Fall Schweinsteiger "tz"-Sportchef nimmt seinen Hut

Widerruf, Gegendarstellung – und nun personelle Folgen: Für die "tz" hat die Berichterstattung über eine angebliche Verstrickung des Fußballprofis Bastian Schweinsteiger in manipulierte Sportwetten weit reichende Konsequenzen.


München - "Wir teilen mit, dass der stellvertretende Chefredakteur und Sportchef Gerald Selch die Verantwortung für die Berichterstattung übernommen hat und im gegenseitigen Einvernehmen aus der 'tz'-Redaktion ausscheidet", schreibt die Zeitung heute auf ihrer Internetseite. Allerdings heißt es auch weiter: "Eine einseitige Schuldzuweisung für die gemeinsam getragene Entscheidung zur Veröffentlichung der Berichterstattung bedeutet dies aber nicht." Selch war einer der beiden Autoren des betreffenden Artikels.

"tz"-Ausgabe: Keine Schuldzuweisung
DPA

"tz"-Ausgabe: Keine Schuldzuweisung

Zudem entschuldigt sich die "tz", dass sie die Spieler Schweinsteiger (FC Bayern München), Paul Agostino und Quido Lanzaat (beide TSV 1860 München) als Beteiligte des Wettskandals bezeichnet hat. "Herr Schweinsteiger, Herr Agostino und Herr Lanzaat stecken nicht in einem 'Wettsumpf'. Sie gelten weder als 'Beschuldigte', noch wurden sie von der Polizei verhört oder sonst zu einem 'Wettskandal' befragt. Sie haben keine hohen Wetteinsätze auf möglicherweise manipulierte Fußballspiele gesetzt. Auch sind keine Vorwürfe im Zusammenhang mit dem 'Wettskandal' gegen Herrn Schweinsteiger, Herrn Agostino oder Herrn Lanzaat erhoben worden", so das Blatt.

Bereits am Montag hatte die "tz" Behauptungen über eine angebliche Verwicklung von Schweinsteiger und den beiden 1860-Profis in den Wettskandal widerrufen und eine Gegendarstellung veröffentlicht. Schweinsteiger hat zudem Strafanzeige gegen die Zeitung gestellt.

sge/dpa



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