Arsenal-Coach Wenger "Ich werde nächste Saison Trainer sein. Hier oder irgendwo anders"

Seit mehr als 20 Jahren arbeitet Arsène Wenger beim FC Arsenal. Zum Saisonende könnte das vorbei sein. Der Coach sprach nun von einem möglichen Abschied.

Arsène Wenger
DPA

Arsène Wenger


Im Profifußball sind berufliche Verbindungen nur sehr selten von Dauer. Spieler kommen und gehen, auch Trainer arbeiten oft nicht lange im selben Verein. Arsène Wenger und der FC Arsenal sind da ein Anachronismus. Der Franzose coacht seit mehr als 20 Jahren den Londoner Premier-League-Klub. Ab Sommer könnten Wenger und Arsenal jedoch getrennte Wege gehen.

"Egal was passiert, ich werde in der nächsten Saison Trainer sein", sagte der 67-Jährige auf der Pressekonferenz vor dem FA Cup. "Entweder hier oder irgendwo anders, das ist absolut sicher". Sein Vertrag beim Achtelfinalgegner des FC Bayern endet im Sommer. Eine Entscheidung über seine Zukunft will Wenger im März oder April fällen. Wie der Klub über eine mögliche Zusammenarbeit denke, wollte Wenger nicht verraten.

Seit seinem Amtsantritt im September 1996 hat Wenger das Image des Klubs grundlegend verändert. Mit seinem technisch anspruchsvollen und auf Ballbesitz ausgelegten Offensivfußball prägte er eine Ära mit bislang drei Meisterschaften (1998, 2002, 2004) und sechs FA-Cup-Siegen (1998, 2002, 2003, 2005, 2014, 2015). Doch fast alle Titel stammen aus der ersten Hälfte von Wengers Amtszeit. Kritiker werfen ihm schon länger Sturheit vor, was die taktische Ausrichtung seiner Mannschaft betrifft. Zu unmodern seien Wengers Methoden, zu unflexibel sein Stil, heißt es oft.

Auch nach der 1:5-Hinspielniederlage in München in der Champions League meldeten sich ehemalige Arsenal-Profis kritisch zu Wort. Wenger selbst lasse diese Kritik kalt: "Ich bin das gewohnt. Ich glaube, dass es wichtig ist, an seinen Überzeugungen festzuhalten", sagte er.

Am Montag steht für Wengers Mannschaft im FA Cup beim Fünftligisten Sutton United eine Pflichtaufgabe an. Der Pokalwettbewerb ist Arsenals wohl letzte verbliebene realistische Titelchance in dieser Saison.

mon/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Levator 17.02.2017
1. An der Zeit
wäre es. Offensichtlich - um die Metapher zu gebrauchen - erreicht der Trainer Wenger die Spieler nicht mehr. Bei Arsenal läuft soviel Qualität auf dem Feld herum, dass augenscheinlich gegen diesen Trainer gespielt wurde. Bayern hat zwar gut gespielt, aber fürchten muss man sie deswegen nicht, wie es augenscheinlich die meisten Arsenalspieler uns Glauben haben machen wollen, dass sie überhaupt nicht eingegriffen haben und tatenlos zusahen. Ein Indiz dafür, dass Wenger dort nicht mehr gelitten ist..
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.