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08. März 2017, 12:27 Uhr

Arsenal-Desaster gegen Bayern

Klar, der Schiri war schuld

1:5 im Hinspiel, 1:5 im Rückspiel - nie wurde ein englischer Klub im Europapokal so vermöbelt wie der FC Arsenal von den Bayern. Trainer Arsène Wenger sieht den Schuldigen dafür dennoch außerhalb des Teams.

Die eisgrauen Haare des Arsène Wenger sind am Dienstagabend noch ein bisschen grauer geworden, die Situation des FC Arsenal im 20. Jahr unter seiner Trainer-Ägide noch ein bisschen trostloser, aber der 67 Jahre alte Coach befand sich nach dem 1:5-Heimdebakel seines Teams gegen Bayer München dennoch im Kampfmodus.

Nicht über sein Team brach er den Stab, obwohl es in der zweiten Halbzeit völlig eingebrochen war. Sondern über den Schiedsrichter. Wenn es aus Wengers Sicht einen Schuldigen an dieser Pleite historischen Ausmaßes gab, dann war es der Grieche Tasos Sidiropoulos. "Skandalös" sei dessen Leistung gewesen, so der Franzose. Der Unparteiische habe mit seinen Entscheidungen sein Team "getötet". Der Referee sei "sehr einflussreich" gewesen. Bayern sei ein starker Gegner, "aber heute können sie sich beim Schiedsrichter bedanken".

Tatsächlich hatte der griechische Referee zahlreiche umstrittene Entscheidungen gefällt. In der ersten Hälfte hatte er beim Stand von 1:0 für Arsenal ein Foul an Theo Walcott im Strafraum übersehen, dafür aber in der zweiten Hälfte den Bayern einen fragwürdigen Elfmeter zugesprochen. Den Einsatz von Laurent Koscielny gegen Robert Lewandowski wertete Sidiropoulos zudem als Notbremse und schickte den Abwehrchef vom Platz. Wie im Hinspiel, als Koscielny beim Stand von 1:1 verletzt ausgewechselt werden musste, brach die Arsenal-Defensive ohne den Franzosen komplett zusammen.

Es war die höchste Heimniederlage für Arsenal seit 19 Jahren, das Gesamtresultat von 2:10 ist zudem ein Negativrekord für englische Teams im Europapokal. Der Schiedsrichter hatte daran möglicherweise eine Mitverantwortung, das desaströse Abwehrverhalten der Londoner in der zweiten Hälfte kann man ihm allerdings wirklich nicht anlasten.

Am Ende des Spiels war das Stadion schon halbleer, es gab allerdings auch Pro-Wenger-Sprechchöre. Die britische Boulevardpresse war wie gewohnt gnadenlos. "The Sun" sprach davon, Wenger habe "die letzte Ölung" erhalten.

Die Ära Arsène Wengers beim FC Arsenal scheint vorbei, darüber sind sich auf der Insel mittlerweile die meisten Experten einig. Auch wenn das Team am Wochenende seine letzte Titelambition am Leben erhält und im FA-Cup-Viertelfinale den Fünftligisten Lincoln besiegen sollte. Beim 1:5 gegen die Bayern erklangen in der Schlussphase nicht zum ersten Mal lautstarke "Wenger out!"-Rufe im Stadion. "Es fühlt sich an, als komme etwas zu seinem Ende", fasste der ehemalige Arsenal-Profi Ian Wright nach dem Spiel zusammen. In Highbury beginnt eine neue Zeitrechnung.

aha/sid/rtr

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