Fall Pezzoni Club identifiziert Initiator der Internet-Hetzkampagne

"Pezzoni und Co. aufmischen" - ein 21-Jähriger hatte bei Facebook zur Gewalt gegen einen Kölner Fußballer aufgerufen. Nun wurde der Urheber vom Club identifiziert. Der Initiator hatte zuvor in einer TV-Sendung von seiner Tat berichtet.

Fußballer Pezzoni: Von den eigenen Fans bedroht
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Fußballer Pezzoni: Von den eigenen Fans bedroht


Hamburg - Der 1. FC Köln hat nach eigenen Angaben den Gründer einer gegen seinen Ex-Profi Kevin Pezzoni gerichteten Internetkampagne ausfindig gemacht und mit Strafen belegt. "Es handelt sich um ein FC-Mitglied, gleichzeitig Vorsitzender eines kleineren Fan-Clubs. Wir haben gegen diese Person ein sofortiges Mitgliederausschlussverfahren in Gang gesetzt, werden ein maximales Stadionverbot verhängen und den Fanclub-Status entziehen", teilte der Zweitligist mit.

Abwehrspieler Pezzoni war von mutmaßlichen Hooligans massiv bedroht worden und hatte daraufhin seinen Vertrag mit den Kölnern aufgelöst. Der vom Verein Beschuldigte hatte am Donnerstagabend in der WDR-Talksendung Domian behauptet, die Störer zu kennen, die vor dem Haus von Pezzoni am 28. August 2012 beleidigend und ausfällig geworden waren.

"Ich kenne die Leute, die ihm vor der Tür aufgelauert haben. Da sind Beleidigungen gefallen - auch Drohungen. Da wurde auch ein Zettel auf die Autotür geklebt mit der Aufschrift 'Kevin Pezzoni. Wenn du die Stadt nicht verlässt, ficken wir dich'. Der war ziemlich verängstigt, glaube ich", sagte der Anrufer.

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Ex-Kölner Pezzoni: Bedroht und schikaniert
Der 21-Jährige bezeichnete sich als "Initiator" einer inzwischen vom Netz genommenen und gegen Pezzoni gerichteten Facebook-Gruppe ("Pezzoni und Co. aufmischen"), war nach eigenen Angaben aber nicht an der Aktion vor der Tür von Pezzonis Wohnung beteiligt. "Mir kam die Idee, dass man ein paar Anreize setzen kann, um die Spieler darauf hinzuweisen, dass es in der Form nicht geht, dass man sich so lasch präsentiert", sagte der Anrufer.

Claus Horstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung, verurteilte die öffentlichen Äußerungen: "Das Gespräch hat offenbart, mit welchem Zynismus manche Chaoten psychische und physische Aggressionen gegen Spieler und Mitarbeiter im Profifußball in Kauf nehmen. Das ist widerwärtig und kann auch nicht mit Emotionen im Fußball erklärt werden. Wir gehen davon aus, dass die Ermittlungsbehörden jetzt weitere Anhaltspunkte erhalten, um die Vorgänge am Dienstagabend vor der Wohnung von Kevin Pezzoni aufzuklären." Man habe den Anrufer "durch einen Abgleich mit unseren Daten" ermittelt.

Der FC hatte schon in der vergangenen Woche Strafanzeige gegen eine Facebook-Gruppe gestellt, die Pezzoni in dem Internet-Portal bedroht hatte. Für diese Maßnahme des Zweitligisten brachte der Anrufer wenig Verständnis auf: "Ich habe eine Anzeige am Hals - nicht zu Recht."

leh/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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Erich91 07.09.2012
1. Solange er Kölner Express
Zitat von sysopGetty Images"Pezzoni und Co. aufmischen" - ein 21-Jähriger hatte bei Facebook zur Gewalt gegen einen Kölner Fußballer aufgerufen. Nun wurde der Urheber vom Club identifiziert. Der Initiator hatte zuvor in einer TV-Sendung von seiner Tat berichtet. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,854616,00.html
solchen Chaoten in seinem EXpress Forum, eine Plattform bietet, die seinesgleichen sucht ( Da kann jeder ohne Angst vor Ausschluss ins gleiche Horn stossen ), nehm ich die angebliche Express Kampagne gegen solche Leute nicht ernst. Solche Leute werden in Köln von Bild und Express zu solchen Aktionen animiert.
munichcowboy 07.09.2012
2. ...recht so...
..., gestolpert über die eigene Mediengeilheit. Der Fanclub muss in der Tat direkt aufgelöst werden, mal sehen, wie die Miglieder auf die Taten ihres Vorsitzenden reagieren, er hat den rechtschaffenen Fans einen Bärendienst erwiesen. Diesem Idioten muss ein bundesweites Stadionverbot ausgesprochen werden, er muss wegen Beleidigung, Bedrohung und Nötigung verknackt werden und sollte zu einer Haftstrafe eingeladen werden. Solche Hoolköpfe gehören weg von der Fussballbühne.
buntbarsch 07.09.2012
3. Armer Mensch!
Dieser armselige, unterbelichtete Mann, der sicher zu den Verlierern gehört und außer den Erfolgserlebnissen der gut bezahlten FC-Profis seines Clubs nichts hat, auf dem er sein Selbstbewusstsein aufbauen kann, kann einem eigentlich nur leid tun. Aber egal aus welchen nicht akzeptablen Motiven er sein aggressives, gewalttätiges Handeln begründet, solche Typen dürfen sich nicht Fan nennen, haben in keinem Stadion etwas zu suchen, müssen hart bestraft und lebenslang mit einem Stadionsverbot belangt werden, basta!
PeterPaulPius 07.09.2012
4. Stadionverbot reicht nicht
Zitat von buntbarschDieser armselige, unterbelichtete Mann, der sicher zu den Verlierern gehört und außer den Erfolgserlebnissen der gut bezahlten FC-Profis seines Clubs nichts hat, auf dem er sein Selbstbewusstsein aufbauen kann, kann einem eigentlich nur leid tun. Aber egal aus welchen nicht akzeptablen Motiven er sein aggressives, gewalttätiges Handeln begründet, solche Typen dürfen sich nicht Fan nennen, haben in keinem Stadion etwas zu suchen, müssen hart bestraft und lebenslang mit einem Stadionsverbot belangt werden, basta!
Der FC sollte ebenso wie der Spieler in jedem Fall Schadensersatz geltend machen. Das dürfte sich rechnen! Dann haben die Chaoten die nächsten 50 Jahre keine Zeit für Stadienbesuche!
erlachma 07.09.2012
5.
Zitat von buntbarschDieser armselige, unterbelichtete Mann, der sicher zu den Verlierern gehört und außer den Erfolgserlebnissen der gut bezahlten FC-Profis seines Clubs nichts hat, auf dem er sein Selbstbewusstsein aufbauen kann, kann einem eigentlich nur leid tun. Aber egal aus welchen nicht akzeptablen Motiven er sein aggressives, gewalttätiges Handeln begründet, solche Typen dürfen sich nicht Fan nennen, haben in keinem Stadion etwas zu suchen, müssen hart bestraft und lebenslang mit einem Stadionsverbot belangt werden, basta!
Das schlimme aber ist, dass solche Type immer wieder als die "wahren Fans" genannt werden, und das sogar in Medien wie 11Freunde. Weil das nämlich genau die Typen sind, die am lautesten im Stadion mitsingen und "Stimmung machen".
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