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16. Mai 2019, 14:11 Uhr

FC Arsenal vor Europa-League-Endspiel

"Bitter enttäuscht"

Das Europa-League-Finale zwischen zwei Londoner Klubs findet in Aserbaidschan statt. Die Wahl des Austragungsorts erzürnt die Fans des FC Arsenal, nun will der Verein Antworten von der Uefa.

Der FC Arsenal steht erstmals seit der Saison 2005/2006 in einem internationalen Finale. Im Europa-League-Endspiel trifft das Team am 29. Mai (21 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf den FC Chelsea. Und dennoch sind die Verantwortlichen des Premier-League-Klubs wütend.

Der Grund: der Austragungsort Baku. Von London aus sind es bis in die aserbaidschanische Hauptstadt mehr als 4500 Kilometer. Der Flug aus der englischen Metropole ans kaspische Meer kann bis zu 18 Stunden dauern. Eine strapaziöse Anreise für Mannschaften und Fans.

In einer deutlichen Stellungnahme hat der FC Arsenal die Wahl des Endspielorts nun kritisiert. Die Entscheidung sei "nicht akzeptabel" und dürfe sich nicht wiederholen, hieß es, ohne dass der Name der Stadt konkret genannt wurde.

"Extreme Reiseanforderungen"

Man sei bei aller Vorfreude "bitter enttäuscht" darüber, dass die Uefa jedem Team aufgrund von Transportbeschränkungen nur maximal 6000 Tickets zur Verfügung stellen könne. Dabei hat das Olympiastadion von Baku eine Kapazität von 68.700 Zuschauern.

Allerdings müsse sich angesichts der "extremen Reiseanforderungen" erst zeigen, ob es überhaupt 6000 Arsenal-Fans möglich sei, die Partie vor Ort zu erleben, schrieb der Klub. "Wir haben 45.000 Dauerkartenbesitzer, und dass so viele Fans nicht (beim Endspiel) dabei sein können, weil die Uefa einen Austragungsort mit begrenzter Verkehrsanbindung auswählt, ist einfach nicht richtig."

Arsenal habe zahlreiche Beschwerden von Anhängern erhalten und teile deren Bedenken. Der Klub fordert Antworten von der Uefa: "Wir möchten im Namen unserer Fans verstehen, nach welchen Kriterien die Austragungsorte für das Finale ausgewählt werden und wie dabei die Anforderungen der Fans berücksichtigt werden."

Auch Klopp hatte die Wahl kritisiert

Und weiter heißt es: "In Zukunft möchten wir die Uefa dringend bitten, sicherzustellen, dass die Logistik und die Anforderungen der Fans ein wesentlicher Bestandteil künftiger Entscheidungen für die endgültigen Austragungsorte sind." In den vergangenen Tagen war die Wahl des Ortes bereits in englischen Medien kritisiert worden.

Auch Liverpool-Trainer Jürgen Klopp hatte sich in dieser Debatte zu Wort gemeldet. "Ich weiß nicht, was die Leute, die eine solche Entscheidung treffen, frühstücken", sagte er. Schon die Vergabe des Champions-League-Finals im vergangenen Jahr nach Kiew sei aus sportlicher Sicht keine gute Idee gewesen.

Die Uefa hatte sich gegen die Vorwürfe verteidigt. "Es ist unmöglich vorherzusagen, welche Klubs das Finale erreichen werden, während der Austragungsort etwa zwei Jahre im Voraus ausgewählt werden muss", hieß es.

Arsenal sorgt sich um Mchitarjans Sicherheit

Die Uefa schreibt weiter: "Den Fans der teilnehmenden Mannschaften mehr Tickets anzubieten, ohne die Garantie zu haben, dass sie eine angemessene Reise nach Baku organisieren können, war daher keine verantwortungsvolle Option."

Der Austragungsort bereitet Arsenal noch weitere Sorgen: Der Klub sorgt sich um die Sicherheit seines Mittelfeldspielers Henrich Mchitarjan. Dessen Heimatland Armenien und Aserbaidschan sind seit vielen Jahren wegen eines blutigen Grenzkonflikts um Bergkarabach zutiefst verfeindet.

In dieser Saison spielten die Londoner in der Gruppenphase bereits in Aserbaidschan gegen Qarabag Agdam, nahmen den 30 Jahre alten Mittelfeldspieler jedoch wegen Sicherheitsbedenken nicht mit. Auch 2015, als Mchitarjan noch bei Borussia Dortmund unter Vertrag stand, verzichtete der BVB bei FK Qäbälä auf seine Dienste.

bka/dpa/sid/AP

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