Bundesliga-Abstiegskampf HSV stürzt Richtung 2. Liga

Der Totalabsturz des Hamburger SV hat sich in Augsburg fortgesetzt. Hamburg unterlag konterstarken Gastgebern 1:3 und steckt tief im Abstiegskampf. Der HSV verschuldete die Niederlage durch amateurhaftes Abwehrverhalten.

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Hamburg - Die gute Nachricht vorweg: Der Hamburger SV steht nach wie vor auf Platz 16 der Fußball-Bundesliga, der Rang, der zur Relegation gegen den Dritten der 2. Liga berechtigt. Die schlechte Nachricht: Mit einer Leistung wie gegen den FC Augsburg am Sonntag wird er auch dieses Spiel verlieren. Der HSV verlor bei den Augsburgern 1:3 und zeigte vor allem in der Abwehr eine maximal zweitligareife Leistung.

Halil Altintop (7. / 34. Minute) und André Hahn (42.) hatten die Gastgeber bereits vor der Pause deutlich 3:0 in Führung gebracht. Dank eines Freistoßes von Hakan Calhanoglu, den Heiko Westermann noch ins Tor abfälschte (45.), schöpfte der HSV noch ein bisschen Hoffnung. Die in der zweiten Hälfte jedoch wieder zerstob. Die Augsburger verwalteten den Vorsprung geschickt und kamen nicht mehr ansatzweise in Gefahr, die Partie aus der Hand zu geben.

Die Konkurrenz aus Nürnberg und Braunschweig hatte am Vortag für die Hamburger gespielt und seine Auswärtspartien verloren. Aber der HSV zeigte von Beginn an, dass er nicht gewillt war, diese Vorlagen aufzunehmen und zu nutzen. Das Spiel war erst wenige Minuten alt, da schloss Altintop den ersten Konter der Augsburger bereits mit der Führung ab. Und das Konzept von HSV-Coach Mirko Slomka, sofern es eines gab, hatte sich schon erledigt.

Maggio in der Spitze überfordert

In der Folge waren die Hamburger um eine gewisse Struktur bemüht, kamen auch durchaus zwei-, dreimal in den gegnerischen Strafraum, aber im Abschluss fehlte jeglicher Biss. Slomka hatte als Spitze den 20-jährigen Mattia Maggio aufgeboten. Der junge Spieler war mit dieser Aufgabe aber deutlich überfordert, hatte bis zur Pause die wenigsten Ballkontakte aller Spieler auf dem Feld.

Auf der anderen Seite zeigten sich die Gastgeber, die noch leise Hoffnungen auf Platz sieben hegen können, als Meister der Effektivität. Der zweite zwingende Angriff der Augsburger erbrachte gleich das zweite Tor. Eine präzise Flanke des starken Hahn verwandelte erneut Altintop - gegen eine Hamburger Abwehr allerdings, bei der sowohl auf den Außen als auch in der Zentrale viel zu spät reagiert wurde.

Und damit nicht genug: Zehn Minuten später zog Hahn aus gut 25 Metern einfach mal ab und überraschte Torwart René Adler, der sich den Ball selbst ins Netz boxte. Der Nationaltorhüter sah wie in manch anderen Szenen dieser Saison dabei äußerst unglücklich aus.

Nur Calhanoglu sorgt für Gefahr

Calhanoglu ließ den Hamburger SV im Gegenzug noch einmal atmen. Sein Freistoß vom Flügel senkte sich ins Tor, Westermann war noch am Ball, der am verdutzten Torwart Marvin Hitz vorbei ins Tor ging.

Wer allerdings jetzt gedacht hatte, der HSV würde mit dem Wiederanpfiff alles probieren, um das Spiel doch noch zu drehen, der war im Irrtum. Der FCA hatte die Partie weitgehend im Griff, nur nach Calhanoglu-Hereingaben drohte ab und an Gefahr. So kam Westermann nach einer Stunde nach dessen Flanke unbedrängt zum Kopfball, setzte diesen jedoch neben das Tor.

Im Gegenzug vergaben Daniel Baier, Altintop, Hahn und Ji gute Einschusschancen. Auch wenn sie allesamt nicht genutzt wurden: Der Sieg der Augsburger war in jedem Fall hochverdient. Eine weitere gute Nachrichte hatte der FCA schon vor dem Anpfiff vermeldet: Sportdirektor Stefan Reuter, mitverantwortlich für den intelligent zusammengestellten Kader, hat seinen Vertrag bis 2018 verlängert.

Der Hamburger SV hat jetzt noch zwei Chancen, den Direktabstieg zu vermeiden und zumindest Platz 16 zu verteidigen. Mehr scheint nach dem Resultat von Augsburg ohnehin nicht mehr drin. In der kommenden Woche gastiert der Rekordmeister Bayern München beim HSV, nicht unbedingt der Garant für einen Heimerfolg. Zum Abschluss geht es zu Mainz 05. Es wird das 15. Auswärtsspiel für den Trainer Mirko Slomka in dieser Saison. Er hat sie bisher alle verloren. Was soll diesem HSV noch Hoffnung geben?

FC Augsburg - Hamburger SV 3:1 (3:1)
Tore:
1:0 Altintop (7.)
2:0 Altintop (32.)
3:0 Hahn (43.)
3:1 Westermann (45.)
FC Augsburg: Hitz - Verhaegh, Callsen-Bracker, Klavan, Ostrzolek - Vogt (46. Kohr), Baier - Hahn, Altintop, Esswein (84. Werner) - Mölders (72. Ji)
Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Westermann, Mancienne, Jansen (69. Jiracek) - Badelj (74. Demirbay), Arslan - Rincón, Calhanoglu, Ilicevic - Maggio (61. Zoua)
Schiedsrichter: Welz
Zuschauer: 28.000
Gelbe Karten: Ostrzolek - Calhanoglu



insgesamt 70 Beiträge
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Seite 1
hattrick73 27.04.2014
1.
Kleinliche Schiris geben Rincon rot. Jeder Schiri muss aber Gelb geben. Was? Wie ? Der wäre dann genau wie Arslan gesperrt gewesen und der HSV hätte dann kein defensives Mittelfeld gegen Bayern gehabt. Ja, ne, dann darf man natürlich nicht nach den Regeln pfeifen.
passionsblume 27.04.2014
2. Der HSV
spielt nach dem Motto: Nie mehr 1.Liga
Nabob 27.04.2014
3. Das macht nichts!
Zitat von sysopGetty ImagesDer Totalabsturz des Hamburger SV hat sich auch in Augsburg fortgesetzt. Der HSV unterlag konterstarken Gastgebern 1:3 und steckt damit weiter tief im Abstiegskampf fest. Der HSV verdiente sich die Niederlage durch amateurhaftes Abwehrverhalten. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fc-augsburg-und-der-hamburger-sv-a-966412.html
Zu einer Provinzstadt passt auch nur ein Provinzverein.
totalmayhem 27.04.2014
4.
Also, wenn man schon so klaeglich an der vermeintlich leichtesten Aufgae des Restprogramms scheitert (und das nach den "Vorlagen" der direkten Konkurrenz gestern), dann seh ich wirklich schwarz fuer den Relegationsplatz.
lini71 27.04.2014
5. Ich hoffe mal....
Das Nürnberg nächste Woche zuhause gewinnt, und Bayern Lust auf 90 Punkte hat, dann geht es direkt runter, weil auswärts holt dieser H$V keinen Punkt..
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