Bei Auswärtsspiel gegen Burnley Chelsea-Fans stören Ukraine-Solidarität mit »Abramowitsch«-Rufen

Mit den Fans applaudierten der FC Burnley und FC Chelsea für die Ukraine. Doch dann provozierten die Fans der Blues: Der Name des langjährigen russischen Chelsea-Besitzers wurde gerufen. Das gefiel Trainer Tuchel gar nicht.
Solidarität mit der Ukraine auch beim Fußballspiel in Burnley

Solidarität mit der Ukraine auch beim Fußballspiel in Burnley

Foto: OLI SCARFF / AFP

Kurz vor Anpfiff kamen die Mannschaften des FC Burnley und FC Chelsea für eine Applaus-Aktion für die Ukraine zusammen. Gemeinsam mit den Zuschauerinnen und Zuschauern wollten die Teams so ihre Solidarität für die Ukraine zum Ausdruck bringen. Man sah auch Ukraineflaggen auf den Rängen. So kann man es derzeit in vielen Stadien in Europa beobachten; vor einer Woche hatte Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine gestartet.

Doch laut Beobachtern kam es vor der Premier-League-Begegnung zu einem provozierenden Gegenprotest: Chelsea-Fans, so schreiben mehrere Journalisten vor Ort, hätten die Solidaritätsaktion mit Sprechchören für Roman Abramowitsch unterbrochen. Burnley-Fans reagierten demnach mit Buhrufen.

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Abramowitsch gab am Mittwoch bekannt, dass er den Verein verkaufen möchte, nachdem in Großbritannien die Forderungen nach Sanktionen gegen ihn lauter geworden waren. Der 55-Jährige wurde zu einem der reichsten Menschen der Welt dank russischer Staatsaufträge im Energiesektor.

In einer Mitteilung des Klubs erklärte der Milliardär den Rückzug damit, dass er glaube, die Entscheidung sei im besten Interesse des Klubs, der Fans, der Angestellten und der Klubsponsoren. Wie Abramowitsch sagte, werde er nicht die Rückzahlung von Krediten fordern. Der mögliche Nettogewinn solle über eine Stiftung den Opfern des Kriegs in der Ukraine zugutekommen.

Abramowitsch übernahm den FC Chelsea im Jahr 2003, unter seiner Führung erlebte der Klub die erfolgreichsten Jahre seiner Geschichte.

Trainer Thomas Tuchel hat die Chelsea-Fans für ihre Zwischenrufe kritisiert. »Es ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür«, sagte der Chelsea-Trainer über die Gesänge. »Wenn wir solidarisch sind, sollten wir gemeinsam solidarisch sein.«

Weiter sagte er, dass die Fans in dieser Situation mehr Respekt zeigen sollen. »Wir tun es für die Menschen in der Ukraine und es gibt keine zweite Meinung über die Situation. Sie haben unsere Gedanken und unsere Unterstützung und wir sollten als Verein zusammenstehen.«

China verzichtet auf die Premier League

Die Solidaritätsaktion für die Ukraine in der Premier League war bereits im Vorfeld angekündigt worden – mit Konsequenzen. Der chinesische TV-Rechteinhaber für die Premier League verzichtet Berichten zufolge auf eine Ausstrahlung der Spiele am Wochenende. Hintergrund waren demnach geplante Aktionen für die Ukraine, wie unter anderem die BBC am Freitag berichtete.

Angeführt von Kai Havertz gewann das Chelsea-Team von Tuchel 4:0 (0:0) beim FC Burnley.

Havertz (52. Minute/55.) sorgte mit seinem Doppelschlag für die Vorentscheidung. Reece James (47.) hatte beim dritten Ligasieg in Folge die Führung erzielt. Der Ex-Dortmunder Christian Pulisic (69.) setzte den Schlusspunkt.

jan/Reuters
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