20 Fanhilfen gründen Dachverband »Fußballfans stehen seit jeher unter Dauerbeobachtung der Sicherheitsbehörden«

Rechtliche und finanzielle Unterstützung: In ganz Deutschland gibt es Fanhilfe-Gruppen, die sich nach Auseinandersetzungen mit der Polizei um Fußballanhänger kümmern. Nun haben sie einen Dachverband gegründet.
Fans und Polizei beim Hamburger Derby am Volksparkstadion (Archivbild von 2018)

Fans und Polizei beim Hamburger Derby am Volksparkstadion (Archivbild von 2018)

Foto: Daniel Bockwoldt/ dpa

Die Fanhilfen von insgesamt 20 Fußballklubs haben sich zu einem bundesweiten Dachverband zusammengeschlossen. Hannover ist der Sitz des Vereins. Vorstandsmitglieder sind nach SPIEGEL-Informationen die »Fanhilfe Hannover «, die »Schwarz-Gelbe Hilfe « aus Dresden, die »Blau-Weiß-Rote Hilfe « aus Rostock, der »Fanhilfe Hertha BSC « aus Berlin sowie die »Fanhilfe Magdeburg «.

Fanhilfen gibt es an vielen Standorten, finanziert werden sie durch Mitgliedsbeiträge. Laut Eigenverständnis wollen sie Fußballfans vor allem rechtliche und finanzielle Unterstützung bei Konfliktfällen mit den Sicherheitsbehörden geben. Vor der Pandemie und dem damit verbundenen Zuschauer-Ausschluss gerieten Fans und Polizisten regelmäßig an Spieltagen aneinander, oft gab es danach Anzeigen.

»Fußballfans stehen seit jeher unter Dauerbeobachtung der Sicherheitsbehörden. Dies natürlich verstärkt am Spieltag, aber mittlerweile auch regelmäßig abseits hiervon«, heißt es in einer Stellungnahme des neugegründeten »Dachverband der Fanhilfen e.V. «, der sich auch mit der »Datei Gewalttäter Sport«, Stadionsperren für Fans sowie der Kennzeichnungspflicht für Beamte auseinandersetzen will.

Man wolle eine »starke Stimme« für Fußballfans sein, die durch »Sicherheitsbehörden, Medien oder Politik dauerhaft kriminalisiert« würden, heißt es weiter. Laut eigenen Angaben repräsentiert der Dachverband etwa zehntausend aktive Fans und sieht sich als Interessensvertreter aller Fußballanhänger in Deutschland.

bka
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