin auch übertreiben.« Aus einer »definitiv fragwürdigen Szene, über die sich die Mannschaft noch im Bus amüsiert«, werde eine »Staatsaffäre« gemacht, um ein »schnelles Like« abzuholen.

Kontroverse um Teambus-Aufnahmen

Hermoso war bei der Siegerehrung nach dem WM-Triumph am 20. August vom spanischen Verbandspräsidenten Luis Rubiales auf den Mund geküsst worden. Sie erklärte wenig später, damit nicht einverstanden gewesen zu sein. Ihre Teamkolleginnen stellten sich hinter Hermoso und kündigten geschlossen an, unter der derzeitigen Verbandsspitze nicht mehr für das spanische Nationalteam auflaufen zu wollen.

Die Digitalzeitung »El Español« hatte am vergangenen Mittwoch ein Video mit Aufnahmen veröffentlicht, die augenscheinlich aus dem Teambus der Spanierinnen stammen. Sie zeigen, wie einige Spielerinnen sich in einer entspannten Atmosphäre über den Vorfall lustig machen.

Auch Hermoso ist zu sehen. Sie sagt zu Kolleginnen: »Er war bewegt und so. Er kommt und fasst mich so an.« Mehrere Spielerinnen rufen unter anderem »Kuss, Kuss, Kuss, Kuss, Kuss«. Später erklärte Hermoso, die Kussszene mit mehr Abstand zur WM-Siegesfeier reflektiert und eingeordnet zu haben: »Ich bin nicht respektiert worden.«

cev/dpa