Rhein-Derby in Gladbach Köln bedauert Platzsturm der Anhänger

Beim rheinischen Derby zwischen Mönchengladbach und Köln ist es nach Abpfiff zum Platzsturm und zwei Festnahmen gekommen. Der FC distanzierte sich von der Aktion - und rechnet mit einer "deutlichen" Strafe.

Rheinisches Derby: Platzsturm nach Abpfiff
AP/dpa

Rheinisches Derby: Platzsturm nach Abpfiff


Hamburg - Auf den Abpfiff folgten die Krawalle: Nach dem Last-Minute-Gegentor im rheinischen Bundesliga-Derby bei Borussia Mönchengladbach (0:1) haben vermummte Anhänger des 1. FC Köln den Platz im Borussia-Park gestürmt. Etwa 30 Randalierer, alle in weiße Overalls gekleidet, durchbrachen die Absperrung vor dem Kölner Fan-Block und gelangten zunächst ungehindert auf den Rasen. Dort kam es zu Jagdszenen und Handgreiflichkeiten mit der Polizei und Ordnungskräften.

Die Polizei, die mit rund 1000 Einsatzkräften vor Ort war, nahm zwei Randalierer noch auf dem Platz fest. Ein Polizist wurde durch das Pfefferspray verletzt, das gegen die Hooligans eingesetzt wurde. Auch einige Ordner trugen nach Polizeiangaben Blessuren davon.

Der FC verurteilte die Aktionen in einer Stellungnahme auf seiner Homepage schon kurz nach dem Abpfiff scharf und distanzierte sich "ohne Wenn und Aber" von den Verursachern. Die Vorfälle seien ein "schwerer Rückschlag, der den Klub enttäuscht und ärgert", hieß es. (Lesen Sie hier die Stellungnahme im Wortlaut.)

Der Klub wolle "alles ihm Mögliche tun, um Täter zu ermitteln und konsequent zu sanktionieren" und behalte sich "weitere, harte Schritte" gegen die beteiligten Gruppierungen vor. "Wer von sich behauptet, Fan des 1. FC Köln zu sein und sich so verhält, hat grundlegende Regeln des Fußballs nicht verstanden und ist unerwünscht."

"Das ist so bitter wie die Niederlage"

FC-Trainer Peter Stöger hatten die Vorfälle erschüttert. "Was soll ich dazu sagen? Jeder, der Fußball liebt, kann mit so etwas nichts anfangen. Das kann man logischerweise nicht gutheißen", sagte so Stöger: "Das ist bitter. Mindestens so bitter wie die 0:1-Niederlage." Gladbachs Trainer Lucien Favre sagte: "So etwas gehört nicht zum Fußball." Torhüter Timo Horn forderte: "Die Fangemeinschaft muss eine Lösung finden, diese Leute im Zaum zu halten."

Schon während des Spiels waren einige die Anhänger der Gäste negativ aufgefallen: Wegen massiven Einsatzes von Pyrotechnik im Kölner Block wurde verzögert angepfiffen, in der zweiten Halbzeit musste Schiedsrichter Deniz Aytekin das Spiel aus dem selben Grund für zwei Minuten unterbrechen. Nach der Partie verlief die Abreise der Fans nach Polizeiangaben ruhig.

Die Strafe für den vorbelasteten FC, der im Vorjahr schon mal auf Bewährung zu einem Teilausschluss der Fans verurteilt wurde, "wird sicher deutlich werden", fürchtet auch Manager Jörg Schmadtke. Er kündigte an, "dass wir uns Gedanken machen müssen, wie wir damit umgehen."

In der vergangenen Saison hatte es beim Derby in Köln Ausschreitungen gegeben. Damals hatte die Polizei 93 Personen in Gewahrsam genommen, sechs Personen waren leicht verletzt, worden darunter vier Einsatzkräfte.

mon/sid

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insgesamt 52 Beiträge
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spon-user93 14.02.2015
1. Platzsturm
Eine sinnlose Aktion dieser Platzsturm. Den Verantwortlichen dürfte doch klar gewesen sein, dass das Wasser auf den Mühlen der Sicherheitsfanatiker ist.
siebenh 14.02.2015
2. Max Eberl
hat es treffend formuliert. Bei diesen Menschen setzt der Menschenverstand aus und sie verhalten sich wie Tiere. Gegen Tiere kommst du mit Argumenten nicht mehr an. Was seid ihr nur für Leute??? Was habt ihr aus eurem einzigen Leben nur gemacht, dass ihr ein Sportevent für Fans, Familien und neutrale Beobachter mit Gewalt kaputt machen müsst? Macht das einzig sinnvolle. Sucht euch alle bitte schnell Hilfe und solange bleibt zuhause!!!!!
sametime 14.02.2015
3. Punktabzug
Besser als eine Geldstrafe für den Verein ist ein Punktabzug. Dann landen solche Vereine da wo sie hingehören: Irgendwo ganz unten.
kascnik 14.02.2015
4. Oh Bitte
Zitat von sametimeBesser als eine Geldstrafe für den Verein ist ein Punktabzug. Dann landen solche Vereine da wo sie hingehören: Irgendwo ganz unten.
lassen Sie es gut sein. Was hat denn bitte der Verein an sich mit solchen Leuten zu tun. Das kann bei jedem Verein passieren in jedem Land auf jedem Kontinent.
JuJo0209 14.02.2015
5. Wo war die Polizei?
Ich war selbst im Stadion und musste wie alle anderen beobachten, dass es mehrere Minuten dauerte, bis Polizeikräfte vor Ort waren. Die ungeschützten Ordner hatten keine Chance! Und es war klar abzusehen: die Idioten saßen in ihren weißen Overalls auf den Zäunen, kurz vor Schluß fällt ein Tor, Hubschrauber kreisen während des gesamten Spiels über dem Stadion! In meinen Augen ein klarer taktischer Fehler der Polizei. Über tausend Beamte vor Ort, aber im entscheidenden Moment keiner da!
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