Fan-Gewalt Bedrohter Magdeburg-Spieler attackiert Club

Daniel Bauer hat nach der Bedrohung durch vermummte Hooligans an seiner Haustür schwere Vorwürfe gegen seinen Verein 1. FC Magdeburg erhoben. Der Fußballer sagt, der Club habe ihn im Stich gelassen, obwohl der Regionalligist angeblich über drohende Gefahr informiert war.

Magdeburg-Spieler Bauer: "Wir haben Rückendeckung gefordert"
dapd

Magdeburg-Spieler Bauer: "Wir haben Rückendeckung gefordert"


Hamburg - Schwere Vorwürfe gegen den 1. FC Magdeburg: Daniel Bauer kritisierte in der "Sport Bild", dass der Mannschaftsrat des Regionalligisten die Vereinsführung schon eine Woche vor den Ereignissen des 27. Oktobers auf eine mögliche Eskalation hingewiesen habe - ohne Erfolg.

"Wir haben Rückendeckung gefordert. Aber die bekamen wir nicht. Im Gegenteil. Der Präsident wurde mit dem Satz 'Sandhowe (Trainer, Anm. d. Redaktion) und Bauer sollen nicht jammern, denn wir haben die besten Fans der Welt' in der Zeitung zitiert. Dies sogar mehrfach. Damit hat er in meinen Augen Öl ins Feuer gegossen", sagte Bauer.

Am Abend des 27. Oktober sollen zehn Vermummte an der Haustür von Bauer geklingelt und sich per Sprechanlage als Pizza-Service angekündigt haben. Nachdem Bauer die Tür geöffnet hatte, habe eine der Personen drei Minuten auf ihn eingeredet. Die Personen trugen laut Bauer Sturmmasken, zum Teil sei nur der Mund zu sehen gewesen. Einer der Unbekannten soll ihn mit den Worten gewarnt haben: "Am Sonntag zählt nur ein Sieg im Derby gegen Halle, und wenn ihr nicht gewinnt, kommen wir wieder."

Bauer gab dem Club-Vorstand eine gewisse Mitschuld an dem Vorfall. "Wir Spieler waren durch solchen Opportunismus für diese wenigen Chaoten vogelfrei. Und was sich bei mir eingebrannt hat, ist, dass die Vermummten genau diese Worte gebraucht haben. Ich solle nicht jammern", sagte Bauer.

Der 29-Jährige, der nach der Bedrohung Magdeburg verließ und mittlerweile in der Nähe von Koblenz wohnt, verspürt nach wie vor ein Klima der Gewalt. In einigen Fan-Foren gebe es Personen, "die weiter gegen mich hetzen", sagte Bauer, der deshalb seine sportliche Zukunft offenlässt. "Da fragt man sich, ob es einen Sinn ergibt, wieder nach Magdeburg zurückzugehen."

chp/sid



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