Deutsche Bahn Sonderzügen für Fußballfans droht das Aus

Gewalt und Sachbeschädigungen durch Fußballfans in den Zügen verursachen für die Deutsche Bahn hohe Kosten. Deswegen sollen die Klubs vermehrt zur Kasse gebeten werden, sonst werde es "keine entsprechenden Züge mehr geben können".
Fußballfans am Bahnhof: Mit dem Zug zum Stadion

Fußballfans am Bahnhof: Mit dem Zug zum Stadion

Foto: Z1017 Bernd Wüstneck/ dpa

Hamburg - Die Deutsche Bahn will laut einem Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz" die Profiklubs zur Übernahme der Kosten für den Einsatz von Fanzügen zwingen. Gewalt und Sachbeschädigungen durch die Anhänger der Fußballklubs seien die Gründe. "Wenn niemand bereit ist, dafür auch kostenmäßig einzustehen, können wir das von uns aus nicht dauerhaft finanzieren. Und dann wird es auch keine entsprechenden Züge mehr geben können", sagte Gerd Neubeck, Leiter Konzernsicherheit der Deutschen Bahn (DB).

Vor zwei Jahren hatten DB und DFL vereinbart, vermehrt Fanzüge einzusetzen. Diese werden auf Kosten der Vereine gechartert, die dann auch für Sicherheit und Schäden aufkommen. Nach Angaben des ARD-Magazins werden nur 60 solcher Züge pro Jahr gebucht - insgesamt transportiert die Bahn laut eigener Aussage aber drei Millionen Fußball-Anhänger, also deutlich mehr.

Die Vereine stünden hier in der Verantwortung, sagte Neubeck: "Letztlich sind wir nicht in der Lage, Fußballspiele damit zu subventionieren, dass wir die Fans dorthin zu transportieren haben und dann hinterher auf einer Reihe von Kosten sitzen bleiben."

Rainer Wendt, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), forderte in diesem Zusammenhang, den Verkauf von Eintrittskarten an die Benutzung von Fanzügen zu koppeln. Dieses Kombi-Ticket-Modell wird in den Niederlanden seit Jahren mit Erfolg praktiziert. Bestimmte Gruppen erhalten dort ihre Eintrittskarten für ein Auswärtsspiel nur, wenn sie einen entsprechenden Zug benutzen, der vom Verein gechartert werden muss.

Auch Wendt bestätigte im "Report Mainz" die steigende Zerstörungswut unter den Anhängern. "Ganze Züge werden komplett demoliert. Die Scheiben werden zerschlagen, Notbremsen werden gezogen - und es werden die Sitze aufgeschlitzt", sagte Wendt. Und das alles bliebe "eigentlich sanktionslos".

tpr/sid
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