Arsenal-Desaster gegen Bayern Klar, der Schiri war schuld

1:5 im Hinspiel, 1:5 im Rückspiel - nie wurde ein englischer Klub im Europapokal so vermöbelt wie der FC Arsenal von den Bayern. Trainer Arsène Wenger sieht den Schuldigen dafür dennoch außerhalb des Teams.

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Die eisgrauen Haare des Arsène Wenger sind am Dienstagabend noch ein bisschen grauer geworden, die Situation des FC Arsenal im 20. Jahr unter seiner Trainer-Ägide noch ein bisschen trostloser, aber der 67 Jahre alte Coach befand sich nach dem 1:5-Heimdebakel seines Teams gegen Bayer München dennoch im Kampfmodus.

Nicht über sein Team brach er den Stab, obwohl es in der zweiten Halbzeit völlig eingebrochen war. Sondern über den Schiedsrichter. Wenn es aus Wengers Sicht einen Schuldigen an dieser Pleite historischen Ausmaßes gab, dann war es der Grieche Tasos Sidiropoulos. "Skandalös" sei dessen Leistung gewesen, so der Franzose. Der Unparteiische habe mit seinen Entscheidungen sein Team "getötet". Der Referee sei "sehr einflussreich" gewesen. Bayern sei ein starker Gegner, "aber heute können sie sich beim Schiedsrichter bedanken".

Tatsächlich hatte der griechische Referee zahlreiche umstrittene Entscheidungen gefällt. In der ersten Hälfte hatte er beim Stand von 1:0 für Arsenal ein Foul an Theo Walcott im Strafraum übersehen, dafür aber in der zweiten Hälfte den Bayern einen fragwürdigen Elfmeter zugesprochen. Den Einsatz von Laurent Koscielny gegen Robert Lewandowski wertete Sidiropoulos zudem als Notbremse und schickte den Abwehrchef vom Platz. Wie im Hinspiel, als Koscielny beim Stand von 1:1 verletzt ausgewechselt werden musste, brach die Arsenal-Defensive ohne den Franzosen komplett zusammen.

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Champions League: Die nächste Demütigung

Es war die höchste Heimniederlage für Arsenal seit 19 Jahren, das Gesamtresultat von 2:10 ist zudem ein Negativrekord für englische Teams im Europapokal. Der Schiedsrichter hatte daran möglicherweise eine Mitverantwortung, das desaströse Abwehrverhalten der Londoner in der zweiten Hälfte kann man ihm allerdings wirklich nicht anlasten.

Am Ende des Spiels war das Stadion schon halbleer, es gab allerdings auch Pro-Wenger-Sprechchöre. Die britische Boulevardpresse war wie gewohnt gnadenlos. "The Sun" sprach davon, Wenger habe "die letzte Ölung" erhalten.

Die Ära Arsène Wengers beim FC Arsenal scheint vorbei, darüber sind sich auf der Insel mittlerweile die meisten Experten einig. Auch wenn das Team am Wochenende seine letzte Titelambition am Leben erhält und im FA-Cup-Viertelfinale den Fünftligisten Lincoln besiegen sollte. Beim 1:5 gegen die Bayern erklangen in der Schlussphase nicht zum ersten Mal lautstarke "Wenger out!"-Rufe im Stadion. "Es fühlt sich an, als komme etwas zu seinem Ende", fasste der ehemalige Arsenal-Profi Ian Wright nach dem Spiel zusammen. In Highbury beginnt eine neue Zeitrechnung.

aha/sid/rtr



insgesamt 71 Beiträge
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moabitmoe 08.03.2017
1. Bayer München? :D
Hab wohl die Fusion mit Leverkusen verpasst.
Beat Adler 08.03.2017
2. Arsène Wenger will eine Mannschaft, die spielt
Arsène Wenger will eine Mannschaft, die spielt nicht den Doppeldecker Londonerbus vor dem Tor parkiert, nicht zerstoert und auch nicht taktiert. Er ist nicht Mourinho oder Conte, etc. Damit Arsenal spielt, muessen Cech im Tor, Koscielny in der zentralen Verteidigung und die beiden Kuenstler Cazorla und Oezil im Mittelfeld sowie Sanchez im Sturm spielen. Ohne dieses Geruest ist Arsenal eben nicht Arsenal und riskiert unter zu gehen. Diese Spieler sind auch nicht zu ersetzen. Schade, dass Arsenal nicht in seiner Bestbesetzung zeigen konnte, was wirklich in der Mannschaft steckt. Gegen Bayern reichen zwei gute erste Halbzeiten nie.
der_gärtner13 08.03.2017
3. Herr Wenger sagt viel
Herr Wenger sagte in der Pressekonferenz nach dem Spiel ja auch, dass sie mit dem FCB mithalten können. Das muss man erst mal bringen, nachdem man in den letzten !! 3 !! (CL Gruppenphase letzte Saison ebenfalls) Begegnungen jeweils 5:1 kassiert hat. So redet nur jemand, der weiß dass sein Job sowieso weg ist.
troy_mcclure 08.03.2017
4.
Klar ist m.E.: die rote Karte muss man nicht geben, den Elfer schon. Mit 11 gegen 11 hätte Arsenal sicher auch nichts gerissen. Und dass sie mit 10 Mann so einbrechen, da kann der Schiri auch nichts für. Wenger kann ja kommende Saison Leverkusen coachen.
kakaluzi 08.03.2017
5. Kinick in dee Optik
Wie sich außer SPON eigentlich alle einig sind, dass es ein glasklarer Elfer war. Nur über die Kartenfarbe lässt sich streiten.
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